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Andie steht mit einer Frau in rosa in einem schrillen Zimmer

Pretty In Pink

Die kultige Liebeskomödie Pretty In Pink aus dem Jahr 1986 erscheint erstmals auf Blu-ray. Funktioniert der Film auch heute noch genauso gut wie zu seiner Entstehungszeit?

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TitelPretty In Pink
Jahr1986
LandUSA
RegieHoward Deutch
DrehbuchJohn Hughes
GenreRomanze, Komödie
DarstellerMolly Ringwald, Jon Cryer, Andrew McCarthy, James Spader, Harry Dean Stanton, Annie Potts, Andrew Dice Clay, Gina Gershon, Kristy Swanson
Länge96 Minuten
FSKab 12 Jahren freigegeben
VerleihUniversal Pictures Germany
Das Cover der Blu-Ray von Pretty In Pink mit den drei Hauptdarstellern Andrew McCarthy, Molly Ringwald und Jon Cryer.
Das Blu-ray-Cover von “Pretty In Pink”. © Paramount Pictures. Alle Rechte vorbehalten.

Worum geht’s in Pretty In Pink?

Die Schülerin Andie Walsh (Molly Ringwald) wohnt mit ihrem arbeitslosen Vater Jack (Harry Dean Stanton) in einer Vorstadt von Chicago. Sie geht auf eine Schule, die ansonsten hauptsächlich von Kindern reicher Eltern besucht wird. Angehimmelt wird sie von ihrem Klassenkameraden Duckie (Jon Cryer). Als Andie jedoch die Bekanntschaft des wohlhabenden Blane (Andrew McCarthy) macht, kommen sich die beiden schnell näher. Die Beziehung des gegensätzlichen Paars wird jedoch schnell auf eine harte Probe gestellt. Denn die Freunde der beiden reagieren ablehnend. Allen voran der eifersüchtige Duckie und Blanes arroganter Kamerad Steff (James Spader). Hat die Liebe zwischen Andie und Blane eine Zukunft oder wird sie sich doch noch für Duckie entscheiden?

Ein John-Hughes-Film ohne Hughes als Regisseur

Pretty In Pink markierte die dritte Zusammenarbeit von John Hughes und der Darstellerin Molly Ringwald. Nach The Breakfast Club und Das darf man nur als Erwachsener war Ringwald hier erneut in der Hauptrolle zu sehen. Hughes betätigte sich diesmal allerdings nicht als Regisseur, sondern als Produzent und Drehbuchautor. Den Regieposten überließ er dem Neuling Howard Deutch, der zuvor Musikvideos für Billy Joel und Billy Idol drehte und hiermit sein Spielfilmdebüt ablieferte. Dennoch trägt Pretty In Pink eindeutig Hughes’ Handschrift. Thema sind die Sorgen und Nöte Heranwachsender aus der amerikanischen Mittelschicht. Dabei ist wieder einmal Hughes’ Heimatstadt Chicago der Handlungsort.

Molly Ringwald als Andie, Jon Cryer als Duckie und Andrew McCarthy als Blane schauen in "Pretty In Pink" in die Kamera.
Andie (Molly Ringwald) steht zwischen Duckie (Jon Cryer) und Blane (Andrew McCarthy). © Paramount Pictures. Alle Rechte vorbehalten.

Wie in The Breakfast Club und Hughes’ anderen Werken begegnet man auch hier dreidimensional gezeichneten Charakteren, die in ausgefeilten Dialogen einen Einblick in ihr Inneres vermitteln. Trotz der vorhersehbaren Handlung wird Pretty In Pink so nie langweilig, sondern unterhält bis zum Schluss. Wobei das Ende dann doch etwas zu klischeehaft und recht kitschig geraten ist und unter den Fans des Films nach wie vor für Kontroversen sorgt. Tatsächlich ist das Finale auf dem Abschlussball nachgedreht worden, nachdem bei einer Testvorführung das Publikum ablehnend auf das ursprüngliche Ende reagiert hatte. Auch die Besetzung des Films ist sich bis heute über den Ausgang der Geschichte uneinig, wie man in dem sehenswerten Feature The Lost Dance erfährt, das sich im Bonusmaterial der neuen Blu-ray befindet.

Hervorragende Performances von Jon Cryer und Molly Ringwald

Unabhängig davon, wie man zum Abschluss der Handlung steht, kann Pretty In Pink definitiv noch durch seinen charmanten Humor überzeugen. Daran hat vor allem ein Schauspieler Anteil: der junge Jon Cryer. Heute den meisten bekannt als Alan Harper aus Two and a Half Men, zeigte er schon 17 Jahre vor Serienstart sein komödiantisches Talent durch sein überdrehtes Schauspiel. Die Szene, in der er vor Ringwald lippensynchron eine energetische Pantomimen-Performance zu Otis Reddings „Try A Little Tenderness“ abliefert, reizt auch heute noch zu Lachtränen.

Der Name, mit dem Pretty In Pink steht und fällt, ist jedoch eindeutig Molly Ringwald. Mit ihrem subtilen Mienenspiel und einnehmendem Charme trägt sie den Film. Man verliebt sich als Zuschauer praktisch von Beginn an in sie und fühlt mit ihr. Für die Hauptrolle hätte man sich keine bessere Schauspielerin wünschen können. Aber auch der Rest des Casts braucht sich hinter ihr nicht zu verstecken. Andrew McCarthy, wie Ringwald, Cryer und James Spader ein Akteur aus dem Umkreis des so genannten „Brat Packs“, überzeugt als Ringwalds unsicherer Verehrer. Ebenso wie Spader, der mit der Rolle des arroganten Schnösels seinen Durchbruch in Hollywood hatte.

Andrew McCarthy als Blane steht im weißen Anzug vor Molly Ringwald als Andie, die ein pinkfarbenes Ballkleid trägt, und blickt sie an in "Pretty In Pink".
Entscheidet sich Andie am Ende auf dem Abschlussball für Blane? © Paramount Pictures. Alle Rechte vorbehalten.

Eine gut aufgelegte Nebenbesetzung

Daneben sieht man noch den unvergessenen Hollywood-Veteranen Harry Dean Stanton in einer typischen Rolle als unverantwortlicher, aber gutmütiger Vater der Hauptfigur. Und Annie Potts (Ghostbusters) liefert als Ringwalds quirlige Punk-Freundin wie Cryer eine liebenswerte, exaltierte Performance ab. Comedian Andrew Dice Clay (Ford Fairlane – Rock ‘n’ Roll Detective) sorgt in seiner Nebenrolle als Türsteher, der Cryer trotz ihrer Freundschaft nie in seinen Club lässt, ebenfalls für einige Lacher. In kleineren Rollen sieht man noch die damals völlig unbekannten Schauspielerinnen Gina Gershon und Kristy Swanson.

Hervorzuheben ist noch die erlesene Kamera-Arbeit von Tak Fujimoto (Das Schweigen der Lämmer, The Sixth Sense). Dieser fängt die Darsteller in ihren bunten Kostümen häufig in Nahaufnahmen ein und lässt vor allem auch die von grellen Neonfarben bestimmten Nachtclubszenen zum visuellen Genuss werden. Und zuletzt muss natürlich noch der Soundtrack erwähnt werden, der neben der Besetzung wohl den hauptsächlichen Grund für den Kultstatus von Pretty In Pink darstellt. Dieser besteht hauptsächlich aus Liedern von Post-Punk-, Synth-Pop- und New-Wave-Bands wie The Psychedelic Furs, New Order, The Smiths, OMD und INXS. Deren rockige Titel und die atmosphärischen Keyboard-Kompositionen von Michael Gore (Fame) verorten Pretty In Pink unverkennbar in den 80er Jahren und fangen das Lebensgefühl der damaligen Teenager-Generation ein.

Jon Cryer steht als Duckie im schicken Anzug händchenhaltend neben Molly Ringwald als Andie, die ein pinkes Ballkleid trägt, in "Pretty In Pink".
Oder doch für Duckie? © Paramount Pictures. Alle Rechte vorbehalten.

Unser Fazit zu Pretty In Pink und der neuen Blu-ray

Pretty In Pink ist so insgesamt zwar kein origineller, aber ein warmherziger und realistischer Film, der kaum Altersspuren angesetzt hat. In den Figuren dürften sich auch heute noch viele Jugendliche wiedererkennen. Und der charmante Humor und energiegeladene Soundtrack bereiten dazu viel Spaß.

Die neue Blu-ray von Universal Pictures bietet den Film in ansprechender Bildqualität. Das Filmkorn wurde beibehalten, Details gingen dennoch keine verloren und die Farben erstrahlen in all ihrer Pracht. Nur der deutsche Ton ist eher durchwachsen geraten. Denn die Dialoge sind oftmals leiser als die Filmmusik abgemischt und daher eher schwer zu verstehen. An Extras enthält die Disc neben dem Originaltrailer ein aktuelles Interview mit Howard Deutch und das erwähnte Feature The Lost Dance, in dem Darsteller, Regisseur und Produzenten auf die Entstehung des Endes zurückblicken. Alle, die Pretty In Pink noch nicht kannten oder wiederentdecken möchten, können jedenfalls mit der Blu-ray eine unterhaltsame Zeitreise in die 80er Jahre unternehmen.

Pretty In Pink ist ab dem 10.09.2020 auf DVD und Blu-ray von Universal Pictures Germany erhältlich.

Unsere Wertung:

 

 

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