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Prospect

Prospect ist die Spielfilmumsetzung des gleichnamigen Kurzfilms der Regisseure Chris Caldwell und Zeek Earl aus dem Jahr 2013. Lest in unserer Review, ob einen mit dem Streifen eine verheißungsvolle, kleine Science-Fiction-Perle erwartet, oder ob der Schuss vielleicht doch eher nach hinten los geht!

TitelProspect
Jahr2018
LandUSA, Kanada
RegieChris Caldwell, Zeek Earl
DrehbuchChris Caldwell, Zeek Earl
GenreSci-Fi, Thriller
DarstellerPedro Pascal, Jay Duplass, Andre Royo, Sophie Thatcher, Sheila Vand, Anwan Glover
Länge98 Minuten
FSKab 12 jahren freigegeben
VerleihCapelight Pictures
Das DVD Cover von Prospect. © Capelight Pictures
Das DVD Cover von Prospect. © Capelight Pictures

Darum geht’s in Prospect

Cee (Sophie Thatcher) und ihr Vater Damon (Jay Duplass) haben einen Vertrag abgeschlossen, der ihnen den Besitz einer Edelsteinmine im hochgiftigen Wald eines weit entfernten, grünen Mondes zusichert. Auf diesem unscheinbaren, lebensgefährlichen Mond verbergen sich die wahren Schätze unter der Erde. Doch bei dem Eintritt in die Atmosphäre gibt ihre kleine Transportfähre, in die sie ihr letztes Geld gesteckt haben, den Geist auf. Mit Glück schaffen sie es, zu landen. Die großen Probleme beginnen jedoch erst jetzt. So verwandelt sich der eigentlich routinierte Job alsbald in einen harten Überlebenskampf.

Als wären die widrigen Umstände, die die lebensfeindliche Natur des Mondes mit sich bringt, nicht schon Herausforderung genug, treffen die beiden auch noch auf andere Arbeiter, die in ihrer eigenen Verzweiflung und Gier zum erbitterten Feind werden. Die einzige Hoffnung, die ihnen bleibt, ist so viele der kostbaren Rohstoffe zu sammeln, wie es nur geht und so schnell wie möglich ihre Raumfähre zu reparieren. Aber nach einer folgenschweren Auseinandersetzung mit den anderen Glücksrittern sieht sich Cee gezwungen, mit den verhassten Gegenspielern zu paktieren, um zu überleben.

Cee (Sophie Thatcher) mit erhobener Waffe und zu allem bereit in Prospect. © Capelight Pictures
Cee (Sophie Thatcher) mit erhobener Waffe und zu allem bereit in Prospect. © Capelight Pictures

Eine kleine Sci-Fi-Perle!

Prospect ist in erster Linie eines: Ein ruhiger Sci-Fi-Western im Space-Opera-Gewand. Man sollte also eine gewisse Vorliebe für ruhige, ja beinahe künstlerische kleine Independent-Produktionen mitbringen. Diese glänzen zumeist nicht durch bombastische Hollywood-Effekte und großen Pomp, sondern durch einen tollen, unverbrauchten, originellen Ideenreichtum und frisches Handwerk. Es sind die vornehmlich kleinen Töne, die solche Filme so interessant machen können und so verhält es sich auch bei Prospect. Trotz den löblich genutzten Mitteln, hätte ein höheres Budget sicher für eine differenziertere Welt gesorgt. Dennoch bietet der Film trotz der Schlichtheit des grünen Mondes und der Ausrüstung der Protagonisten optisch ein ziemlich gelungenes Gesamtbild.

So wirkt die Ausstattung zwar recht knapp zusammengeschustert, was sich gerade bei den Raumfähren und Sets bemerkbar macht. Doch auf der anderen Seite wirkt all dies wiederum authentisch und stark auf die Funktionalität ausgerichtet, dass es in dem Universum des Films in der Form glaubhaft vermittelt wird. Ansonsten schert sich der Film nicht wirklich darum, großartige Exposition zu geben, sondern präsentiert alles in einer solchen Normalität, woraus er letzten Endes ein hohes Maß seiner Authentizität bezieht. Ansonsten wirft Prospect dem Zuschauer immer nur häppchenweise und beiläufig etwas über das fremdartige und gleichermaßen vertraute Universum und seine Zusammenhänge zu. Mir persönlich brannte es stets sehr unter den Fingernägeln, mehr zu erfahren.

Cee und ihr Begleiter Ezra in Prospect. © Capelight Pictures
Cee und ihr Begleiter Ezra (Pedro Pascal) in Prospect. © Capelight Pictures

Niemand überlebt allein

Cee ist in Prospect dazu gezwungen, mit dem Mörder ihres Vaters zusammenzuarbeiten, um auf dem toxischen Mond zu überleben. Sicher bietet das Drehbuch einige Eckpunkte für Kritik und auch das Grundgerüst der Geschichte ist alles andere als bahnbrechend oder neu. Aber es kommen so viele Aspekte in diesem Überlebensdrama zusammen, die den Film gerade in den leisen Zwischentönen zu einer wunderbaren Seherfahrung machen.

So haben wir zum einen die eindringlichen und fabelhaften Performances des Casts. Gerade Pedro Pascal (Triple Frontier, Game of Thrones) spielt hier großartig auf und stielt der ebenfalls stark spielenden, jungen Newcomerin und Hauptdarstellerin Sophie Thatcher etwas die Show. Zum anderen sind es aber auch die dem Film innewohnende Ruhe, der wunderschöne Score und die behutsame Art der Inszenierung eines Westerns mit Sci-Fi-Elementen, die Prospect so besonders machen und von der breiten Masse abheben. Wenn ihr also Fan von kleinen Science-Fiction-Dramen seid oder einfach nur gerne Pedro Pascall seht, dann ist Prospect in jedem Fall eine Sichtung wert.

Der grüne Mond in Prospect. © Capelight Pictures
Der grüne Mond in Prospect. © Capelight Pictures

Visuell und akustisch beflügelnd

Der grüne Mond in Prospect wirkt sehr erdähnlich und vertraut, aber auch gleichermaßen fremdartig. Die vielen violetten Partikel und Sporen in der Luft sorgen für den befremdlichen Eindruck eines Waldes, dessen Winkel man einfach erkunden will. Das Zusammenspiel des tollen Lichteinfalls erschafft dabei gemeinsam mit dem wunderschönen, zurückhaltenden Klängen des Soundtracks eine gleichermaßen befremdliche, wie auch bezaubernde Atmosphäre inmitten der Flora und Fauna. Kommt es zu Panorama-Aufnahmen, bei denen zum Beispiel Planeten oder Gasriesen dicht am Horizont erscheinen, dann sorgen diese für wahre Augenöffner-Momente und müssen sich von ihrem Impact her, trotz des geringen Budgets, kaum vor größeren Produktionen verstecken. Der Score von Daniel L.K. Caldwel verwöhnt dabei zusätzlich die Ohren des Zuschauers mit gut akzentuierter Gesangsuntermalung und traumhaft beflügelnden, ruhigen Klängen.

Mein Fazit zu Prospect

Prospect ist ein ruhiger Western im Sci-Fi-Gewand. Ein kleiner und sehr ruhiger Sci-Fi-Streifen, der in der richtigen Stimmung eine große Wirkung erzielen kann. Es sind gerade solche kleinen Independent-Filme wie Prospect, die mir voller Faszination immer wieder vor Augen führen, warum ich Filme, allen voran Science-Fiction-Filme dieser Art, so sehr liebe. Trotz des geringen Budgets haben Chris Caldwell und Zeek Earl einige wunderschöne Szenen geschaffen, die im Zusammenspiel mit dem beflügelnden Soundtrack im Gedächtnis bleiben. Wer sich also für ruhige Weltraumabenteuer in fernen Universen begeistern kann, der muss hier einfach einen Blick riskieren. Prospect ist eine kleine Indie-Perle, die sich direkt in mein Herz gespielt hat.

Prospect ist ab dem 26. Juli als 3-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook (4K Ultra HD + Blu-ray + DVD) sowie als Single-Blu-ray und -DVD erhältlich!

Unsere Wertung:

 

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© Capelight Pictures

FilmFreund

Ein Tag ohne einen Film ist wie ein Sommer ohne Sonne. :)
Filme sind für mich mehr als nur einfacher Eskapismus oder psychedelischer Zeitvertreib; Was jetzt nicht bedeuten soll, dass ich mich mit der Möglichkeit via Filmen andere Leben zu (er)leben nicht auch gerne mitunter vordergründig hingebe.
Ich bin offen für jedes einzelne Genre und lasse mich eigentlich gerne positiv überraschen, greife aber eher zum hundertelfzigsten mal zu einem bekannten Film, statt mich sofort ins "Neuland" zu stürzen.
Mit FilmToast habe ich eine tolle Plattform gefunden, meine Gedanken ansprechend niederzuschreiben und ich freue mich stets über regen Austausch unter Gleichgesinnten, aber ebenso unter Ungleichgesinnten.
Und jedem, der so weit gelesen hat, wünsche ich noch einen tollen Tag.
(^-^)/

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