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Auf dem Bild sind die Zoo-Angestellten in ihren Tierkostümen in "Rettet den Zoo" zu sehen. Alle stehen nebeneinander in einem Gehege, die beiden männlichen Darsteller stehen rechts, die beiden Damen links. Die Männer tragen die Kostüme vom Eisbären und Gorilla, die Frauen vom Löwen und vom übergroßen Faultier. Die Köpfe ihrer Kostüme halten sie dabei vor sich in beiden Händen. Alle blicken geradeaus auf etwas oder jemanden außerhalb des Geheges.

Rettet den Zoo

In Rettet den Zoo schlüpfen die Angestellten eines Tierparks in die Rolle der Tiere. Ob uns Regisseur und Drehbuchautor Jae-gon Son mit seiner Komödie das koreanische Kino von seiner witzigen Seite zeigen kann oder ob der Filmemacher das Thema verfehlt hat, lest ihr hier bei uns!

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TitelRettet den Zoo (OT: Secret Zoo)
Jahr2020
LandSüdkorea
RegieSon Jae-gon
DrehbuchSon Jae-gon
GenreKomödie
DarstellerAhn Jae-hong, Kang So-ra, Park Yeong-gyu, Kim Seong-oh, Jeon Yeo-bin
Länge118 Minuten
FSKab 6 Jahren freigegeben
VerleihCapelight Pictures
Das deutsche Blu-ray Cover zu "Rettet den Zoo" zeigt die Darsteller des Films. Über diesen ragt in riesigen weißen Buchstaben der Filmtitel "Rettet den Zoo". Die Darsteller tragen weitestgehend alle ihre Kostüme. In der Mitte steht Kang (Ahn Jae-hong) in einem Eisbärenkostüm und hält den Kopf unter seinen Arm geklemmt. Darüber hinaus ist im Hintergrund noch eine Giraffe zu sehen.
Das deutsche Blu-ray Cover zu „Rettet den Zoo“ © Capelight Pictures

Worum geht es in Rettet den Zoo?

Der Anwalt Tae-soo Kang (Ahn Jae-hong) arbeitet für eine der größten Kanzleien und träumt von einer großen Karriere. Nach acht Monaten voller Botengänge bietet ihm sein Chef die Chance sich zu beweisen, wofür eine gut bezahlte Festanstellung in der von ihm angestrebten Abteilung winkt. Dafür soll er einen zuvor gekauften Zoo binnen drei Monaten durch Umstrukturierungen auf Vordermann bringen, damit dieser wieder gewinnbringend verkauft werden kann. Allerdings hat der Zoo mittlerweile fast alle Tiere verkaufen müssen und lockt daher natürlich keine Besucher mehr an. Tae-soo kommt eine verrückte Idee: Verkleidet in lebensechten Kostümen sollen die verbliebenden Angestellten selbst in die Rollen der Tiere schlüpfen!




Mit Tierkostümen zum gewünschten Erfolg

Zu Beginn von Rettet den Zoo wird Hauptfigur Tae-soo Kang vorgestellt, der einen Klienten im Gefängnis aufsucht. Kang ist eher das Gegenteil eines unerbittlichen Anwalts und Geschäftsmanns. Dies wird verdeutlicht, wenn er sehr fügsam seinem arroganten Klienten eine Zigarette anstecken muss. Auch bei dem Treffen mit seinem Chef in einem Restaurant verhält er sich sehr zurückhaltend und bescheiden; Wesenszüge, die den Großteil des Films bestehen bleiben. Ausgestattet mit einem Mercedes Cabriolet macht er sich auf den Weg zum Dongsan Park Zoo. Beim Betreten des Zoos kann er sein Lächeln nicht verbergen, schließlich ist es seine Chance als vollwertiger Anwalt für M&A (Fusionen und Übernahmen) zu arbeiten. Sein Lächeln hält allerdings nicht allzu lange an, denn es herrscht nicht nur gähnende Leere bezüglich Besuchermangel, auch die Gehege sind komplett geleert.

Die letzten wertvollen Tiere, wie zwei Tiger und eine Giraffe, werden gerade abtransportiert, nur ein paar Vögel und der Eisbär Black Nose sind verblieben. Das einzige „wahre“ Tier ist mehr als deutlich animiert und macht sehr unnatürliche Bewegungen, weswegen nie der Gedanke kommt, es handle sich um ein echtes Tier. Immerhin spielt dieser keine allzu große Rolle als dass er sich wirklich negativ auf den Film niederschlägt. Hingegen wissen die weitestgehend authentischen Tierkostüme eine gute Figur abzugeben. Gorilla, Eisbär, Löwe und ein übergroßes Faultier-Kostüm sollen die Besucher täuschen und sehen aus der Ferne tatsächlich sehr authentisch aus. Aber Platzangst in den Kostümen, verzwickte Liebeleien und ein zwielichtiger Kostümhersteller sorgen für nicht geplante Schwierigkeiten. Die Grundprämisse von Rettet den Zoo klingt äußerst vertraut und leicht durchschaubar.

Kang (Ahn Jae-hong) kommt eine geniale Idee. Die Angestellten sollen in "Rettet den Zoo" in die Rollen der Tiere schlüpfen. Auf dem Bild ist der junge Mann in einem Tigerkostüm zu sehen, dass eher wie aus einem Comic als authentisch wirkt. Dieses ist knall orange und mit großen Augen sowie einer rosa Nase versehen.
Kang (Ahn Jae-hong) kommt eine geniale Idee © Capelight Pictures

Durchschaubar und doch anders

Ein kapitalistischer Karrieremensch findet im Laufe der Handlung zu sich selbst, indem er immer mehr Empathie für seine Aufgabe entwickelt und riskiert dafür seine Karriere. Eine Grundprämisse, die vertraut klingt und in schon so vielen Filmen zuvor genutzt wurde. Eine ähnliche Wandlung, wie sie beschrieben wird, macht Kang allerdings nie durch. Dieser bleibt durchgehend der nette Kerl, der keiner Fliege etwas zu Leide tun könnte. Ein Umstand, der dem Film Spannung kostet, da der Zuschauer keine Entwicklung feststellt und demnach nur schwerlich mitfiebern kann. Ein Manko, dass irgendwie auf alle Charaktere zutrifft, weswegen es schwer fällt sich gänzlich in die Figuren hinein zu fühlen.

An Spielfilme mit selbigen Handlungsort, wie Wir kaufen einen Zoo mit Matt Damon und Scarlett Johansson oder Wilde Kreaturen mit John Cleese und Jamie Lee Curtis, versucht sich Regisseur und Drehbuchautor Jae-gon Son zu keiner Zeit. Dafür ist Rettet den Zoo auch größtenteils zu vorhersehbar und unaufgeregt, selbst Auseinandersetzungen wirken harmlos und schnell geschlichtet. Darüber hinaus werden tiefgehende Ansätze zum Thema Tierschutz nur oberflächlich angekratzt und schaffen mit ihrer Aussage kaum nennenswerte Beachtung. Ferner fühlt sich der Film dadurch in manchen Phasen unnötig zäh an. Wiederum scheint es auch das Ziel des Filmmachers gewesen zu sein, seinem Film nicht zu viel Dramatik beikommen zu lassen.

Kang (Ahn Jae-hong) macht in "Rettet den Zoo" seine Angestellten mit den Tieren vertraut. Auf dem Bild steht er vor den Mitarbeitern und zeigt auf ein aufgehängtes Bild mit einem Eisbären.
Kang (Ahn Jae-hong) macht seine Angestellten mit den Tieren vertraut © Capelight Pictures

Wohlfühlkino mit viel charmanten Witz

Jae-gon Son legt mit Rettet den Zoo mehr Wert auf eine unbeschwerte Zeit für den Zuschauer. Die Komödie hält, was sie verspricht und greift nie zu dramatischen oder allzu anrührenden Momenten. Das mag für eine Familienkomödie untypisch sein, doch auch wenn sich der Film sehr am westlichen Kino orientiert, handelt es sich immer noch um einen Film „Made in Südkorea“. Und dieser Umstand allein macht die Komödie schon sehenswert genug.

Der Fokus liegt auf familientauglicher Komik und der größte Teil dieses Humors kann überzeugen. Sowohl Situationskomik als auch Slapstick-Einlagen sitzen und bieten eine Menge Gelegenheiten zum Lachen. Ebenso Dialoge, in denen unter anderem die wohl unkreativsten Tiernamen der Filmgeschichte verabreicht werden, wissen zu unterhalten. Aber vor allem die Einfachheit der Witze macht Rettet den Zoo leicht zugänglich und erleichtert es Spaß zu haben, auch wenn die witzigen Momente ebenso leicht zu vergessen sind. Was bleibt, ist ein wohliges Gefühl durch den ausgiebigen wie charmanten Witz und ein einem mehr als engagierten Ensemble.

Auf dem Bild sind die Zoo-Angestellten in ihren Tierkostümen in "Rettet den Zoo" zu sehen. Alle stehen nebeneinander in einem Gehege, die beiden männlichen Darsteller stehen rechts, die beiden Damen links. Die Männer tragen die Kostüme vom Eisbären und Gorilla, die Frauen vom Löwen und vom übergroßen Faultier. Die Köpfe ihrer Kostüme halten sie dabei noch in den Händen. Alle heben dabei noch eine Hand.
Die Zoo-Angestellten in ihren Tierkostümen in „Rettet den Zoo“ © Capelight Pictures

Ein Ensemble, dass den Spaß überträgt

Auch wenn das Hineinfühlen in die Charaktere schwerfällt, kann diesen, dank dem Ensemble, dennoch eine Menge Sympathie entgegengebracht werden. Durchweg überzeugen die Darsteller neben einer soliden Leistung mit viel Engagement. Ob bei den ersten Übungen im Tierkostüm oder zuvor beim „Trainieren“ für ihre Tierfigur, die Darsteller So-ra Kang, Yeong-gyu Park, Seong-oh Kim und Yeo-bin Jeon verkörpern ihren Job mit voller Energie. Ihnen steht Kang-Darsteller Jae-hong Ahn in nichts nach. Er wirkt zu keiner Sekunde unsympathisch und vermittelt, ebenso wie die Darsteller, den verbliebenen Zooangestellten eine Menge Sympathie und Spaß, welcher auch auf den Zuschauer überspringt.

Doch nicht nur die Sympathieträger überzeugen in ihren Rollen. Wo es liebenswerte Charaktere gibt, da muss es auch unausstehliche geben. Hochnäsige Klienten, ein rücksichtsloser Chef und ein wahrlich widerlicher Ladenbesitzer sind einige Exemplare in Rettet den Zoo, die beim Zuschauen regelrecht Hassgefühle schüren.

Unser Fazit zu Rettet den Zoo

Rettet den Zoo klingt vorhersehbar und mag dies auch größtenteils sein, aber die Komödie hält, was sie verspricht. Regisseur und Drehbuchautor Jae-gon Son repräsentiert mit seinem Werk sympathisches Wohlfühlkino „Made in Südkorea“. Der Film mag kein Must-See sein, aber er sei jedem ans Herz gelegt, der sich einige charmante Lacher und sympathische Charaktere wünscht, um dem Alltag zu entfliehen. Das engagierte Ensemble weiß gerade in den Tierkostümen den Spaß optimal auf den Zuschauer zu übertragen und zu unterhalten.

Rettet den Zoo ist seit dem 09.10.2020 als Blu-ray, DVD und digital erhältlich.

Unsere Wertung:

 

 

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