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Die Antagonistin steht in roter Robe und mit imposantem Kopfschmuck bekleidet vor dem Opferaltar. Sie hält die Arme seitlich leicht nach oben gerichtet und hat den Blick leicht nach links geneigt. Im Hintergrund ist auf der rechten Seite ein brennendes Pentagramm erkennbar.

Satanic Panic

In Satanic Panic sieht sich eine Pizzalieferantin mit Satanisten konfrontiert. Ob der Film einen Blick wert ist oder ob das Geld besser in einer Pizza Diavoli investiert wird, erfahrt ihr in der Review.

SATANIC PANIC I Trailer Deutsch (HD)

TitelSatanic Panic
Jahr2019
LandUSA
RegieChelsea Stardust
DrehbuchGrady Hendrix, Ted Geoghegan
GenreHorror, Komödie
DarstellerHayley Griffith, Rebecca Romijn, Arden Myrin, Jordan Ladd, Jerry O’Connell
Länge ca. 85 Minuten
FSKab 18 Jahren freigegeben
VerleihTiberius Film
Front-Covermotiv der Blu-ray zu Satanic Panic
Cover zur Blu-ray von Satanic Panic @ Tiberius Film

Die Handlung von Satanic Panic

Bereits an ihrem ersten Arbeitstag als Pizzalieferantin muss sich Samantha mit aufdringlichen Kollegen und einem arroganten Chef auseinandersetzen. Ihre abendliche Tour führt sie in eine entlegene Region zu einem großen Anwesen. Doch dem Herren, der ihr die Pizza abnimmt, hat der Monolog von Mr. Pink in Reservoir Dogs überzeugt. Er zahlt keinen Cent über der Rechnung. Samantha ist genervt und will die Rückfahrt antreten. Doch leider ist ihr Benzin ausgegangen und sie hat kein Geld, um tanken zu können. Sie entschließt sich, in das Haus einzudringen und jemanden um etwas Trinkgeld zu bitten und findet sich inmitten von Teufelsanbetern wieder.

Samantha steht auf der linken Seite eines Raumes. Mit zerrissenem Shirt und blutverschmiertem Gesicht blickt schockiert zur vorderen, rechten Bildhälfte. Im Bildhintergrund befindet sich links ein Gemälde und rechts ein alter Schrank, der einen Großteil des Bildes einnimmt. Im Vordergrund befindet sich ein Kerzenständer mit mehreren, weißen Kerzen.
Gemetzel statt Trinkgeld für Samantha @ Tiberius Film

Eine teuflische Horrorkomödie auf Sparflamme

Gelungene Horrorkomödien sind rar gesät. Häufig funktioniert der Horroranteil nicht oder der Humor zündet nur unzureichend. Somit sind diese Filme oftmals wenig überzeugend. Leider reiht sich die Geschichte um Samantha und der Teufelssekte genau darin ein, denn die Handlung gestaltet sich äußerst generisch. Wieder einmal sind es Reiche, die satanische Rituale durchführen und das Unheil über die Welt bringen wollen. Ein sowohl leidiges, als auch ausgelutschtes Filmklischee. Zwar nimmt sich der Film nicht ernst, was angesichts der Genrevermengung auch nicht funktioniert hätte, es fällt jedoch umso stärker ins Gewicht, da es Satanic Panic an eigenen Qualitäten mangelt.

Ein Film wie eine unzureichend belegte Standard-Pizza…

Samantha ist die Identifikationsfigur für das Publikum und nach bekannten Strickmustern aufgebaut. Dies macht die Figur zwar nicht interessant, aber sie funktioniert. Wie sich im Laufe des Films herausstellt, hat sie ein tragisches Erlebnis zu verarbeiten. Nun quält sie sich durch einen miesen Job und hofft auf ein besseres Leben. Das ist menschlich, das kann man nachvollziehen. Trotz der kurzen Lauflänge von knapp 90 Minuten Spielzeit schleicht sich schnell Langeweile bei Satanic Panic ein. So mangelt es dem Geschehen deutlich an Spannung. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass die Satanisten-Elite kaum als Bedrohung wahrgenommen wird und die Figuren bis zur Lächerlichkeit überzeichnet sind. Mit teils ansehnlichen Effekten und einiger hübsch arrangierter Bilder sind die positiven Merkmale des Films leider auch schon abgedeckt.

Eine Frau läuft Blut aus den Augen. Schockiert und schreiend blickt sie zur rechten Bildseite und hält sich die Hände gespreizt vor ihrem Kopf. Auf der linken Bildseite ist die Protagonistin im Hintergrund erkennbar.
Es gibt deutlich schlechtere Filme! Blutende Augen hat das Publikum nur hinter den Bildschirmen zu erwarten @ Tiberius Film

Es ist zwar „nur“ eine Horrorkomödie, doch thematisch ähnlich gelagerte Filme wie der Klassiker Meine teuflischen Nachbarn haben bewiesen, dass sich die bekannten Zutaten gut vermengen lassen und die Stärken der Genres gekonnt ausspielen. Von Joe Dantes grandioser Parodie auf das US-Vorstadt-Spießbürgertum ist Satanic Panic nun meilenweit entfernt. Der humoristische Anteil funktioniert bestenfalls nur eingeschränkt, Spannung und Atmosphäre baut der Film nur in Ansätzen auf, einen Eindruck von Bedrohung entsteht zu keinem Zeitpunkt. Einige eingestreute Gewalteinlagen funktionieren ebenfalls nur teils, da sie etwa billig oder übertrieben daherkommen. Das Geschehen zu überzeichnen ist jedoch zu wenig, um aus der Masse zahlloser ähnlich gelagerter Filme hervorzustechen.

Nur ein weiteres Produkt aus Fangorias B-Horror-Küche

Satanic Panic wurde zwar gekonnt inszeniert, durch seine Ideenarmut und seinen höchstens in durchschnittlichem Umfang erfüllten genretypischen Schauwerten dennoch kaum einen Blick wert. Denn Regisseurin Chelsea Stardust lässt in ihrem Spielfilm-Debüt eine entsprechende Finesse und ein Gespür für Spannungsaufbau missen. Die Filmschmiede des ehemaligen Fangoria-Magazins konnte mit VFW – Veterans of Foreign War von Joe Begos noch einen Aufwärtstrend verzeichnen. Satanic Panic deutet nun einen Rückfall in alte Zeiten an, in der man durchschnittliche Horrorkost wie etwa Brain Slasher mit Genre-Star Bruce Campbell produzierte.

Für eine der Hauptrollen als Oberkultistin konnte man Rebecca Romjin gewinnen, die natürlich schon alleine durch Präsenz punkten kann. Sie hat sicherlich als Mystique in den ersten X-Men-Filmen und selbst in Filmen wie dem Rollerball-Remake, The Punisher neben Thomas Jane oder Brian De Palmas Femme Fatale schon bessere Zeiten gesehen. Es ist sicherlich kein Zufall, dass an ihrer Seite auch ihr Ehemann Jerry O’Connell zu sehen ist, den die meisten Fans immer noch mit Stand by Me assoziieren.

Die Antagonistin steht vor einem Altar vor ihren Anhängern. Diese sind zumeist in roten Roben gekleidet, zwei Personen tragen hingegen schwarze Roben. Im Hintergrund befinden sich zwei Frauen zur Opferung und mehrere umgedrehte Kreuze und ein brennendes Pentagramm.
Taugt sowohl als Opferaltar, als auch für Black Metal-Konzerte @ Tiberius Film

Unser Fazit zu Satanic Panic

Wie bei vielen Horrorkomödien ist es bei Satanic Panic nicht gelungen, Horror und Humor auf gelungene Weise zu verbinden. Die Geschichte um eine junge Pizzalieferantin, die von einem satanischen Ritual von Reichen geopfert werden soll, ist ein schäbiger Seitenhieb auf die Zwei-Klassen-Gesellschaft, in der Wohlhabende als die Bösen dargestellt werden. Das Geschehen gestaltet sich weder spannend, noch kann es mit interessanten Ideen aufwarten, die das Treiben aufwerten. Es gibt einige optisch hübsch anzusehende Bilder und gelungene Effekte. Doch diese täuschen nicht über die Kritikpunkte hinweg, zu humorlos und spannungsarm gestaltet sich Satanic Panic. Von Momenten des Gruselns oder der Bedrohung ganz zu schweigen! Häufig wirkt es hingegen so, als sei die Überzeichnung des Geschehens ein Mittel, ausbleibende Schreckensmomente zu kaschieren und Situationskomik zu ersetzen. Wer Horror, Humor und Pizza in einen Film möchte, sollte besser zu einen der Filme um Freddy Krüger greifen!

Der Film ist seit dem 08.04.2021 als Blu-ray, DVD und als Stream verfügbar!

Unsere Wertung:

 

 

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@ Tiberius Film

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