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In einem Krankenhausflur steht der maskierte Killer des Films Scream (2022)

Scream (2022)

Ghostface ist zurück und wetzt bereits zum fünften Mal das Messer! Ist Scream nur ein weiterer Film, der auf der Nostalgie-Welle surft oder ebenso gut wie das Original? Erfahrt es in unserer Kritik.

SCREAM 5 Trailer German Deutsch (2022)

TitelScream
Jahr2022
LandUSA
RegieMatt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett
DrehbuchJames Vanderbilt, Guy Busick, Kevin Williamson (Original-Charaktere)
GenreHorror
DarstellerMelissa Barrera, Jack Quaid, Mikey Madison, Dylan Minnette, Neve Campbell, David Arquette, Courtney Cox
Länge114 Minuten
FSKFreigegeben ab 16 Jahren
VerleihParamount Pictures
Auf dem 4K-UHD-Steelbook des Films Scream von 2022 sieht man einen maskierten Menschen mit einem Messer in der Hand.
Bild des schönen 4K-UHD Steelbook von Scream © 2022 Paramount Pictures Germany

Die Story von Scream

Vor 25 Jahren erschütterte eine Mordserie das beschauliche Woodsboro, als der maskierte Ghostface-Killer sein Unwesen trieb. Wie es scheint, kehrt dieser zurück, um nicht bloß Angst und Schrecken zu verbreiten. Denn auch wenn das erste Opfer Tara (Jenna Ortega) überlebt hat, sinnt der Killer nach Blut und Leichen. Die vor Jahren aus Woodsboro abgetauchte Sam Carpenter, Taras Schwester, kehrt in Begleitung ihres Freundes Richie (Jack Quaid) ins von ihr verhasste Städtchen zurück. Doch nach dem ersten Mordversuch gibt es schon bald erste Todesopfer und so müssen sich Sam und Richie an den ehemaligen örtlichen Sherrif Dewey Riley (David Arquette) wenden, um weitere Morde zu verhindern…

Eine junge Frau blickt erschrocken auf ihr Handy, während sie bereits telefoniert. Auf dem Bild ist die Schauspielerin Jenna Ortega in Scream(2022) zu sehen.
Tara (Jenna Ortega) bekommt einen Anruf – so weit, so schlecht…
© 2022 Paramount Pictures Germany

Sequel, Requel, Legacy, Nostalgie

Die Skepsis war groß. Eine späte Fortsetzung, elf Jahre nach Teil 4, dazu ohne die Beteiligung des verstorbenen Wes Craven und dazu die langsam ermüdende Nostalgie-Welle – nicht gerade die idealen Voraussetzungen.  Als die Regisseure Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett (Ready or not) auch noch verkündeten, den Metalevel deutlich runterzuschrauben und Kevin Williamson sagte, er liebe den neuen Ansatz, waren alle Fans und Berufsskeptiker hellhörig geworden. Doch es kann Entwarnung gegeben werden. Denn einiges an PR-Äußerungen stellt sich nach Betrachtung des Films als geschickte Nebelkerze dar. Natürlich machen es sich Bettinelli-Olpin und Gillett recht einfach, wenn sie ganz nach dem Vorbild Star Wars – Das Erwachen der Macht eine Art Remake des Originalfilms abliefern und alte Charaktere wohlig-nostalgische Gefühle bei den Zuschauer:innen wecken.

Doch sie beherrschen das Spiel mit den Elementen des Slasher-Genres ebenso gut, wie es Craven im Original und direkten Sequel Scream 2 tat. Schon in der Eröffnungssequenz gelingt es dem Duo, die Erwartungen des Publikums zu befriedigen und Elemente aus dem Originalfilm aufzunehmen. Da dürfen schon einmal ganze Dialogszenen fast 1:1 übernommen werden. Die berühmten jump-scares dürfen ebenfalls nicht fehlen. Allerdings schaffen die Regisseure es besonders in einer Sequenz, das übliche Spiel aus plötzlich eintretendem Ereignis und überlaut einsetzenden Streichern derart auf die Spitze zu treiben, dass ein unheimlich unterhaltsamer Mix aus Anspannung, Erwartung und fast schon satirischer Überspitzung entsteht.

Es lebe der Meta-Slasher!

Und auch ihre Figuren dürfen das Spiel gekonnt mitmachen. So werden, wie es einst Randy Meeks tat, die Regeln für Requels und Legacy-Filme erklärt und offen gelegt. Zudem sorgen die Referenzen zum Original sowie die außerordentlich bissigen Kommentare auf aktuellen Entwicklungen wie toxische Fanbases oder Horrorgenre-Varianten der letzten Jahre für Unterhaltung. Und wenn letztlich sogar die übliche Frage, wer unter der Ghostface-Maske steckt, ganz nonchalant frühzeitig und nicht nur ein einziges Mal angeteast wird, macht Scream einfach unheimlichen Spaß. Die Gefahr, die Nostalgie-Welle totzureiten, umschifft der Film dabei sehr geschickt.

Letztlich werden all die Erwartungen erfüllt, die Fans der Reihe haben dürften. Zugleich bietet das Skript von James Vanderbilt und Guy Busick alles, was wir an der Nostalgie-Welle langsam über haben. Nur geschieht dies in genau der richtigen Dosis. Wenn Reihen-Veteranen wie David Arquette oder Courtney Cox die Szenerie betreten, werden genau die richtigen Knöpfe gedrückt und die Deweys und Gales funktionieren fast selbstverständlich gut. Neve Campbell, die im Vorwege bekannt gab, dass eine Rückkehr nur bei einem sehr guten Drehbuch möglich sei, ist als Sidney so präsent und stark wie in Teil 1 und bildet das Tüpfelchen auf dem i der Legacy-Charaktere. Doch natürlich muss die Frage gestellt werden, wie die neu zu etablierenden Figuren in Scream in die Legacy-Requel-Sequel-Geschehnisse integriert werden.

Eine Gestalt mit einer Geistermaske. Es handelt sich um den Ghostface-Killer aus dem Film Scream (2022)
Ghostface wetzt erneut das Messer. © 2022 Paramount Pictures Germany

Neue Gesichter, alte Stärken

Wie schon in Williamsons Originalskript sind die Figuren zwar nicht allesamt bis ins letzte Detail auserzählt, aber bekommen genug Vertiefung, sodass sie einem nicht egal sind. Im Gegensatz zu anderen Genre-Vertretern gelingt es somit auch dem 2022er- Scream, Charaktere zu schaffen, deren Tode nicht spurlos an den Zuschauer:innen vorbeigehen. Die Besetzung von Jenna Ortega als Tara ist ein erster Coup der Produzenten. Ihrem Schicksal folgt man gebahnt, weil sie zum einen als Figur genug Fleisch bekommt, damit uns ihr Schicksal interessiert. Zum anderen ist sie trotz ihrer handlungsbedingten Begrenztheit geschickt in die Ereignisse eingebunden. Die Beziehung zu ihrer Schwester Sam, gespielt von Melissa Barrera, kann zudem ebenfalls überzeugen. Als ältere Schwester mit einer Backstory, die aus Spoilergründen hier unerwähnt bleiben soll, kann Barrera ebenso überzeugen wie als final girl.

Jack Quaids Richie bekommt als Sams Freund zwar weniger Charaktervertiefung, kann dafür allerdings seine ihm vom Skript zugedachte Funktion recht ordentlich erfüllen. Aus der Teenie-Clique können sich außerdem Jasmin Savoy Brown und Mason Gooding in den Vordergrund spielen. Die Zwillingsgeschwister Mindy und Chad übernehmen die Funktion von Jamie Kennedys Randy und auch dies wird geschickt in die Gesamthandlung eingebettet. Allerdings dürften Fans des Originals am Ende zu der Erkenntnis kommen, dass die Clique damals wesentlich griffiger und authentischer agieren durfte. Wo an dieser Stelle ein erster, kleinerer Kritikpunkt erwähnt wird, soll im folgenden Absatz noch ein Blick auf weitere Aspekte des Films erfolgen.

Ein blondierte Haare tragender junger Mann mit Handy am Ohr sitzt auf einer Bank in Scream(2022), dahinter eine Frau mit brünett-schwarzen Haaren.
Zwei der neuen Gesichter: Wes (Dylan Minette) und Amber (Mikey Madison) © 2022 Paramount Pictures Germany

Der kritische Blick auf Scream (2022)

Einer der etwas größeren Kritikpunkte an der Reihe sind die Kills, denn schließlich zückt Ghostface fast ausschließlich das Messer und ist beim Töten wenig kreativ. Diese Schwäche schafft auch der fünfte Teil nicht aus der Welt. Allerdings sind die Kills ebenso blutig wie die in Scream 4, dabei allerdings noch eine deutliche Spur sadistischer und fieser. Die FSK kam zu einer Altersfreigabe ab 16 Jahren, die Genre-Fans nicht abschrecken darf. Viel eher verwundert diese Freigabe, die der Film vollends ausschöpft. Es wäre nicht zu hart gewesen, wenn lediglich Erwachsene in den „Genuss“ von Scream kommen dürften.

Wer neben dieser leichten Neuerung noch weitere Innovationen erwarten sollte, könnte ein wenig enttäuscht werden. Den Vorwurf, der Film ruhe sich zu sehr auf den Stärken der Reihe, vor allem des Originals, aus, kann er nicht gänzlich ausräumen. Audio-visuell allerdings sind Kameramann Brett Jutkiewicz und Komponist Brian Tyler absolut auf hohem Niveau, denn der Film sieht wirklich gut aus und auch der Score bietet alt bekannte Motive sowie die Tyler-üblichen Kompositionen mit Wiedererkennungswert.

Die 4K-Disc auf Herz und Nieren geprüft

Erwartungsgemäß ist das Bild der UHD-Disc, welche uns vorlag, aus technischer Sicht tadellos. Mit DolbyVision und HDR-10 befinden sich die beiden Standard-HDR-Formate auf der UHD. Vor allem der knackige Schwarzwert und der scharfe Kontrast überzeugen, während die Filmkörnung noch ganz fein dargestellt wird. In Sachen Farbpracht allerdings bietet die 4K-Disc nichts Außergewöhnliches. Kritik muss leider erneut an der Tonspur-Veröffentlichungspolitik von Paramount geübt werden. Denn sowohl auf der 4K-UHD als auch auf der beiliegenden Blu-ray ist der deutsche Ton lediglich in einer Dolby Digital 5.1-Abmischung vorhanden. HD-Ton gibt es nur bei Auswahl der englischen Originalspur. Ein Umstand, der besonders bei Scream negativ ins Gewicht fällt, denn die deutsche Synchro des Ghostface-Killers ist der Originalstimme absolut ebenbürtig.

Beim Blick auf das recht übersichtliche Bonusmaterial, bestehend aus wenigen „entfallenen Szenen“ oder einem Audiokommentar der Regisseure und Drehbuchautoren, ist leider bestenfalls Standard. Gerade das Fehlen eines ausführlichen Making-ofs ist bei einem Horrorfilm äußerst schade. Die Veröffentlichung als UHD-Steelbook, welches auf den ersten Bildern optisch extrem stylisch aussieht sowie die Qualität des Hauptfilms dürften allerdings Kaufargumente genug für Sammler:innen sein.

Unser Fazit zu Scream (2022)

Die Skepsis war groß. Eine späte Fortsetzung, elf Jahre nach Teil 4, dazu ohne die Beteiligung des verstorbenen Wes Craven – da hätte einiges schiefgehen können. Doch Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett können dem Franchise einen sehr überzeugenden Eintrag hinzufügen. Von der Qualität reiht sich der 2022er Scream direkt hinter Teil 2 ein. Dafür verantwortlich sind das gekonnte Spiel mit Erwartungen an das Genre und die Tropen der Reihe. Ob einem die neue Clique nun weniger zusagt, als die um Sidney, Billy und Stu aus dem Original, muss jeder für sich selbst entscheiden. Als Horror-Slasher funktioniert der Film richtig gut und gehört somit zu den besten Beiträgen der immer noch anhaltenden Nostalgie-Revival-Welle.

Unsere Wertung:

 

Scream ist seit dem 31. März 2022 digital zum Kauf erhältlich. Am 28. April erscheint der Film als DVD, Blu-ray und 4K-UHD-Blu-ray, auch im sehr stylischen Steelbook, welches vereinzelt noch geordert werden kann.

 

 

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