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Boy Missing

Was würdest Du tun, wenn jemand dein Kind entführt hätte, aber die Polizei den Täter wieder freilässt? Secuestro – Selbstjustiz einer Mutter gibt die Antwort.

TitelBoy Missing – Secuestro
Jahr2016
ProduktionslandSpanien
RegieMar Targarona
DrehbuchOriol Paulo
GenreThriller
DarstellerBlanca Portillo, Antonio Dechent, Vicente Romero
Länge105 Minuten
FSK(noch nicht geprüft)
VerleihSony Pictures España (noch nicht in Deutschland erschienen)

Der Plot von Boy Missing

Der taub-stumme Junge Victor wird blutverschmiert und verwirrt auf einer Landstraße gefunden. Was genau ist ihm zugestoßen? Auf der Polizeistelle vertraut Victor der Polizei und seiner Mutter Patricia an, dass ein Mann ihn vor der Schule entführt habe. Allerdings konnte er sich aus seinem Gefängnis befreien und fliehen. Überraschend schnell ist der mögliche Täter anhand eines Phantombilds überführt. Doch der verdächtige Charlie, den finanzielle Sorgen plagen, scheint ein stichfestes Alibi zu haben.

Kritik

Das spanische Thriller-Genre hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Geheimtipp gemausert. Mit verlässlicher Konstanz erscheinen handwerklich hochwertige und twistreich erzählte Suspense-Filme, die oftmals mit einer interessanten kriminalistischen Grundidee aufwarten. Filme wie The Body, Der unsichtbare Gast oder Julia’s Eyes sind hierfür drei gute Beispiele. Nicht zufällig stehen hinter diesen Filmen oftmals dieselben Verantwortlichen.

Auch Secuestro bzw. Boy Missing startet mit einem rätselhaften Verbrechen – der Entführung eines Kindes. Ungewohnt frühzeitig löst sich jedoch das anfängliche Mysterium in eine allem Anschein nach klare Tat mit nachvollziehbarem Motiv auf. Mutter Patricia jedenfalls hat ihren Schuldigen gefunden. Daher trachtet Sie danach, den Verdächtigen im Zweifelsfall sogar mit eigenen Mitteln seiner gerechten Strafe zuzuführen.

Secuestro ist ein clever und fintenreich geschriebener Thriller, der den Zuschauer allerdings schnell in Sicherheit wiegt. Altbekannte Erzählmuster um ein Verbrechen und polizeiliche Aufklärung werden abgearbeitet, ohne dass sich der hochtalentierte Drehbuchautor Oriol Paulo damit schon in die Karten gucken ließe. Denn in der zweiten Hälfte entpuppt sich das Geschehen als ungemein doppelbödiger Kriminalfilm. Plötzlich spielt die Polizei nur noch die zweite Geige hinter zwielichtigen Gangster- und Selbstjustiz-Machenschaften.

Während der Plot und seine Entfaltung über die gesamte Spielzeit durchaus zu gefallen wissen, ist die Inszenierung eher uninspiriertes Mittelmaß. Eine bedrückende Atmosphäre, eine nägelkauende Spannung kommt selten auf. Wahrscheinlich ist dies auch unglücklicherweise dem geschuldet, dass Secuestro lange Zeit so vermeintlich offensichtlich erzählt wird, dass sich wenig Neugier auf den Ausgang aufbauen kann. Erst spät greifen Rückblenden und Perspektivwechsel so ineinander, dass der Zuschauer sich zum Miträtseln eingeladen fühlt.

Als emotionales Zentrum erscheint vordergründig natürlich die Beziehung zwischen Mutter Patricia und Sohn Victor. Doch der sensible, durch seine Behinderung eingeschränkte Junge bleibt dem Zuschauer ebenso verschlossen wie die hemdsärmelige Anwältin Patricia, die sich in ihrer männerdominierten Berufswelt eine harte Außenhaut zugelegt hat.

Unser Fazit zu Boy Missing

Insgesamt wirkt Mar Targaronas Spielfilmdebüt Secuestro (Boy Missing) aus diesen genannten Gründen einfach zu unterkühlt bzw. emotional distanziert, um wirklich über die volle Spielzeit mitreißen zu können. Allerdings fällt die gesamte Produktion dieses spanischen Thrillers wieder einmal hochwertig aus. Darüber hinaus passt der Twist letztlich gut ins Geschehen, in dem alles nicht so einfach ist, wie es zunächst scheint.

Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

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© Sony Pictures

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