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Shin Godzilla

Das größte Filmmonster aller Zeiten bescherte Splendid Film in Asien einen atemberaubenden Erfolg, als erfolgreichster Godzilla Film aller Zeiten! Kann er auch in Europa überzeugen?

Titel Shin Godzilla
Jahr 2016
Produktionsland Japan
Regie Hideaki Anno & Shinji Higuchi
Drehbuch Hideaki Anno
Genre Kaijû-Action
Darsteller Hiroki Hasegawa, Yutaka Takenouchi,
Satomi Ishihara
Länge 118 Minuten
FSK Ab 12 Jahren freigegeben
Verleih Splendid Film

Der bereits 31. Godzilla Film (inkl. der US-Versionen) lief weltweit sehr erfolgreich, war jedoch für den deutschen Markt nicht vorgesehen. Doch nach dem bisherigen Verlauf gab es wenige Vorstellungen in ausgewählten Kinos. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Das Kaiju-Genre („seltsame Bestie“) dürfte jedem ein Begriff sein, Figuren wie King Kong, Godzilla oder King Ghidorah hat man schon mal irgendwo gehört. Und so muss man diesen Film auch angehen, Realismus, besonders durchdachte Drehbücher, tiefgreifende Charaktere oder dergleichen darf hier niemand erwarten.

Ich persönlich kenne zwar die alten Godzilla Filme, habe jedoch nur 1-2 davon gesehen, wirklich gegenwärtig sind mir die Interpretation von Roland Emmerich aus 1998 und der letzte Godzilla (2014) von Gareth Edwards. Ersterer konnte mich als Film an sich ganz gut unterhalten, als Film der Reihe jedoch ist er völlig wertlos. Der andere hat schon wesentlich mehr von dem original Monster und gefiel mir daher wesentlich besser, doch richtig überzeugen konnte auch dieser mich nicht, denn der Hauptprotagonist war für meinen Geschmack viel zu selten zu sehen.

Nun also mein 3. Anlauf mich in diese historische-Kultserie hinein zu versetzen. Die Story ändert sich wie immer kaum, ein großes dinosaurierähnliches Monster steigt aus dem Meer und verwüstet Tokio. Die Existenz und das Erscheinungsbild werden durch Radioaktivität erklärt, so kann der Godzilla aus 2016 wohl alle Elemente in Radioaktivität umwandeln und diese als Energiequelle nutzen. Luft und Wasser reichen völlig aus um zu übeleben, Nahrung zu sich nehmen muss er nicht.

Schrott in "Shin Godzilla" von ©Splendid Film
Schrott in „Shin Godzilla“ von ©Splendid Film

Eines Tages kriecht ein riesiges Tier, irgendwo zwischen Wal und Echse anzusiedeln durch eine Hafenstadt und verwüstet alles. Es hat Vorderflossen und Beine, riesige Zacken auf dem Rücken, Kiemen und einen Kopf der an eine Art Brachiosaurus erinnert. Die Führungsriege der japanischen Regierung geraten, genau wie die Bevölkerung in Panik und debattieren darüber, wie man denn am besten vorgehen solle. Die einen wollen es vertreiben, die anderen einfangen und ausstellen, wieder andere favorisieren die totale Vernichtung der Kreatur. Der Premier-Minister sitzt mitten drin und ist heilos überfordert. Eine erste Angriffswelle von Hubschraubern wird gerade noch abgeblasen, weil noch Zivilisten vor Ort sind. Kurz darauf durchläuft das Wesen eine Metamorphose und verschwindet im Meer.

Als es zurück kommt, hat es Arme, läuft auf 2 Beinen und ist riesengroß (118,4 Meter) und damit 10,5 Meter größer als der aus 2014 und sogar 58,5 Meter größer als Roland Emmerichs Kreation. Er läuft geradewegs auf Tokio zu und nun müssen schnelle Entscheidungen her.

Godzilla in "Shin Godzilla" von ©Splendid Film
Godzilla in „Shin Godzilla“ von ©Splendid Film

Hier zeigt sich meiner Meinung nach eine der größten Stärken des Streifens, es wird minutiös und detailliert gezeigt, wie Entscheidungsfindung in der Politik vonstatten geht. Debatten, Abstimmungen, Abwägungen usw. Alles zieht sich endlos in die Länge, dazu kommen Rangkämpfe, persönliche Sorgen und das ständige Einmischen der USA als „Weltpolizei“ und später der Vereinten Nationen, gegen die Regierung Japans stets machtlos ist. Auf eigenem Territorium. Wer sich in der Geschichte des Landes und der Mentalität der Menschen dort ein wenig auskennt, der weiß, dass es für sie kaum schlimmere Szenarien gibt.

Nach einiger Zeit hat man sich durchgerungen das Wesen dem Erdboden gleich zu machen und so feuern zuerst die MGs der Hubschrauber, danach die Panzer, dann wieder die Hubschrauber mit immer größer werdenden Lenkwaffen, die Fliegerstaffeln mit Raketen und schließlich feuert auch die Marine aus allen Rohren auf Godzilla…

Boss-Kampf in "Shin Godzilla" von  ©Splendid Film
Boss-Kampf in „Shin Godzilla“ von ©Splendid Film

Hinter den Kulissen beginnt nun ein Wettlauf mit der Zeit und ein Ringen gegen die Vereinten Nationen unter der Führung der USA, die Nuklearwaffen einsetzen wollen (gerade für Japan nach dem 2. Weltkrieg der absolute Super GAU)!

Wie ich bereits oben erwähnt habe, konnte mich bisher kein Film der Reihe wirklich überzeugen, ich verstehe allerdings die Faszination und bin großer „King Kong“ Fan. Daher musste ich trotzdem erneut ein Kino aufsuchen um zu sehen wie diese Interpretation gelungen ist. Es handelt sich immerhin um das größte Filmmonster aller Zeiten, welches sogar zum Teil mit handgemachten und zum natürlich mit CGI-Effekten dargestellt wurde!

"Shin Godzilla" von ©Splendid Film
„Shin Godzilla“ von ©Splendid Film

Und ich muss sagen ich bin positiv überrascht, die Darstellung von Godzilla ist die bisher beste, die ich gesehen habe. Gepaart mit den Szenen in der Regierung und einem bisher nie dagewesenen Realismus, kratzt der Streifen, was dieses spezielle Genre angeht, ganz oben an der Krone. Verglichen mit „Kong“ fehlt mir hier zwar die atemberaubende Dschungel-Kulisse und andere Wesen drum herum, aber wenn man weiß was man zu erwarten hat, dann muss einem dieser Film einfach gefallen. Die schauspielerischen Leistungen sind fast alle von hoher Qualität, für einen europäischen Kinobesucher muten hier eventuell die ein oder anderen Reaktionen oder Mimiken etwas merkwürdig an, das Publikum im Saal musste auch ein paar mal lachen.

Dennoch wirkt alles was mit den Menschen dort zu tun hat absolut realitätsnah und glaubwürdig. Zum Ende hin wird es für den ein oder anderen evtl. etwas langatmig, ich fand das jedoch wichtig für die Story. Nur das Ende an sich hat mich dann leider nicht ganz überzeugen können, um Spoiler zu vermeiden, gehe ich jedoch nicht näher darauf ein. Alles in Allem gibt es von mir wohlverdiente 4 von 5 Sterne und ich kann jedem, der es nicht ins Kino geschafft hat nur raten, sich „Shin Godzilla“ auf einem möglichst großen Bildschirm anzuschauen, sobald er auf dem Markt erhältlich ist. Das Warm-up zum Megafight gegen „Kong“ ist absolut gelungen!

Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

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Hier könnt Ihr den Film selbst bewerten:

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© Splendid Film

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