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Auf dem Bild erkennt man Dr. Phil wie er Jimmy einen Ratschlag geben möchte

Erster Eindruck zu Shrinking

Nach der großen Erfolgsgeschichte von Ted Lasso tun sich Bill Lawrence und Brett Goldstein erneut für eine Apple-TV-Show zusammen, um mit Shrinking ihren nächsten Coup zu forcieren. Gelingt ihnen hiermit direkt das nächste Serien-Highlight?

Shrinking — Official Teaser | Apple TV+

TitelShrinking
Jahr2023
LandUSA
RegieJames Ponsoldt
DrehbuchBill Lawrence, Brett Goldstein, Jason Segel
GenreSerien (Komödie, Drama)
DarstellerJason Segel, Harrison Ford, Jessica Williams, Christa Miller, Lukita Maxwell
Länge10 Folgen mit je 30-40 Minuten
FSKab 12 Jahren freigegeben
VerleihApple TV+
Auf dem offiziellen Plakat von Shrinking sieht man Phil, wie er versucht Jimmy ein Lächeln zu verpassen
Das offizielle Plakat von Shrinking © AppleTV+

Shrinking – Die Handlung

In Shrinking geht es um Jimmy (Jason Segel), einen trauernden, emotional aufgewühlten Therapeuten, der nach einem persönlichen Verlust beginnt, die Regeln mit seinen Patient:innen zu brechen. Er gibt die einfühlsame, klinische Methodik seiner Ansprachen für seine Klient:innen auf und offenbart seine wahren, unverfälschten Gedanken. Kurz gesagt: Er sagt genau das, was er denkt. Dieser Strategiewechsel verändert nicht nur das Leben der Menschen, die sich ihm anvertrauen. Es steht auch im Widerspruch zu den gängigen Methoden seiner Zunft.

Einer seiner skeptischen Kollegen ist sein Chef und Mentor Dr. Phil Rhodes (Harrison Ford), welcher auch mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen hat: Er leidet nämlich unter Parkinson. Genau wie Jimmy muss er sich auf eine neue Realität einlassen. Gedanken rund um sein Erbe, seine Familie und seine Schützlinge Jimmy und Gaby (Jessica Williams) umkreisen ihn. Jimmy stellt nicht nur der Umgang mit seinen Patient:innen vor Herausforderungen. Er hat sich nach seinem Verlust auch von seiner Tochter Alice (Lukita Maxwell) sowohl physisch als auch emotional distanziert. Und im eigenen Haushalt gilt es die Wogen zu glätten, damit er seine Tochter nicht an seine Nachbarin Liz verliert (Christa Miller).

Erster Eindruck zu Shrinking

Dieser Beitrag beschäftigt sich ausschließlich mit den ersten drei Folgen der Serie. Dementsprechend ist die Kritik auch nur auf den Auftakt bezogen und soll dazu dienen, den Lesern eine Hilfestellung bei der Entscheidung zu geben, ob sich auf Basis der ersten Eindrücke ein Blick rentiert.

Humor ist die beste Therapie gegen Trauer

Comedy-Serien haben eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt: Heute werden die Charaktere nicht mehr nur in verzwickte Situationen gesteckt und eine Pointe nach der nächsten verpulvert, vielmehr wagen sie seit geraumer Zeit sich mehr und mehr dem Dramatischen anzunähern. Geschichten von Trauer, Tod und den Kämpfen mit der eigenen mentalen Gesundheit rücken in den Vordergrund. Die guten unter den modernen Comedyserien beherrschen die Kunst, die Themen mit einem lockeren Humor anzugehen, ohne die Ernsthaftigkeit aus den Augen zu verlieren.

Drehbuchautor und Co-Creator Bill Lawrence gelang das schon mehrfach. Mit Scrubs – Die Anfänger brachte er Humor in den oft niederschmetternden Alltag am Sacred Heart Krankenhaus. In Ted Lasso drängte der Humor in den Fußball und in das von Problemen geplagten Privatleben aller Beteiligten. Mit Shrinking liefern er und Großbritanniens liebster Grummelbär Brett Goldstein eine hervorragende Mischung aus urkomischen Situationen, in die Jimmy hineingerät und der emotionalen Achterbahnfahrt aller Charaktere. Was Scrubs und Ted Lasso auszeichnete und auch hier wieder zu spüren ist: Da steckt Herzblut darin.

Auf dem Bild sieht man einen angespannten und nachdenklichen Dr. Phil Rhodes. Seine Lesebrille ist auf seine Stirn hochgezogen.
Dr. Phil Rhodes zeigt sich angespannt, aufgrund der Veränderungen in seinem Leben. Shrinking © AppleTV+

Ein überzeugendes Starduo

Damit die Kombination aus Lachern und Tränen nahegeht, greifen Lawrence und Goldstein auf ein bunt zusammengewürfeltes Ensemble zurück: Jason Segel als impulsives Fass Jimmy funktioniert ausgezeichnet. Als chaotischer Therapeut, der seine unterdrückten Emotionen unter Kontrolle kriegen muss, nimmt er uns mit auf eine spannende Reise durch seine Gefühlswelt. Wir beobachten voller Freude seine unorthodoxen Methoden mit seinen Klient:innen, wie zum Beispiel mit Sean (Luke Tennie), dessen Aggressionsprobleme mit Mixed Martial Arts bekämpft werden sollen. Segel setzt damit seinen starken Lauf im Serienbusiness fort nach Dispatches from Elsewhere und Winning Time. Seine RomCom-/Marshall Eriksen-Vergangenheit ist Geschichte.

Die spannendste Besetzung in Shrinking ist allerdings ein Altstar Harrison Ford als zynischer Dr. Phil Rhodes. Es ist erfrischend älter gewordene Darsteller:innen in Formaten zu erleben, in denen sie nochmals neue Facetten offenbaren und von ihren alten Rollenprofilen abweichen. Hier ist Ford kein Wissenschaftler, kein Outlaw, kein gesuchter Mann – kurzum: er ist mal kein Held. Mit Zynismus und einer ordentlichen Portion Sarkasmus präsentiert sich Harrison Ford von seiner besten Seite und ist ein Highlight der Show. Eine wunderbar ambivalente Performance, mit der er sich in die große Riege von Altstars in TV-Serien wie Henry Winkler (Barry), Michael Douglas (The Kominsky Method) oder Steve Martin (Only Murders in the Building) einreiht.

Wer sollte sich Shrinking nicht entgehen lassen?

Wer schon mit Scrubs und Ted Lasso sehr viel Spaß hatte, sollte Shrinking nicht verpassen. Wie bei beiden Lawrence-Vorgängerprojekten, entfaltet sich schnell eine eigene Dynamik und man gewinnt die Figuren in Windeseile lieb. Die Auseinandersetzung mit dem Alltag von Therapeut:innen, sowohl innerhalb er Praxis als auch in den eigenen vier Wänden, bringt viel humoristisches und dramatisches Potenzial. Allein Jimmy, Phil und Gaby mit ihren Patient:innen interagieren zu sehen, bereitet in den ersten Episoden Momente, die man sich merken wird. Darüber hinaus baut sich zwischen allen Figuren auch unmittelbar eine Dynamik auf, die von Folge zu Folge noch facettenreicher wird. Seien es die Interaktionen mit Alice und Liz, Liz und Gaby oder Phil und Alice. In den kurzweiligen Halbstündern macht man an der Seite der Handlungsträger einige Hochs und Tiefs mit

Unser vorläufiges Fazit zu Shrinking

Shrinking überzeugt in seinen ersten drei Episoden auf ganzer Länge: Der Mix aus emotional ambivalenten Figuren, treffsicherem Humor und einer originellen Charakterdynamik, kreiert eilends eine Wohlfühl-Atmosphäre. Binnen weniger Szenen fühlt man sich im Setting angekommen. Die Probleme der Figuren hört man sich gerne an und so wird man quasi selbst zu einer Art Therapeut. Die liebevollen Charaktere möchte man am liebsten direkt umarmen. Dieses Gefühl kreieren besondere Serien, die sofort mit offenen Karten spielen und ihr Potenzial nicht verstecken. Shrinking gehört in seinen ersten Folgen in diese Kategorie! Zuversicht ist da, dass es genauso weitergeht.

Shrinking startet am 27.01.2023 mit drei Folgen bei AppleTV+. Danach geht es jeweils am Freitag mit einer neuen Folge weiter!

Unsere Wertung:

 

 

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