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Silo [Erster Eindruck]

Apple hat sich eine weitere Buchreihe geschnappt, um daraus eine Serie zu machen. Diesmal handelt es sich um Silo, eine dystopische Science-Fiction-Geschichte, bei der viele Zutaten bekannt anmuten. Kann der Auftakt dennoch neue Reize bieten?

Silo — Official Teaser | Apple TV+

TitelSilo
Jahr2023
LandUSA
RegieMorten Tyldum
DrehbuchGraham Yost
GenreSerien (Science Fiction)
DarstellerRebecca Ferguson, Common, Harriet Walter, Chinaza Uche, Avi Nash, David Oyelowo, Rashida Jones, Tim Robbins
Länge10 Folgen mit je ca. 50 Minuten
Altersempfehlungab 16 Jahren freigegeben
VerleihApple TV+
Das Key Art der neuen Sci-Fi-Serie Silo.
Das Key Art der neuen Sci-Fi-Serie Silo © Apple TV+

Silo – Statt Fox-Film nun Serie bei Apple TV

Die Grundlage der neuen Science-Fiction-Serie ist eine Buchreihe von Hugh Howey, deren drei Teile im Deutschen Silo, Level und Exit heißen und bereits vor über 10 Jahren erschienen und von 20th Century Fox für eine Verfilmung optioniert wurden. Nach der Übernahme durch den Disney-Konzern wurde das Projekt fallengelassen und von der Konkurrenz von AMC und anschließend der mit dem Apfel-Logo übernommen. Im Gegensatz zur ursprünglichen Planung ging dann hier 2021 eine Serie in Produktion und kein Film. Da die Serie nun den Titel des ersten Teils trägt, kann man durchaus schon jetzt spekulieren, dass Apple hier mehr als eine Staffel im Sinn hat. Doch um was geht es in den Büchern und damit nun auch in der Serie überhaupt?

Die Romanreihe beschreibt eine Zukunftsvision, in der die Menschen unter der Erde in einem Silo, das aus 144 Stockwerken besteht, leben. Keiner der Menschen kennt die Welt außerhalb des Silos, weshalb diese für die Menschen ein großes Rätsel darstellt. Um zu überleben, muss man die strengen Regeln des Silos befolgen. So ist ein Kinderwunsch nur dann möglich, wenn man bei einer Lotterie gewinnt. Doch einige Wenige halten sich nicht an die Regeln und träumen verbotenerweise von einem Leben außerhalb des Silos. Für Juliette Nichols (Rebecca Ferguson), die für die Sicherheit im Silo verantwortlich ist, wird dies zu einer lebensbedrohlichen Gefahr.

Erster Eindruck zu Silo

Dieser Beitrag beschäftigt sich nun ausschließlich mit den ersten beiden Folgen der Serie, die am deutschen Starttag zu sehen sein werden. Dementsprechend ist die Kritik auch nur auf den Auftakt bezogen und soll dazu dienen, den Lesern eine Hilfestellung bei der Entscheidung zu geben, ob sich auf Basis der ersten Eindrücke ein Blick rentiert.

World Building aus dem Dystopie-Baukasten

Vorweg: Der Autor der Rezension hat die Romanreihe nicht gelesen, hat aber viele Serien der letzten Jahre gesehen, die auf den ersten Blick mit einem ähnlichen Szenario eröffnen. Eine Gesellschaft, auf engsten Raum zusammengepfercht und vieles über die Hintergründe ist erstmal im Vagen belassen?

Da klingeln doch bei vielen die Zug- ähm Alarmglocken. Vieles im Auftakt der neuen Apple-Show weckt einerseits eindeutige Erinnerungen an Snowpiercer – sowohl die Serien- als auch Filmversion. Die gesellschaftliche Untergliederung und das Klassensystem sind zwar nicht so ausgeprägt und vordergründig, aber dennoch stellen sich schnell die gleichen Fragen, die man als Zuschauer:in auch zu Beginn der Geschichte rund um den Endzeit-Zug hat. Eine weitere Reminiszenz ergibt sich zu High-Rise. Dort spielte das ganze Geschehen in einem Hochhaus, nun eben in die entgegengesetzte vertikale Richtung. Und auch an den etwas nischigeren Der Schacht, den man bei Netflix streamen kann, wird unweigerlich zu denken sein, sollte man den Film gesehen haben.

We do not know why everything in the Silo is like it is.

Ist damit Silo nun ein lauwarmer Aufguss oder gar eine dreiste Kopie? Nun, streng genommen haben sich auch die genannten Vorbilder ihrerseits schon von Klassikern der Sci-Fi-Literatur inspirieren lassen. George Orwell ist aus allen Dystonien nicht wegzudiskutieren. Die Themen, die behandelt werden sind so komplex und vielschichtig, dass mit der passenden Umsetzung auch für eine weitere Verfilmung Raum besteht. Und Apple macht, wie sich inzwischen herauskristallisiert hat, bei solchen Projekten keine halben Sachen: Der Produktionswert ist einmal mehr sichtbar hoch, die Ambitionen deutlich zu erkennen. Auch der Cast kann sich mehr als sehen lassen und da Showrunner Graham Yost in Sachen Spannungsaufbau einiges an Erfahrung mitbringt, darf man sicher sein, dass auf inszenatorischer Ebene hier auch nichts dem Zufall überlassen wird.

Rebecca Ferguson in Silo mit fragender Miene.
Rebecca Ferguson ist zu Beginn noch im Hintergrund © Apple TV+

Die Klaustrophobie packt, das Mysterium schwelt

Die Welt innerhalb des Silos sieht wahnsinnig authentisch aus, da man das Gefühl hat, sie ist wirklich belebt. Das Gefühl unter der Erde gefangen zu sein, schwappt sofort aufs Publikum über. Die Schwere der Beton-Architektur, die etwas vom retro-futuristischen Charme von Loki versprüht, passt perfekt zum einengenden Gefühl. Sonnenlicht? Fehlanzeige. Das man im Pilot erst einmal den Fokus auf wenige Charakteren belässt, ist auch ein kluger Schachzug, denn so wirkt die Exposition einigermaßen organisch integriert. Die Spielregeln der Welt von Silo werden Stück für Stück erklärt, gleichzeitig aber viele Rätsel aufgebaut und Mysterien generiert, die es dann in den folgenden Folgen zu entschlüsseln gilt.

Erst am Ende der Auftaktfolge nach einem kleinen Paukenschlag, der wohl die Richtung der Handlung entscheidend vorgibt, lernen wir die Protagonistin kennen, die von Rebecca Ferguson gespielt wird. Noch ist es etwas früh, um etwaige Rückschlüsse zu ziehen, aber ihre Figur ist augenscheinlich das Pendant zur Jennifer-Connelly-Rolle in Snowpiercer: Sie hat in gewisser Weise Verantwortung und ist das Bindeglied zwischen den Bewohnern und den potentiellen Mächtigen im Hintergrund. Das Mysterium um ihre Rolle wird maßgeblich auch darüber entscheiden, ob die Serie die Spannung aufrecht halten kann, die der starke Pilot vorgelegt hat.

Wer sollte sich Silo nicht entgehen lassen?

Silo ist ohne jeden Zweifel in diesem Jahr eines der ambitioniertesten Projekte von Apple und dementsprechend hoch dürfen und müssen die Erwartungen sein. Der Score ist stark, die Infohäppchen, die einem nach und nach hingeworfen werden sind perfekt dosiert und der Cast über jeden Zweifel erhaben. Wer also mit den oben genannten Beispielen und ähnlichen Gedankenspielen den düsteren Blick gen Zukunft nicht scheut, wird hier mit einer weiteren, starken Apple-Serie belohnt. So zumindest der Eindruck nach den beiden ersten Episoden. Auch Divergent-Fans werden mit dem Look and Feel sicherlich etwas anzufangen wissen. Und auch wenn es an dieser Stelle noch sehr spekulativ ist: Man wird auch den Eindruck nicht los, dass hier ein Hauch von Shyamalan in der Luft liegt…

Unser vorläufiges Fazit zu Silo

Zehn Folgen wird die erste Staffel haben, zwei liegen diesem ersten Eindruck zugrunde. Es ist dementsprechend früh für eine Wertung, aber das Bauchgefühl sagt, dass die Macher wissen, wo sie hinwollen und der Erfolg der Vorlage stimmt ebenfalls optimistisch. Die Figuren werden gut eingeführt, die Spannung ist sofort da und lässt einen nicht mehr los. So muss ein Serienauftakt sein. Lediglich Leuten mit Angst in engen Räumen sollte man eine Warnung mit auf den Weg geben. Ansonsten darf sich jeder ab dem 5. Mai guten Gewissens dieser Dystopie hingeben.

Silo startet am 5. Mai bei Apple TV+ mit zwei Folgen und geht danach im Wochenrhythmus weiter!

Unsere Wertung:

 

 

Silo (Silo 1): Roman
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