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Das von Pete geschaffene Arzneimittel greift den menschlichen Organismus aggressiv an. | SKINLESS © Dirt'nDust Films

Skinless (2013)

Dirt’nDust Films veröffentlicht nach Weakness Of A Sick Mind mit Skinless einen weiteren Indiestreifen, der sich erneut als Mischung aus Drama und Horror präsentiert und mit schleimig-triefenden Melting-Effekten punkten kann.

TitelSkinless
Jahr2013
ProduktionslandUSA
RegieDustin Wayde Mills
DrehbuchDustin Wayde Mills, Brandon Salkil
GenreHorrorDrama
DarstellerBrandon Salkil, Erin R. Ryan, Dave Parker, Allison Egan
Länge80 Minuten (uncut)
FSKungeprüft (uncut)
VerleihDirt’nDust Films
Das Cover entstammt wieder der Feder des Underground-Künstlers Martin Trafford. | SKINLESS © Dirt'nDust Films
Das Cover entstammt wieder der Feder des Underground-Künstlers Martin Trafford. | SKINLESS © Dirt’nDust Films

Der engagierte Arzt Peter Peele und seine Kollegin Alice Cross forschen an einem Heilmittel gegen Krebs. Beide stehen scheinbar vor dem Durchbruch, doch Peele, selbst von Krebs befallen, wagt den Selbstversuch…mit schrecklichen Folgen für Körper und Geist.

Die Handlung ist mit Sicherheit nicht sonderlich originell, aber alter Wein mundet in frischen Schläuchen bekanntermaßen ja trotzdem. Ebenso verhält es sich mit Skinless. Er präsentiert die bekannten Versatzstücke auf sympathische und vor allem lockere Art und Weise. Ass and titties, eine gehörige Portion Schleim und Blut und ein nicht außer Acht zu lassender Anflug von Drama machen aus dem Werk eine runde Nummer.

Das von Pete geschaffene Arzneimittel greift den menschlichen Organismus aggressiv an. | SKINLESS © Dirt'nDust Films
Das von Pete geschaffene Arzneimittel greift den menschlichen Organismus aggressiv an. | SKINLESS © Dirt’nDust Films

Gut aufgelegte Mimen

Den Darstellern, allesamt Freunde und Bekannte von Regisseur Mills, ist es zu verdanken, dass der Film spannend und schlussendlich sogar dramatisch wird. Brandon Salkil als Peter Peele tritt anfangs zwar eher als pubertärer Teen auf, denn als ernsthafter Arzt, aber das legt sich mit Eintreten seines persönlichen Dilemmas schnell. Schreitet Skinless immer zielstrebiger Richtung Finale, kommt man nicht umhin, Parallelen zu Cronenbergs Fliege zu ziehen. Die Art und Weise, wie sich Petes Organismus verändert oder auch wie er fortan seine Nahrung zu sich nimmt, erinnern frappierend an Jeff Goldblums Verdauungsschleim. Ebenso spielt die Veränderung seines Wesens eine Rolle, wenn auch keine so bedeutsame wie noch bei Die Fliege, wodurch dennoch eine gehörige Portion Dramatik Einzug findet und den Film zu mehr macht, als einem ekelerregenden Glibberglotzen.

Erin R. Ryan als Kollegin Alice Cross spielt den rationaleren Part des Ärzteduos und mimt ihren Part von platonischer Freundin bis hin zum Opfer überzeugend. Sie dient dem Zuschauer dabei als Identifikation und Leidensgenossin, mit welcher am Ende gefiebert wird. Die restlichen Darsteller (Allison Egan als Olivia und Dave Parker als Neil) füllen ihre doch recht kurze Screentime entsprechend aus und fallen nicht negativ auf.

Für das Budget, die IMDb beziffert es auf 2000$, kann man also nicht meckern. Kostengünstig fällt auch der Drehort aus, denn es wurde hauptsächlich in Mills privaten Haus mitsamt Keller gefilmt. Passenderweise betreiben die Ärzte ihre Forschungen rein privat und ohne große Sponsoren. Dadurch fällt das geringe Budget in Form eines High-Tech-Labors gar nicht weiter auf. Es möge also kein Indiefilm-Zweifler jemals wieder behaupten, dass Ideenreichtum Budget nicht um Längen schlägt.

Die Freundschaft von Peter und Alice wird auf eine harte Probe gestellt. | SKINLESS © Dirt'nDust Films
Die Freundschaft von Peter und Alice wird auf eine harte Probe gestellt. | SKINLESS © Dirt’nDust Films

Handgemachtes für den Splatterfan

Auch wenn sich Skinless tiefgründiger präsentiert als der nächstbeste Wald-und-Wiesen-Splatter, spart er nicht an schaurig-schönen Schmelz- und Verätzungsszenen.

Die Effekte sind dabei zwar immer als solche zu erkennen, überzeugen aber erneut mit Einfallsreichtum. Die Featurette von Mills über die Entstehung seines schleimigen Blutes überrascht mit einfachen Zutaten und animiert glatt dazu, selber herumzuschleimen. Die Nebenwirkungen Peeles’ Arznei erinnern dabei stark an Cabin Fever, insbesondere dem sehr hautgefräßigem dritten Teil. Haut schält sich ab und entblößt Muskelfasern, Gesichter verschmelzen zu undefinierbaren Fleischklumpen und tentakelartige Auswüchse schießen aus Körperöffnungen.

Außerdem gibt es noch die ein oder andere abgefahrene Mutation zu sehen, die in ihrer Biologie Erinnerungen an Carpenters The Thing wach werden lässt. Dabei ist Skinless aber kein nonstop Splatter- und Creaturefest, sondern setzt seine Effekte gut pointiert ein und bettet sie relativ logisch in die Handlung ein. Auch wenn das Finale nicht zum reinen Wortstreit ausartet, überzeugt es doch mit erhöhtem dramatischen Faktor, der sich mehr auf die Psyche und die innere Zwietracht der Protagonisten konzentriert.

Die Schmelz/Creature-Effekte sind in liebevoller Handarbeit entstanden. | SKINLESS © Dirt'nDust Films
Die Schmelz/Creature-Effekte sind in liebevoller Handarbeit entstanden. | SKINLESS © Dirt’nDust Films

Skinless, aber nicht kopflos

Skinless überzeugt mit seiner Mischung aus krudem Body-Horror und Elementen des Dramas. Wer also Filmen mit wenig Budget, aber umso mehr Einfallsreichtum und Herzblut etwas abgewinnen kann, sollte sich The Ballad Of Skinless Pete (so der originale Titel) unbedingt anschauen.

Nach seinem Erstlingswerk Weakness Of A Sick Mind, welches Regisseur Dominik Heit über sein noch junges Label Dirt’nDust Films veröffentlicht hat, schmeißt er schon kurze Zeit später mit Skinless einen Film vom internationalen Indie-Markt unter die geneigten Low-Budget-Fans. Die enthaltenen Extras zeigen Regisseur Mills als sympathischen Typen, der aus dem Nähkästchen plaudert und die verschiedensten Aspekte der Produktion beleuchtet.

Seit Anfang Dezember hat sich das Label übrigens schon den nächsten Genre-Beitrag aus dem Ausland geschnappt. Mit After Midnight wartet eine italienische Horror Anthology auf den geneigten Käufer.

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1 Bewertung
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DriesVanHegen

Name: Tobi | Alter: 28 | Bei Filmtoast seit: Januar 2018 | Aufgabengebiete: Reviews verfassen | Am aktuellen Mainstream völlig desinteressiert, suche ich mein Glück zum großen Teil in den Nischen des vielfältigen Horrorgenres, gerne abgründig und gewalttätig. Allerdings bin ich kein tumber Schlächter, sondern lasse mich ebenso von aufwühlenden Dramen mitreißen oder werde bei dänischem Humor schwach.

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