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Slender Man Szene 2 © 2018 Mythology Entertainment, LLC. All Rights Reserved.

Slender Man

Slender Man ist seit dem 27.12.2018 auf Blu-ray, DVD und als Video on Demand erhältlich. Ich habe mir, als interessierter Fan der Spiele und des Mythos, den Horror-Streifen angeschaut und muss leider sagen, ich bin ziemlich ernüchtert. Lest mehr darüber im Folgenden!

TitelSlender Man
Jahr2018
ProduktionslandUS
RegieSylvain White
DrehbuchDavid Birke, Victor Surge
GenreHorror, Thriller, Fantasy
DarstellerJavier Botet, Joey King, Annalise Basso, Michael Reilly Burke, Kevin Chapman, Jaz Sinclair, Julia Goldani Telles, Alex Fitzalan, Jessica Blank, Taylor Richardson, Kallie Tabor, Miguel Nascimento, Oscar Wahlberg, Angela Hope Smith, Kris Sidberry
Länge93 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihSony Pictures Entertainment
Das Bluray Cover von Slender Man. © Sony Pictures Entertainment
Das Bluray Cover von Slender Man. © 2018 Mythology Entertainment, LLC. All Rights Reserved.

Ich wusste, dass er da war, noch bevor ich ihn gesehen habe…

Die Story von Slender Man

Es heißt, der Slender Man ist für das Verschwinden von zahlreichen Kindern und Teenagern verantwortlich. Doch wie viel Wahrheit steckt hinter diesem Mythos? Diese Frage haben sich vier ahnungslose Freundinnen aus einer kleinen Stadt in Massachusetts gestellt und halten daraufhin ein Ritual ab, um den Mythos der hageren Gestalt auf den Grund zu gehen. Als dann eine von ihnen spurlos verschwindet, macht sich schnell Panik breit. Niemand von ihnen scheint mehr vor dem Slender Man sicher zu sein. Schaffen es die Freundinnen, den Fluch zu brechen?

Ein plumpes Jumpscare-Fest

Der Slender Man in Aktion. © Sony Pictures Entertainment
Der Slender Man in Aktion. © 2018 Mythology Entertainment, LLC. All Rights Reserved.

Wer ein Fable für Creepy Pastas (Horrorgeschichten aus dem Internet) und die Videospiele hat, der wird mit großer Wahrscheinlichkeit bereits über den Namen Slender Man gestolpert sein. Um ihn ränken sich viele durchaus spannende Mythen, die ihr unter anderem hier nachlesen könnt. Die Vorlage für einen ordentlichen Gruselstreifen sollte also gegeben sein. Leider nur wurde aus der reizvollen Grundidee nicht viel gemacht. Viel mehr bekommt man das Gefühl, hier einen The Ring Abklatsch anzuschauen, der obendrein absolut unmotiviert inszeniert ist. Die hagere Gestalt des Slender Man zwischen den knarzenden Bäumen und raschelnden Blättern im dunklen Wald schien im Trailer recht atmosphärisch inszeniert und auch die Effekte schauten durchaus wertig aus. Nur leider wird der Slender Man bei weitem zu inflationär dargestellt, dass der Gruselfaktor recht schnell verfliegt. Hinzu kommen dann noch die vorhersehbaren und überlauten Jumpscares und schnell stellt sich alles andere außer einer spannenden Gruselstimmung ein. Atmosphäre? Fehlanzeige!

Nun beschert der Film zwar einige solide und teilweise spannende Momente, die hinten heraus aber bei Weitem zu harmlos und halbherzig inszeniert wirken und sich in ihrer Summe eher kannibalisieren. Da helfen dann auch die durchaus ordentlichen Jungdarstellerinnen nur bedingt. Diese sind in ihren Rollen grundsätzlich weitestgehend überzeugend, ihre Charaktere bekommen jedoch durch einen großen Haufen an dämlichen Entscheidungen schnell einige Dämpfer.

Das Szenenbild von Slender Man

Der Slender Man auf der Lauer. © Sony Pictures Entertainment
Der Slender Man auf der Lauer. © 2018 Mythology Entertainment, LLC. All Rights Reserved.

Es scheint, als fänden selbst die Belichter den Streifen bei Weitem zu belanglos und haben kurzer Hand entschieden, ihre Arbeit aufzugeben. Das Szenenbild in Slender Man ist nämlich, sogar in belichteten Häusern, unglaublich dunkel gehalten. Nein, nicht so dunkel, wie man es von einem Grusel-Streifen in der Regel erwarten würde. Es ist mitunter beinahe so pechschwarz, dass man überhaupt gar nichts erkennen kann und nur der die Ohren strapazierenden Soundkulisse lauschen kann! Und das ist gerade in einem solchen Film besonders schade. Man erkennt nämlich in einigen Szenen in Ansätzen, wie stimmungsvoll man hier hätte inszenieren können. Wenn der Slender Man irgendwo im dunklen, nebelverhangenen Wald zwischen den Ästen lauert und man als Zuschauer stetig auf der Suche nach der hageren Gestalt ist, dann könnte der Film jede Menge spannende Grusel-Freude erzeugen. Tut er aber nicht.

Die Soundkulisse wird zwar gut aufgebaut, wirkt aber leider oftmals ziemlich drüber, was die effekthascherisch lauten Geräusche anbelangt. In Ansätzen effektiv ist Slender Man vor allem dann, wenn die Geräuschkulisse mal komplett fehlt, was fast nie der Fall ist. Dass an dem Soundtrack ein Ramin Djawadi gearbeitet haben soll, merkt man indes auch zu keinem Zeitpunkt. Der Schöpfer des denkwürdigen und epischen Game of Thrones Soundtracks hat hier leider nur Stangenware abgeliefert. Was letztlich eigentlich wiederum ziemlich gut zu dem Rest des Filmes passt.

Mein Fazit zu Slender Man

Leute, die von klischeehaften und wenig innovativen Streifen mittlerweile übersättigt sind, sollten auf jeden Fall die Finger von Slender Man lassen. Aber auch wer den Videospielen und dem Mythos im Internet hinter der Figur des Slender Man etwas abgewinnen kann und sich vor platten Genre-Konventionen nicht scheut, der wird erkennen, dass dieser Film lediglich lieblos dahingeklatschte Stangenware ist. Obendrein ist das Szenenbild selbst für einen Horrorfilm entnervend dunkel und die Geschichte sowie die Charakterentscheidungen sind hinten und vorne hanebüchen. Dann empfehle ich doch eher, nach den Videospielen zu greifen oder selbst Recherche anzustellen und dem Mythos eigenständig im Internet auf den Grund gehen. Das ist immer noch bei weitem schauriger als dieses… was auch immer hier fabriziert wurde.

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Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

Handlung/Dramaturgie
Figuren/Schauspieler
Ausstattung/Schauplätze
Form
Hintergrund
Vergleich im Genre
Durchschnitt:

Hier könnt Ihr den Film selbst bewerten:

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  yasr-loader

© Sony Pictures Entertainment

FilmFreund

Ein Tag ohne einen Film ist wie ein Sommer ohne Sonne. :)
Filme sind für mich mehr als nur einfacher Eskapismus oder psychedelischer Zeitvertreib; Was jetzt nicht bedeuten soll, dass ich mich mit der Möglichkeit via Filmen andere Leben zu (er)leben nicht auch gerne mitunter vordergründig hingebe.
Ich bin offen für jedes einzelne Genre und lasse mich eigentlich gerne positiv überraschen, greife aber eher zum hundertelfzigsten mal zu einem bekannten Film, statt mich sofort ins "Neuland" zu stürzen.
Mit FilmToast habe ich eine tolle Plattform gefunden, meine Gedanken ansprechend niederzuschreiben und ich freue mich stets über regen Austausch unter Gleichgesinnten, aber ebenso unter Ungleichgesinnten.
Und jedem, der so weit gelesen hat, wünsche ich noch einen tollen Tag.
(^-^)/

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