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So Was Von Da

So Was Von Da ist eine improvisiert adaptierte, deutsche Romanverfilmung nach der Vorlage von Tino Hanekamp. Lest hier nach, inwiefern dieses Konzept aufgeht und ob der Film neben vielen ausufernden Partys auch eine interessante Geschichte zu erzählen hat.

TitelSo Was Von Da
Jahr2018
ProduktionslandDeutschland
RegieJakob Lass
DrehbuchJakob Lass, Tino Hanekamp
GenreDrama, Komödie
DarstellerCorinna Harfouch, Swiss, Niklas Bruhn, David Schütter, Bela B., Leon Ullrich, Martina Schöne-Radunski, Mathias Bloech, Tinka Fürst, Johannes Haas, Lana Cooper, Kalle Schwensen
Länge91 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihDCM Film Distribution
Das offizielle Cover von So Was Von Da. © DCM Film Distribution
Das offizielle Cover von So Was Von Da. © DCM Film Distribution

Gleich wachen wir auf… Wir wischen uns den Schlaf aus den Augen und gehen an den Strand…

Worum geht’s in So Was Von Da?

Für Clubbesitzer Oskar Wrobel (Niklas Bruhn) läuft es zur Zeit alles andere als gut. Seine Freundin hat ihn verlassen, sein Club ist mit 50000€ in der Miese und obendrein schuldet er auch noch dem rücksichtslosen Kiez-Kalle (Kalle Schwensen) 10.000 €. Sein Club, der sich am Ende der Reeperbahn befindet, hat an Silvester zum letzten Mal geöffnet. Also planen Oskar und seine Freunde, es hier noch einmal so richtig knallen zu lassen und sich mit einer unvergesslichen Nacht zu verabschieden. Als hätte Oskar nicht schon genug Probleme am Hals, kommt auch noch seine Ex-Freundin an diesem Abend zu Besuch, seinem Kumpel Rocky (Mathias Bloech) steigt die eigene Berühmtheit zu Kopf und seine gute Freundin Nina (Martina Schöne-Radunski) verliert aufgrund ihrer Erkrankung die Hoffnung. Auch die Innensenatorin (Corinna Harfouch) taucht plötzlich auf und „der tote Elvis“ (Bela B.) gibt sein letztes Konzert. In diesem heruntergekommenen Etablissement, das kurz vor dem Ruin und dem Abriss steht, kommt es zu einer allerletzten und unvergesslichen Sause.

So Was Von Da – Ein gelungener Improvisationsfilm?

Niklas Bruhn als Oskar in So Was Von Da. © DCM Film Distribution
Niklas Bruhn als Oskar in So Was Von Da. © DCM Film Distribution

Regisseur Jakob Lass hat schon mit Tiger Girl einen höchst eigenwilligen und teils sperrigen Film abgeliefert, der aber auch ebenso erfrischend und vom Stil her einzigartig ist. Dasselbe kann man auch über So Was Von Da sagen. Auch hier nutzt Lass wieder das Prinzip der Improvisation und zielt mit seinem Film auf den Zeitgeist ab. So wurden beispielsweise echte Partys in Hamburger Clubs organisiert, in denen den Schauspielern größten Teils ohne Textzwang freie Hand in ihren Darstellungen gelassen wurde. Als Vorbild diente dabei stets die Handlung der gleichnamigen Romanvorlage von Tino Hanekamp aus dem Jahre 2011. Dieser war selbst einmal Clubbesitzer in Hamburg. Alles in allem klingt eine solch improvisierte Herangehensweise ziemlich interessant. Doch ist dieser Versuch auch geglückt? Kurze Antwort: Ja, zumindest wenn man sich auf diesen Film einlassen kann.

So Was Von Da ist kein Film, sondern ein Tipp. Eine große Geschichte wird nicht erzählt und ist quasi nicht existent. Man hangelt sich von einer lautstarken Partyszene zur nächsten. Musikalisch ist hier natürlich vieles Geschmackssache, doch einige Songs machen schon Laune und eine wüste Party-Atmosphäre kommt dank authentischer Location und eindringlichem Sounddesign unvermittelt auf. So Was Von Da kann also schon alleine aufgrund seiner audiovisuellen Wucht punkten und damit Laune bereiten. Die vielen flackernden Neonlichter, die Musik und die mitunter abgehackt wirkenden Schnitte erzeugen im Handumdrehen ein Mittendrin-Gefühl. Auch wenn ich sagen muss, dass ich den Schnitt teilweise etwas arg holprig finde, ist dieser zugleich ein effektives Stilmittel. Als hätte man selbst alle paar Sekunden einen kleinen Filmriss.

Ein Film wie ein Betrunkener

Die letzte große Sause in So Was Von Da. © DCM Film Distribution
Die letzte große Sause in So Was Von Da. © DCM Film Distribution

Wie ein Zecher, der weit über seinen Durst hinaus getrunken hat, mutet auch der Film wie ein Betrunkener an. Schnell beginnt er zu taumeln, den Fokus zu verlieren und sich dem eigenen Rausch hinzugeben. Diese Wirkung der Reizüberflutung und der schwindenden Aufnahmefähigkeit greift auch auf den wehrlosen Zuschauer über, auf den dieses Geschehen eingeballert wird. Zusehends ist man selbst immer benebelter und fragt sich, wo Hinten und wo Vorne ist. So Was Von Da ist also eine rauschhafte Erfahrung.

Die Partygeneration am Pranger

So Was Von Da wirkt genauso schlaflos, rastlos, besinnungslos und mutet ebenso kurzlebig an, wie die hier angeprangerte Partygeneration. Der Streifen benebelt die Sinne und alles versinkt in einem lauten und schrillen Exzess. Neben der knallbunten Szenerie und dem ebenso knallenden Sound geht der zugrundeliegende und mitschwingende Wehmut, den der Film zwischen den Zeilen erzählt, schon fast ein wenig verloren. Vordergründig ist So Was Von Da aber ein waschechter Stimmungsfilm, der schon aufgrund seiner Audiovisualität und des Mittendrin-Gefühls funktioniert. Sofern man einem solchen Film denn etwas abgewinnen kann. Zusätzlich sei noch gesagt, dass jeder, dem bei Worten der heutigen Jugendsprache wie „Digga“ schnell der Geduldsfaden reißt, hier zusehends auf eine harte Probe gestellt wird.

Mein Fazit zu So Was Von Da

Hat man vor dem Streifen noch keinen Kater, wird man ihn danach haben. So Was Von Da erzählt, konsequent verpackt hinter seiner lauten, rauschhaften Fassade, eine schwermütige Geschichte über die heutige Party-Generation. Eine Geschichte, die über weite Strecken sperrig erzählt ist und zu der man mitunter nur mit großer Mühe einen Zugang finden kann. Maßgeblich erleichtert wird einem dieser Zugang durch die, durch Improvisation authentisch aufspielenden, Charaktere. Allen voran Niklas Bruhn legt hier in seiner Debüt-Rolle als Oskar einen wirklich starken Auftritt hin. Ansonsten besticht der Film durch seine einzigartige Atmosphäre und ist stilistisch betrachtet eine durchaus interessante Erfahrung, auf die man sich einlassen können muss.

Oskar und seine große Liebe Matilda (Tinka Fürst) in So Was Von Da. © DCM Film Distribution

So Was Von Da ist ab dem 25. Januar 2019 als DVD, Blu-ray & digital erhältlich!

Unsere Wertung:

 

 

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