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Succession – Staffel 4

Mit Preisen überhäuft, von Kritikern gefeiert und Fans geliebt: Die Melange aus Mediensatire und Shakespear’schem Familiendrama hat in den bislang drei Staffeln immer neue Höhen erreicht. Nun folgt mit Succession – Staffel 4 der unverhofft frühe Abschied von den Roys. Ist das Finale ein letztes Hurra oder hat man den perfekten Absprung bereits verpasst?

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TitelSuccession
Jahr2022
LandUSA
RegieMark Mylod
DrehbuchJesse Armstrong
GenreSerien (Drama)
DarstellerBrian Cox, Jeremy Strong, Sarah Snook, Kieran Culkin, Alan Ruck, Matthew Macfadyen, Nicholas Braun, J. Smith-Cameron, Peter Friedman, David Rasche, Fisher Stevens, Hiam Abbass, Justine Lupe, Dagmara Domińczyk, Arian Moayed, Scott Nicholson, Zoë Winters, Annabelle Dexter-Jones, Juliana Canfield, Jeannie Berlin, Alexander Skarsgard, Cherry Jones, Hope Davis, Justin Kirk, Stephen Root
Länge10 Folgen jeweils ca. 60 Minuten
Altersempfehlungab 16 Jahren freigegeben
StreamingdienstSky
Poster zur Finalstaffel von Succession
Poster zur Finalstaffel von Succession © 2022 Home Box Office

Succession – Die offizielle Handlungsangabe zur vierten Staffel

Wie geht es weiter für den Medienkonzern Waystar Royco? Logans (Brian Cox) geplanter Verkauf des Unternehmens an den Tech-Visionär Lukas Matsson (Alexander Skarsgård) rückt immer näher. Geht der Deal ohne Probleme über die Bühne? Und was bedeutet das für die Zukunft der Roy-Geschwister (u.a. Jeremy Strong, Kieran Culkin)? Die Aussichten lösen bei den Roys existenzielle Ängste und familiäre Spannungen aus. Während sich neue Machtkämpfe anbahnen, kriselt es in der Ehe von Shiv und Tom (Sarah Snook, Matthew Macfadyen) gewaltig.

Staffelkritik zu Succession – Staffel 4 (Stand Folge 1, 22. März 2023)

Dieser Beitrag beschäftigt zunächst sich ausschließlich mit der ersten neuen Folgen der Serie, die am 27. März bei Sky in der Originalversion zu sehen ist. Dementsprechend ist die Kritik vorläufig nur auf den Auftakt bezogen und soll dazu dienen, den Lesern eine Einschätzung geben, wie die finale Staffel aus den Startblöcken kommt. Der Artikel wird im Verlauf und zum Abschluss dann aktualisiert.

!!! Kleine Spoilerwarnung!!!

Es wird in diesem Artikel allerdings auf Handlungen der bisherigen Staffeln eingegangen. Wer diesen Beitrag also liest bevor er die Episoden bis Staffel drei gesehen hat, der sei an dieser Stelle vor Spoilern hierzu gewarnt!!! 

„Monsters – meet the fucking monsters“ – Ausgangslage zum Start der Staffel

Die vorherige Staffel endete damit, dass Logans Kinder verblüfft feststellten, dass ihr Vater Waystar Royco verkaufen will. Sie erinnerten sich allerdings an den Scheidungsvereinbarung von Logan und seiner Exfrau Caroline, laut dem den Kindern ein Vetorecht bei der Firmenkontrolle zustünde. Doch als sich Kendall, Shiv und Roman Logan gemeinsam stellen, bewies dieser einmal mehr, dass er immer einen Schritt voraus ist, denn er hatte seine Scheidungsvereinbarung mit Caroline neu verhandelt und den Kindern das Vetorecht entzogen. Anscheinend hat Shivs Ehemann Tom seinen Schwiegervater vorgewarnt, dass sein Nachwuchs gegen ihn aufbegehren könnte.

It’s a maybe maybe situation.

Die Folge 1 von Succession – Staffel 4 steigt damit ein, dass die Geschwister weiterhin zusammenarbeite, um den Verkauf irgendwie zu unterbinden. Parallel dazu sieht man Logan seinen Geburtstag feiern – wobei „feiern“ in diesem Fall natürlich mehr das ist, was der alte Griesgram darunter versteht. Die Fronten sind verhärtet, aber zumindest in der Auftaktfolge konzentriert man sich rein auf die beiden Kerngruppen der Konkurrenzlager. Von Skarsgård, der bei Logans Deal ja eine entscheidende Rolle spielen soll, sieht man noch nichts. Stattdessen gibt es klassische Giftpfeil-Shootouts zwischen den Geschwistern, unzählige „Fucks“ und viele Momente, die einen zurück in die Succession-Stimmung bringen sollen ohne schon mit offenen Karten zu spielen, wohin man mit der letzten Staffel will.

„Your asking me or you informing me?“

Es kriselt an allen Ecken und Enden. Ein Gutteil der Faszination des Formats geht seit jeher von den sich immer wieder verschiebenden Dynamiken innerhalb des Cast aus. Einer der Krisenherde ist die Ehe von Siobhan und Tom und dachte man am Ende der dritten Staffel das Tischtuch wäre endgültig zerschnitten, so ist es doch überraschend, in welchem Schwebezustand sich die Beziehung weiterhin befindet. Es wäre ja auch langweilig innerhalb der Succession-Logik, wenn eine Ehe einfach geschieden würde. Und genauso ist auch das Geschwisterverhältnis mit dem Status it’s complicated zu kategorisieren: Eigentlich haben die Teilzeit-Streithähne Burgfrieden vereinbart, um ein für alle Mal dem verhassten Vater in die Parade zu fahren. Aber die Egos von Roman und Co. wollen einfach nicht unter einen Schirm passen. „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“ unter Milliardären – das ist weiterhin die Devise – und es ist weiterhin einfach köstlich zu beobachten.

It’s all fucking fine.

Wie insbesondere Kieran Culkin, Sarah Snook und Jeremy Strong inzwischen ihre Figuren immer weiter ausgefeilt haben, ist ganz große Schauspielkunst – aber nicht ohne Fallstricke. Denn wie soll man beispielsweise je Culkin in einer anderen Rolle sehen ohne nicht sofort damit zu rechnen, dass er absolut keinen Satz ohne Ironie vortragen kann? Ein Problem, das hier zwar nichts zur Sache tut, aber einerseits die Perfektion von Succession unterstreicht und andererseits neugierig auf die Rollenwahl nach dem Ende der Serie macht.

Die Erwartungen an die seltsamste Bromance der Gegenwart werden erfüllt

Für Fans der Serie ist des Weiteren das Duo Greg/Tom inzwischen allein schon Grund zum Einschalten geworden. Das Verhältnis ist absurd konstruiert, aber funktioniert sensationell gut, weil es die beiden Darsteller schaffen diese Melange aus Freundschaft, Vater-Sohn-Verhältnis und gegenseitiger Abhängigkeit so authentisch-sympathisch vorzutragen. Zu Beginn der Serie war der Außenseiter Greg, famos von Beginn an von Nicholas Braun verkörpert, noch der Fish out of Water, die Identifikationsfigur für den Zuschauer, um erstmal in die schräge Welt des Roy’schen Medienzirkus hineinzufinden. Doch er hat in den drei Staffeln viel gelernt und ist selbst zum Akteur geworden. Das hat sich natürlich auf die Balance zwischen ihm und dem Mentor Tom ausgewirkt.

Tell her: she never had a single fucking own idea in her fucking life.

Und dann ist da noch „Häuptling“ Logan Roy, der zu Beginn der neuen Staffel einmal mehr vitaler denn je auftritt. Den Medienmogul konnte bislang nichts totzukriegen: Kein Herzanfall, kein Schlaganfall, keine Intrige seiner enttäuschenden Sprösslinge. Brian Cox ist schier brillant. Obwohl er ab Folge 1 der Serie als Relikt einer anderen Zeit, lebendiges Fossil eingeführt wurde, ist sein Machtanspruch in Verbindung mit der Angst sein Vermächtnis durch die Staffelstabübergabe aufs Spiel zu setzen ungebrochen. Die Ränkespiele beherrscht er, obwohl er immer wieder Alterserscheinungen zeigt, auf dem Effeff und es wird auch in der neuen Staffel spannend sein zu verfolgen, wie er seine Kinder vorführt, manipuliert und gegenseitig ausspielt.

Greg und Tom auf zwei Sesseln beim Sprechen. Succession
Greg und Tom – eine seltsame Bromance © 2022 Home Box Office

To be continued…

Nichtsdestotrotz hat man am Ende der ersten Folge der Finalstaffel ein bisschen die Ahnung, dass es keine schlechte Entscheidung ist, auf die Zielgerade einzubiegen. Nicht jede Szene wirkt mehr so frisch. Manche Dialoge hat man gefühlt nun schon mehrfach gehört und das immergleiche Hin und Her droht sich über kurz oder lang abzunutzen. Noch immer sind die Dialoge schier brillant geschrieben und am Schauspiel wird kein Kritiker der Welt etwas zu bemängeln haben. Es bleibt also zu hoffen, dass diese letzte Staffel ein kraftvolles Aufbäumen und ein abschließender Fingerzeig ist. Nach dem Auftakt ist noch kein klarer Trend erkennbar, aber das Vertrauen, dass es zu einer starken Schlusspointen kommen wird, haben sich die Macher über die Dauer verdient.

Kendall, Siobhan und Roman Roy nebeneinander in einem Wohnzimmer. Succession
Geschwister – Im Hass auf den Vater vereint © 2022 Home Box Office

Unser Fazit zum Auftakt von Succession – Staffel 4

Succession – Staffel 4 holt alle Fans ohne Umschweife zurück ins (havarierende) Boot. Die Shakespeare’schen Familientragödien funktionieren weiterhin im Milliardärs-Milieu. Die Charaktere liefern, was man von ihnen sehen will. Vieles deutet darauf hin, dass hier eigentlich wenig schiefgehen kann, um eine der besten, laufenden Serien auf dem Höhepunkt enden zu lassen. Ob es allerdings wirklich das Sensationsfinale wird, das sich alle erhoffen, kann man selbstredend nach Folge 1 nicht absehen. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Succession – Staffel 4 startet in der OV am 27. März bei Sky/WOW. Danach geht es jeweils am Montag mit einer neuen Folge weiter! Die deutsche Sprachfassung läuft regulär bei Sky ab Mitte April.

Unsere Wertung:

 

 

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© 2022 Home Box Office

Jan Werner

Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen.

Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern.

Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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