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Anthony Mackie und Jamie Norman befinden sich in einem verlassenen Freizeitpark.

Synchronic

Das Regie-Duo Justin Benson und Aaron Moorhead liefert mit Synchronic einen atmosphärischen Thriller mit Anthony Mackie und Jamie Dornan, die hier beide groß aufspielen. Inwieweit das als Gesamtkonzept aufgeht, erfahrt ihr in unserer Review!

Synchronic - Trailer HD deutsch / german - Trailer FSK 12

TitelSynchronic
Jahr2019
LandUSA
RegieJustin Benson, Aaron Moorhead
DrehbuchJustin Benson
GenreThriller, Horror, Science-Fiction
DarstellerJamie Dornan, Anthony Mackie, Katie Aselton, Ally Ioannides, Bill Oberst Jr., Shane Brady, Betsy Holt, Lawrence Turner, Kate Adair, Devyn A. Tyler
Länge103 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihUniversal Pictures Germany
Anthony Mackie und Jamie Norman schauen verzweifelt voneinander weg.
Cover der BluRay von Synchronic – seit dem 08. April verfügbar © Universal Pictures Germany

Die Handlung von Synchronic

Die beiden Rettungssanitäter Steve (Anthony Mackie) und Dennis (Jamie Dornan) kennen sich schon seit Jahren und sind gemeinsam als Team in New Orleans unterwegs. Eines Tages treffen die beiden jedoch auf immer mehr seltsame und grausame Unfälle, die alle in irgendeiner Weise mit der Designerdroge “Synchronic” in Verbindung stehen. Eines Nachts jedoch kehrt Dennis’ älteste Tochter Brianna (Alexia Ionnides) nach einer Party nicht nach Hause zurück. Für die Sanitäter beginnt ein Kampf gegen die Zeit, denn für Steve steht schon bald fest: “Synchronic” steckt hinter all dem…

Zwei meiner persönlichen Favoriten des Genre-Kinos

Beständige Gäste des Fantasy Filmfest und vor allem des Genre-Fans werden bei den beiden Namen Justin Benson und Aaron Moorhead mit Ohren schlackern. Das Regie-Duo ist bereits seit mehreren Jahren fester Bestandteil des modernen Independent-Kino und liefert regelmäßig interessante Werke ab. Ihr vorangegangener Film The Endless trieft nur vor Anleihen aus dem Bereich des Lovecraftian Horror und konnte damit mehr als überzeugen. Und jetzt ein kurzer Blick ins Nähkästchen, denn Synchronic lief, wie es sich für Genrefilme gehört, auf dem Fantasy Filmfest und war mitunter eines meiner Highlights. Prompt, besser gesagt am nächsten Morgen, musste der nächste Film des Regie-Duos über den Bildschirm flackern: Spring – Love Is A Monster, der ähnlich philosophisch und visuell ambitioniert wie die anderen beiden Filme daherkommt.

Wem Marty McFly zu lieb ist…

Wer schon die anderen Filme der beiden mochte, sollte bei Synchronic zugreifen. Denn auch im neusten Werk von Moorhead und Benson dreht sich alles um den Aspekt der Zeit – besser gesagt des Zeitreisens. Wer nämlich eine der berüchtigten “Synchronic”-Pillen schluckt, reist für etwa 7 Minuten in der Zeit zurück. Erfahrene Zeitreisende beachten auch hier: Nicht zu viel über die Funktionsweise nachdenken, damit wird man nie froh. Denn Synchronic versucht mit dem Kniff der Zeitreise wesentlich mehr als nur einen simplen Twist zu inszenieren. Es geht vor allem um Freundschaft, was diese bedeutet und was man gewillt ist füreinander aufzugeben. Hoch philosophische Themen, möchte man meinen, doch das Regie-Duo weiß erneut, wie man uns Genrefans solche Dinge schmackhaft macht und in ihren Bann zieht.

Steve (Anthony Mackie) sitzt in einer Winterjacke auf seinem Sofa und denkt verunsichert über das gerade geschehene nach.
Steve kann kaum glauben, was er gerade erlebt hat © Universal Pictures Germany

Ein Auftakt, der es in sich hat

Die Eröffnungssequenz eines Films soll uns kurz und knapp darauf vorbereiten, worauf wir uns als Zuschauer eigentlich einlassen. Uns ein Gefühl dafür geben, in was für einer Welt wir uns bewegen, und grob den Knackpunkt des Films darlegen. Synchronic legt dabei die Messlatte sehr hoch. Wir begleiten die beiden Sanitäter bei einem ihren Einsätze und schweben förmlich als Geist durch die Szenerie, während auf der Veranda desillusionierte Opfer der Droge um Hilfe bitten. Am Unfallort ringt ein Mann um sein Leben: Ein klaffende Wunde in seiner Brust, die von einem Schwert stammen könnte. Doch weit und breit ist keine Tatwaffe ausfindig zu machen, lediglich eine merkwürdig verformte Golddublone. Ein mehrminütiger One-Shot, der mit dem Verlassen des Rettungswagens beginnt und mit einer Frage endet: Was ist hier passiert?

Synchronic hat also nicht nur atmosphärisch etwas bieten, sondern auch was die Inszenierung anbelangt. Auch nach der grandiosen Eröffnung wissen Moorhead und Benson ihr recht geringes Budget gekonnt umzusetzen. Allen voran, wenn es um das Thema Zeit geht, gelingt es ihnen das Verschmelzen mehrerer Zeitebenen interessant, aber vor allem auch einfach und verständlich in ihrer Geschichte darzustellen. Das ist besonders interessant und ein wichtiger Bestandteil ihres Erzählstils, denn wer die beiden schon etwas kennt, weiß, dass Spezialeffekte nicht Dreh- und Angelpunkt ihrer Filme sind.

Steve (Anthony Mackie) dreht sich von Brianna (Alexia Ionnides) weg. Sie befinden sich in einem Park in Nähe eines Flusses.
Steve und Brianna haben eine besondere Verbindung zueinander © Universal Pictures Germany

Spaß und Freude am Spiel

Viel mehr als der klassischer Genrefilm befasst sich Synchronic mit der Thematik der Freundschaft. Wie sehr stehe ich meinem Freund bei? Was bin ich bereit zu opfern? Es ist kein leichtes Unterfangen, dem Zuschauer Charaktere in einem atmosphärisch dichten Thriller auch schmackhaft zu machen, geschweige denn, ihm ihre Verbindung näher zu bringen. Synchronic hat den großen Vorteil, dass Anthony Mackie und Jamie Dornan im Mittelpunkt des Films stehen. Die beiden Schauspieler hatten sichtlich Spaß und Lust auf ihre Rollen. Sie liefern eine dermaßen glaubwürdige Performance ab, dass man den Schmerz und die Freude der beiden nachfühlen kann.

Der restliche Cast stellt eher nettes Beiwerk und Mittel zum Zweck dar, der nicht wehtut, aber auch nur halbwegs überzeugende Leistungen abliefert. Dort, wo es drauf ankommt, liefert der Film, darüber hinaus hat er nicht viel mehr zu bieten, seien es nun interessante Nebenfiguren oder Subplots. Aber das hat auch kaum jemand erwartet und darum dreht sich Synchronic schließlich auch nicht.

Unser Fazit zu Synchronic

Moorhead und Benson sind feste Größen im Genrekino und überzeugten bereits mit Spring oder The Endless – die Erwartungen waren dementsprechend hoch angesetzt. Inszenatorisch wird gerade zu Beginn ordentlich aufgefahren: One Shots, dynamische Kamerafahrten und einen ordentliche Prise Mystery verhelfen Synchronic zu einem gelungenem und vor allem spannenden Auftakt. Der Mystery-Aspekt verblasst ein wenig über die Zeit, jedoch tragen die beiden Hauptdarsteller Anthony Mackie und Jamie Dornan das unter Drogen stehende Pferd ins Ziel. Eine glaubwürdige und greifbare Freundschaft, die im Verlauf des Films weit über das hinausgeht, was sich die beiden vorgestellt hatten, packt somit nicht nur alteingesessene Genre-, sondern auch frische Thrillerfans. Es ist ein gelungener Mix aus Mystery und Thriller, der stets was er will und wo seine Stärken liegen. Ein weiterer starker Beitrag des Regie-Duos, die in Zukunft auch im Regiestuhl der Marvel-Serie Moon Knight zu sehen sind. Seid gespannt.

Synchronic ist seit dem 08. April 2021 auf Blu-ray verfügbar!

Unsere Wertung:

 

 

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