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Teaser-Poster zu Rapunzels Fluch – Horror aus Deutschland

Schon kurz nach Drehschluss präsentierte David Brückner ein Teaser-Poster zu Rapunzels Fluch. Der Film setzt auf deutsche Mythologie und nimmt sich damit bekanntes Kulturgut zum Vorbild. Mit seinem dritten Langfilm will der ambitionierte Nachwuchsfilmer damit einen weiteren Schritt in Richtung Professionalität machen.

Das erste Teaser-Poster zu Rapunzels Fluch: Ein dunkles Mädchen steht im Nebel zwischen dunklen Pforten.
Das erste Teaser-Poster zu Rapunzels Fluch lässt Platz für Fantasie © Ghost Pictures

Horror aus Deutschland – am Ende ein Schrecken, oder Schrecken ohne Ende?

“Denke ich an Horror aus Deutschland in der Nacht, werde ich nicht unbedingt um den Schlaf gebracht.” So oder ähnlich könnte das Fazit frei nach Heinrich Heine lauten, wenn man sich die Genre-Arbeit im Bereich des Horrorfilms “made in germany” vor Augen hält. Dort gab es nämlich lange Zeit nur wenig zu vermelden, dazu noch weniger Gutes. Auch heute sieht es nicht gerade rosig aus, auch wenn immer wieder versucht wird, hier neue Impulse zu setzen. Aber auf jeden Ausreißer nach oben wie Masks kommen gleich mehrere Filme wie Sin Reaper, Ostzone oder Virus Undead. Es gibt interessante Konzepte mit German Angst oder Rammbock, Geld wird aber vor allem für Unausgegorenes gesteckt. Der gut budgetierte Wir sind die Nacht etwa erwies sich erzähltechnisch beinahe schon als Bankrotterklärung.

Allgemein wird zu viel versucht, sich dem internationalem Markt anzubiedern, bspw. mit günstigen B-Horror in Stung, als geschichtsträchtige Orte und zeitgeschichtliches Geschehen, abseits des dritten Reiches, oder auch die typische Folklore mit einzubinden. In diese Bresche möchte nun David Brückner springen. Sein neuer Horrorfilm Rapunzels Fluch basiert, unschwer zu erraten, auf dem bekannten Märchen aus der Sammlung der Gebrüder Grimm.

Worum geht es in Rapunzels Fluch?

1697 wird Pater Petronius in ein Schloss gerufen, um einen Exorzismus an dem französischem Mädchen Rapunzel durchzuführen. Das Mädchen überlebt die Prozedur nicht, doch der Dämon scheint im Schloss gefangen. In der Gegenwart kehrt eine Nachfahrin des Paters mit einem Filmteam auf das Schloss zurück. Da lässt sich natürlich der immer noch von einem Dämon besessene Geist der armen Rapunzel nicht lange bitten, und es beginnt eine Nacht voller Furcht und Schrecken.

 

Ambitionierter Grusel in passendem Ambiente

Regisseur David Brückner arbeitet im normalen Leben als Video Producer im Bundestag in Berlin. Er hat mit seiner Produktionsfirma Ghost Pictures bisher drei Lang- und dreizehn Kurzfilme gedreht, arbeitete auch als 2nd Unit Regisseur bei Timo Roses Mystery-Serie Nature. Rapunzels Fluch bezeichnet er selbst als seinen bisher professionellsten Film. Gedreht hat Brückner den größten Teil des Films im August in seiner sächsischen Heimat, im beschaulichen Glauchau. Dort konnte er das örtliche Museum und auch das Schloss Glauchau als illustren Hintergrund nutzen.

Rapunzels Fluch ist der erste Film, den der Jung-Filmemacher auf Deutsch dreht. Nach seinem letzten Film Paranormal Demons, mit dem er auch noch im Herbst über Conventions wie das House of Horror in Oberhausen tourt, erachtet er den schielenden Blick auf den internationalen Markt als nicht mehr so wichtig. Dabei ist mit Charles Rettinghaus als Pater Petronius ein deutscher Schauspieler zu sehen, der vor allem für seine Synchron-Arbeit bekannt ist, wo er Stars wie Jean-Claude Van Damme oder Matt Dillon seine Stimme leiht. Eine der Hauptrollen bekleidet der YouTuber und Jung-Darsteller Davis Schultz (Heilstätten).

Premiere erst in 2020, aber hier ist das Teaser-Poster zu Rapunzels Fluch

Seine Premiere soll der Film im Frühsommer des nächsten Jahres feiern. David Brückner wurde hierfür nur zu gerne ins Schloss Glauchau zurückkehren. Das ist noch einige Zeit hin, doch schon kurz nach Drehschluss präsentierte man das offizielle Teaser-Poster zu Rapunzels Fluch. Das gewählte Motiv verheißt dunklen Grusel mit einer unheimlichen Gestalt und lässt viel Platz für die eigene Fantasie.

Wir bleiben für euch am Ball. Kann dieser Film dem deutschen Horror mit einer deutschen Geschichte dem Genre hierzulande neue Impulse verleihen? Spätestens wenn ein Trailer erscheint, werden wir mehr wissen.

Thomas Hortian

Thomas, Jahrgang '76. Ich bin schon von kleinauf Filmfan, klapperte ab frühester Kindheit die drei Programme ab, weil meine Mutter keinen Videorekorder im Haus wollte. Ich war und bin aufgeschlossen für alles, aber mit den Jahren haben sich natürlich Vorlieben herausgebildet. Ich steh auf japanische Regisseure wie Kitano, Sabu, Miike und ganz doll Tsukamoto. Außerdem fahre ich voll auf klassische Horrorfilme der Hammer Films ab und bin Sammler italienischer Exploitation im Bereich des Giallo und Poliziesco.

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