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The Field – Das Geheimnis der Farm

Ben und Lydia wollen auf einer Farm dem Großstadtleben entfliehen. Doch lauert in The Field – Das Geheimnis der Farm ein düsteres Mysterium, das sich in Bildern manifestiert. Doch zeigen Bilder die Wahrheit? Hier erfahrt Ihr mehr.

THE FIELD - DAS GEHEIMNIS DER FARM I Trailer Deutsch (HD)

TitelThe Field – Das Geheimnis der Farm (OT: The Field)
Jahr2019
LandUSA
RegieTate Bunker
DrehbuchTate Bunker, Anthony Wood
GenreHorror, Fantasy
DarstellerTim Higgins, Kara Mulrooney, Veronica Cartwright, Barry Bostwick, Mark Metcalf, Mark Borchardt
Länge92 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihTiberius Film
Das Filmplakat zu The Field - Das Geheimnis der Farm. © Tiberius Film
Das Filmplakat zu The Field – Das Geheimnis der Farm. © Tiberius Film

Darum geht’s in The Field – Das Geheimnis der Farm

Ben (Tim Higgins) und Lydia (Kara Mulrooney) kaufen in The Field – Das Geheimnis der Farm eine alte Farm in einer abgeschiedenen Gegen nahe einer Kleinstadt. Ben will hier dem Gefängnis seines Knochenjobs als Koch in Chicago entkommen. Nach arbeitsreichen 90-Stunden-Wochen hofft er auf ländliche Entspannung, um seiner Leidenschaft, dem Fotografieren, zu frönen. Doch die Farm, insbesondere das neben dem Farmhaus liegende Feld, hütet ein finsteres Geheimnis.

Vor mehr als 50 Jahren verschwand hier während eines Gewittersturms ein junges Mädchen. Erst viele Jahre später tauchte es wieder auf, nackt und geistig verwirrt. Ben begegnet der nun schon alten Edith (Veronica Cartwright) und fotografiert sie. Das Bild befindet sich in einer Mappe mit Aufnahmen, mit denen er sich beim örtlichen Galeristen George (Barry Bostwick) um einen Ausstellungsplatz bewirbt. George reagiert aufgebracht. Und Bens Interesse an Edith bringt ihm jede Menge Ärger ein. Doch auch andere Fotos von ihm sind beunruhigend. Auf einigen sind schemenhafte Gestalten zu erkennen. Geister? Ben will dem Geheimnis auf den Grund gehen.

Über allem dreht sich das Windrad

Es ist der 13. Oktober 1961. Die junge Edith läuft jauchzend vor ihrem Freund durchs Feld, während sich der Himmel zu einer Sturmfront verfinstert. Die Bilder flackern, nicht das letzte Mal. Ein Blitz. Und Edith ist verschwunden, ihr Freund Roy, der spätere Sheriff, außer sich. Über allem dreht sich ein Windrad, das zentrale Bildmotiv in The Field – Das Geheimnis der Farm. Symbol sowohl für Bewegung und Zeit wie für optische Täuschung. Denn wie schon bei den Rädern der Postkutschen in Westernfilmen bewirkt die Frequenzrate der Filmbilder den optischen Effekt der scheinbaren Rückwärtsbewegung eines Lichtreflexes auf den Flügeln des Rads.

Einwohner suchen in The Field - Das Geheimnis der Farm das Feld nach der vermissten Edith ab.
Über allem dreht sich das Windrad: Einwohner suchen das Feld nach der vermissten Edith ab. © Tiberius Film

Doch dazu später mehr. Zunächst kommen wir mit Ben und Lydia erstmal an. Beide müssen schnell merken, dass es nicht ratsam ist, beim Frühstück im Diner dem Sheriff den letzten Blaubeerkuchen wegzuessen. Denn mit dem Mann ist auch nicht gut Kirschen essen, und er hat sie sofort auf dem Kieker. Auf der Farm angekommen müssen sie erstmal schlucken. Das Gebäude ist heruntergekommen, überall stehen noch Sachen herum, als wäre es überhastet verlassen und danach nie wieder betreten worden. Im Vorratsregal stehen noch haufenweise Einweckgläser mit Gemüse. Doch schnell haben sich die Beiden eingerichtet. Und Ben sagt: „Es ist einfach perfekt.“

Satanische Sekte oder harmlose Hippiekommune?

Diesen Eindruck kann auch ein seltsames, kreisförmiges Symbol auf der Scheunenwand nicht trüben. Doch während Ben seine Fotos macht und dabei auf das seltsame Phänomen der unscharfen Schattengestalten stößt, entdeckt Lydia ein altes Fotoalbum. Darin sind verstörende Bilder offenbar heidnischer Rituale voller Blut zu sehen. Mittendrin ein Mann, der einem Charles Manson ähnelt. Eine Gestalt, die unscharf auch auf Bens Fotos auftaucht. Eine satanische Sekte? Oder doch nur eine harmlose Hippiekommune, die etwas drastische, archaisch inspirierte Fruchtbarkeitsfeste feiert? Und offenbar auf dieser Farm gelebt hat.

Auf einem Foto ist ein finster blickender Sektenführer in einem blugetränkten Gewand mit einem abgetrennten Tierkopf zu sehen, der offenbar zu seinen Anhängern spricht.
Aus dem Posiealbum: Fotos zeigen, dass früher auf der Farm blutige Rituale abgehalten wurden. © Tiberius Film

Inhaltlich begibt sich The Field – Das Geheimnis der Farm dabei nicht gerade auf Neuland. Doch liefert Regisseur und Autor Tate Bunker im Subtext deutlich mehr ab. Es geht ums Sehen und um die Abbildung. Können Bilder mehr zeigen, als wir gemeinhin wahrnehmen? Damit haben sich schon Klassiker wie etwa Michelangelo Antonionis Blow Up hochkünstlerisch beschäftigt. Auch im Horrogenre wurde das thematisiert, etwa in Das Omen von Richard Donner. Und auch Bunkers Film, der mit sichtbar niedrigerem Budget ausgestattet da zwar nicht ganz mithalten kann, besticht durch visuelle Ideen.

The Field – Das Geheimnis der Farm im Disko-Gewitter

Gibt es eine für uns unsichtbare Welt neben der sichtbaren? In The Field – Das Geheimnis der Farm liegt dieses Geheimnis offenbar in einer Art Phasenverschiebung der Lichtwellen. Bunker macht sich nicht die Mühe, das genauer zu erklären. Was der Fantasie Raum lässt. Mit genügend kurzen Belichtungszeiten und einer Hochgeschwindigkeitskamera jedoch kann Ben einiges von dem erkennen, was vorher verborgen lag. Besonders effektiv erweist sich der Einsatz von Stroboskopleuchten. Mit der richtigen Frequenz werden etliche Gestalten sichtbar. Sozusagen ein Geistertanz im Diskolichtgewitter.

Die verwirrte Edith läuft über das Feld.
Mysteriös: Edith ist eine seltsame, verwirrte Gestalt aus der Nachbarschaft, die mit dem Feld auf geheimnisvolle Weise verbunden scheint. © Tiberius Film

Das ist alles stimmungsvoll und mit dichter Atmosphäre inszeniert. Schade, dass einige Traumsequenzen etwas aufgesetzt und albern wirken. Auch einige Dialoge sind missglückt. Insbesondere ein seltsamer Typ im Baumarkt, der vom göttlichen Universum salbadert, hätte in diesem bleiben sollen. Als Unheil verkündender Handlungsträger ist er fehl am Platz. Auch Kara Mulrooney nervt mit ihrer Darstellung der Lydia zwischen zickig und infantil auf Dauer etwas. Kann man aber mit leben.

Malerische Landschaften exzellent fotografiert

Es versteht sich, dass in einem Film über die Bedeutung von Bildern, die Bilder des Films ebenfalls von Bedeutung sind. Und hier kann man Tate Bunker, der nebenbei eben auch die Kamera übernommen hat, nur loben. The Field – Das Geheimnis der Farm ist exzellent gefilmt. Wie sein Protagonist Ben liebt es auch Bunker, Landschaften in malerischer Schönheit abzubilden. Und seine Gestalten in diesem Raum kunstvoll und ästhetisch zu platzieren. Selbst der Blick aus dem weit geöffneten Tor der Scheune, in der Ben seinen Arbeitsbereich eingerichtet hat, gleicht einer malerischen Landschaftsfotografie. Die allerdings weit im Hintergrund liegt, von dem Scheunenwänden gleichsam wie in einem Cache eingerahmt. Ein Blick in die Freiheit?

Ben, gespielt von Tim Higgins, und Lydia, gespielt von Kara Mulrooney, rekeln sich auf dem Feld, während die Kamera per Selbstauslöser klickt.
Selbstporträt: Ben (Tim Higgins) und Lydia (Kara Mulrooney) sind bei ihrer Ankunft noch glücklich. © Tiberius Film

In den Bildern liegt Wahrheit. Zumindest eine Wahrheit. Und in der Weise, wie The Field – Das Geheimnis der Farm dabei seine eigene Realität als Film reflektiert, liegt ein großer Reiz. Das schnulzige Ende trübt diesen Gesamteindruck leider stark. Doch sagen diese Bilder zum Schluss überhaupt die Wahrheit?

Mein Fazit von The Field – Das Geheimnis der Farm

Man sieht deutlich, dass The Field – Das Geheimnis der Farm von einem Kameramann gemacht wurde. Tate Bunker legt in seinem ersten Langfilm als Regisseur nicht nur Wert auf exzellente Fotografie, sondern reflektiert auch auf inhaltlicher wie visueller Ebene die Themen Sehen, Bilder und Wahrnehmung. Das ist in weiten Teilen gut gelungen. Manche Schwächen im Drehbuch trüben den Gesamteindruck. Doch darüber lässt sich hinwegsehen. Dass die Geheimnisse nicht wirklich erklärt werden, mag einige Zuschauer enttäuscht zurücklassen. Andere freuen sich vielleicht, nicht mit pseudowissenschaftlichen Gebabbel ausgetrickst zu werden. Insgesamt jedenfalls ist The Field- Das Geheimnis der Farm ein atmosphärisch dichter Mystery-Thriller, der gut unterhält. Aber auch ein wenig zum Nachdenken anregen kann – wenn man denn will.

The Field – Das Geheimnis der Farm erscheint am 1. Juli 2021 auf DVD und Blu-ray. Digital (VOD) ist der Film ab dem 24. 6. erhältlich, als EST bereits seit dem 17. Juni.

Unsere Wertung:

 

 

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© Tiberius Film

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