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Hing greift den großmäuligen Carter mit einem Speer an - The Paper Tigers.

The Paper Tigers

Die Martial-Arts-Komödie The Paper Tigers setzt mehr auf sympathische Charaktere und nostalgische Rückblenden als rasante Action und überzeichnete Bösewichte. Ob das Konzept aufgeht, erfahrt ihr in unserer Review!

THE PAPER TIGERS Trailer German Deutsch (2022)

TitelThe Paper Tigers
Jahr2020
LandUSA
RegieQuoc Bao Tran
DrehbuchQuoc Bao Tran
GenreAction, Komödie
DarstellerAlan Uy, Ron Yuan, Mykel Shannon Jenkins, Matthew Page, Roger Yuan, Yoshi Sudarso, Peter Adrian Sudarso, Gui DaSilva-Greene, Raymond Ma
Länge110 Minuten
FSKfreigegeben ab 12 Jahren
VerleihCapelight Pictures
Die drei Freunde sind auf dem Cover des Mediabooks von The Paper Tigers in Kampfposition zu sehen.
Das Mediabook Cover von The Paper Tigers © Capelight Pictures

Die Handlung von The Paper Tigers

In ihrer Jugend werden die drei Freunde Danny (Yoshi Sudarso), Hing (Peter Adrian Sudarso) und Jim (Gui DaSilva-Greene) von ihrem Sifu Cheung (Roger Yuan) in Kung Fu unterrichtet. Sie sind als die „Three Tigers“ bekannt und gelten als die besten Kampfsportler ihrer Gegend, stellen das auch oft und gerne unter Beweis.

30 Jahre später haben sich die drei besten Freunde lange schon auseinander gelebt. Danny (Alan Huy) ist weit davon entfernt, noch als „Danny Eight Hands“ für Furore zu sorgen. Der Workaholic lebt in Scheidung und enttäuscht seinen Sohn regelmäßig an den gemeinsamen Wochenenden. Dann steht plötzlich Hung (Ron Yuan) vor seiner Tür, denn Sifu Cheung ist verstorben. Seine Beerdigung organisieren der befreundete Sifu Wong (Raymond Ma) und sein Schüler Carter (Matthew Page), ein alter Rivale der „Three Tigers“.

Als der Verdacht aufkommt, dass ihr Cheung nicht einem Herzinfarkt erlegen ist, sondern durch die „Poison Fingers“-Technik ermordet wurde, suchen sie Jim (Mykel Shannon Jenkins) auf, der als Kampfsporttrainer arbeitet. Sie müssen die Streitigkeiten, die sie entzweit haben, beiseite legen, um ein letztes Mal als die „Three Tigers“ einem jüngeren, stärkeren Gegner entgegenzutreten…

Danny sitzt mit seinem enttäuscht dreinblickenden Sohn bei Pommes, Burger und Limo in einem Bistro - The Paper Tigers.
Vom Vater des Jahres ist Danny weit entfernt © Capelight Pictures

Nostalgisches Treffen alter Männer

Es gibt Filme, die nicht durch eine spannende Geschichte, spektakuläre Action oder ausgefeilte Charakterzeichnungen überzeugen, sondern ihre Daseinsberechtigung daraus ziehen, dass sie ihr Herz am rechten Fleck tragen. The Paper Tigers zählt zu eben diesen Filmen. Mit fast zwei Stunden eigentlich schon viel zu lang, holt er die Generation X mit nostalgischer Verklärung und geplatzten Träumen leicht ab. Der Geschichte vorangestellt sind Videoaufnahmen, stilecht durchzogen von schlechter Aufnahmequalität und Abnutzungserscheinungen, die von besseren Zeiten jugendlicher Überschwenglichkeit künden. Sie zeigen zumeist Bilder vom Training der drei Freunde mit Sifu Cheung oder wie sie in der Freizeit ihre Kräfte mit anderen Kampfsportlern messen. Und sie erweisen sich dabei als die Könige der Hinterhof-Kämpfer, gerade Danny schien mit seinen schnellen Fäusten unbesiegbar.

Der Sprung in die Gegenwart bietet darauf ein tristes, unbefriedigendes Bild. Der einstige Vorzeigeschüler zeichnet sich als Erwachsener durch biedere Erfolglosigkeit aus. Das Band zu den Freunden ist lange zerrissen, auch die Verbindung zum alten Meister und die Philosophie des Kampfsports, die ihr junges Leben bestimmte, nur ein verblassender Schimmer einer besseren Vergangenheit. Doch sein Tod ist es, der sie schließlich wieder vereint. Das klingt jetzt etwas wehmütiger, als es dann im Film ausgespielt wird, denn The Paper Tigers ist eine Action-Komödie mit melancholischen Einschlag. Die drei Freunde müssen sich noch einmal aufraffen und ihre Streitigkeiten aus der Welt schaffen. Danach werden, so gut es eben noch geht, die alten Kräfte reaktiviert und die Herausforderung angegangen.

Danny, Hing und Jim untersuchen in einer Seitengasse den Ort, an dem ihr Sifu gestorben ist - The Paper Tigers.
Die drei Freunde müssen sich nochmal zusammenraufen… © Capelight Pictures

Holpriger Pfad zu alten Tugenden

Was die Martial-Arts-Action angeht, setzt Regisseur Quoc Bao Tran seine Akzente vor allem in den ersten 10 Minuten. Die Rückblenden zur Jugend der Protagonisten präsentieren knackige, kurze Fights, die Lust aufs Thema machen. In der Gegenwart sind die Kampfkünste der drei ehemals besten Freunde natürlich arg eingerostet. Hieraus zieht der Film auch einen Teil seines komödiantischen Potenzials, es ist schon vergnüglich zu sehen, wie sie sich eher schlecht als recht gegen einige junge Emporkömmlinge behaupten müssen. Selbst Jim, der ja noch als Trainer arbeitet, ist weit von seiner Form der Vergangenheit entfernt. Im Mittelpunkt steht eindeutig Danny, der als Vorzeigeschüler eigentlich die Traditionen und auch das Dojo seines Sifus hätte weiterführen sollen. Von dem Werdegang seiner beiden Freunde erzählt das Drehbuch dagegen fast gar nichts, was zu etwas Unausgeglichenheit im Trio führt.

Leider kommt The Paper Tigers immer mal wieder ins Stocken, gerade wenn sich die drei nicht einig sind, ob und wie sie Nachforschungen zum Tod ihres Meisters anstellen wollen. Gerade Danny sträubt sich viel zu lange, eine Führungsrolle dabei zu übernehmen, weshalb der Film nie wirklich Fahrt aufnehmen kann. Dennoch halten die Reibereien zwischen ihnen und einige eingestreute Gags die Geschichte am Laufen. Ob nun das Wiedersehen mit ihrer früheren Dauer-Nemesis Carter, der im Gegensatz zu ihnen der Kampfsport-Philosophie treu geblieben ist, oder die Konfrontation mit einer neuen Generation von Möchtegern-Bruce-Lees, das schafft alles Sympathien, denn die Charaktere und ihre Nöte bleiben nachvollziehbar. Das hilft dann auch über so manche Länge hinweg. Und wenn das Vertrauen Dannys in die eigenen Fähigkeiten zurückkehrt, werden auch noch ein paar kurze, aber durchaus nett anzusehende Kampf-Choreographien dargeboten.

Carter schneidet eine komische Grimasse, als er in Kampfstellung geht - The Paper Tigers.
… denn ihre alte Nemesis Carter ist ihr geringstes Problem © Capelight Pictures

Unser Fazit zu The Paper Tigers

Auch wenn sich diese Indie-Produktion an manchen Stellen etwas zieht, große Lacher und spektakuläre Action missen lässt, kann The Paper Tigers vor allem auf der zwischenmenschlichen Ebene einiges wieder wett machen. Die Protagonisten und ihr Werdegang bieten eine große Identifikationsfläche, es ist einfach, Sympathien für sie zu entwickeln. Außerdem muss man den Ansatz loben, die Philosophie der Kampfkunst und ihre Anwendung im Alltag zum Kernthema der Geschichte zu machen. Das bildet einfach mal einen wohltuenden Gegenpol zu den ansonsten eher auf Gewalt und Schwarz-Weiß-Malerei bedachten B-Filmen mit Martial-Arts-Hintergrund. Damit ähnelt das Konzept auch sehr der Erfolgsserie Cobra Kai, die ja auf den Karate Kid-Filmen basiert. Und auch wenn Zuschauerinnen und Zuschauer für The Paper Tigers genauso lieber auch die Nostalgie-Brille auspacken sollten, so werden sie mit einem über weite Strecken durchaus vergnüglichen Feelgood-Movie belohnt.

Blu-ray und DVD enthalten einige interessante Extras wie einen Kurzfilm und kurze Berichte zu den Dreharbeiten, in denen auch Macher und Darsteller zu Wort kommen. Das Mediabook beherbergt im Booklet ein Interview mit Regisseur und Autor Quoc Bao Tran.

The Paper Tigers erscheint als Blu-ray, DVD und im limitierten Mediabook von Capelight Pictures am 25. März 2022 im Handel!

Unsere Wertung:

 

 

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Zuletzt aktualisiert am 9. August 2022 um 7:39 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.
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