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Grace betet in ihrer Zelle

The Reckoning

Nachdem Neil Marshall 2005 mit The Descent eine Art modernen Horror-Klassiker gedreht hat, waren seine Filme leider eher unterdurchschnittlich. Ob sich das mit dem Mittelalter Horror-Drama The Reckoning wieder ändert, erfahrt ihr hier.

The Reckoning (2021) HD Trailer (Deutsch / German)

TitelThe Reckoning
Jahr2020
LandGroßbritannien
RegieNeil Marshall
DrehbuchNeil Marshall, Charlotte Kirk, Edward Evers-Swindell, Antony Jones
GenreHorror, Drama
DarstellerCharlotte Kirk, Sean Pertwee, Steven Waddington, Joe Anderson, Suzanne Magowan, Ian Whyte
Länge111 Minuten
FSKAb 16 freigegeben
VerleihCapelight
Die verschiedenen Cover zu The Reckoning
Die Cover zum Mediabook, zur DVD und zur BluRay ©Capelight

Worum geht es in „The Reckoning“?

In The Reckoning schreiben wir das Jahr 1665 und Grace (Charlotte Kirk) hat ihren Mann an die Pest verloren. Also genau genommen hat sich ihr Mann aufgehängt, als er Pestbeulen an seinem Körper bemerkt hat, und seine Frau mit ihrem Kleinkind allein auf dem Hof zurückgelassen. Mit erheblichem Kraftaufwand schneidet sie ihrem Mann mit seinem Schwert vom Baum und beerdigt ihn an Ort und Stelle. Doch als sie ihre Miete nicht an den Lehnsherren zahlen kann und sich nicht prostituieren will, wird sie von ihm beschuldigt eine Hexe zu sein und mit dem Teufel im Bunde zu stehen.

Grace beerdigt ihren Mann in "The Reckoning"
Grace setzt ihren Ehemann zur Ruhe ©Capelight

Dass das quasi ein Todesurteil ist, wird schnell klar. Und so wird Grace in einen Kerker gesperrt und von der Inquisition gefoltert, damit sie aus freien Stücken zugibt eine Hexe zu sein. Im Kerker wird sie von Alpträumen und Visionen geplagt, welche ihren verstorbenen Mann zeigen und sogar den Teufel selbst ins Spiel bringen.

Grace hinter Gittern | The Reckoning
Grace wird für ihren Prozress eingesperrt © Capelight

Frisch vom Mittelaltermarkt

So interessant die Prämisse von The Reckoning auch ist, der Film hat ein Problem, welches viele Mittelalterfilme haben: Das Produktionsniveau ist leider sehr überschaubar. Die Kulissen und Kostüme könnten zum Beispiel frisch vom Mittelaltermarkt stammen und sehen größtenteils so aus, als wären sie gerade erst angefertigt worden. Ganz besonders negativ fällt da gerade Grace auf, welche auch nach vier Tagen Kerker und Folter perfekt geschminkt und sogar unter den Achseln rasiert ist. Nicht gerade immersiv für eine Bauernfrau im 17. Jahrhundert.

Auch technisch fühlt sich der Film eher unterdurchschnittlich an und strahlt ein überambitioniertes Telenovela Feeling aus. Kameraeinstellungen werden teilweise sehr antiklimaktisch und viel zu hektisch hin und her geschnitten. Auch die Effekte sehen maximal mittelmäßig aus. Es gibt auch eine Hand voll praktischer Effekte aber leider können auch die im Gesamtbild nicht überzeugen.

Pestdoktoren entsorgen die Leichen | The Reckoning
Die Pest ist in der Stadt eingefallen © Capelight

Historisch ungenau

Als Film, der sich mit einem historischen Ereignis befasst, nimmt es The Reckoning leider nicht wirklich genau, was seine Fakten angeht. Besonders dreist startet der Film mit einer Texttafel, die behauptet, dass 500.000 Hexen verbrannt wurden, wobei offiziellen Schätzungen zufolge max. 50.000 beschuldigte auf dem Scheiterhaufen umgekommen sind. Auch das Krankheitsbild der Pest wird völlig falsch dargestellt. Da sitzen offensichtlich an der Pest erkrankte neben gesunden Menschen an der Schenk, im Kerker steckt sich auch niemand an und Grace ist selbst im Ehebett nicht von ihrem hochinfektiösen Ehemann angesteckt worden.

Der Inquisitor fehlt Grace an zu gestehen, damit er ihr nicht wehtun muss. | The Reckoning
Der Hochinqusitor gibt Grace eine letzte Chance zu gestehen ©Capelight

Fazit

The Reckoning schafft es leider auf keiner Ebene zu überzeugen. Die Geschichte ist unglaubwürdig und langweilig, die Schauspieler sind maximal mittelmäßig und Set und Kostüm sind sichtbar billig. Die Produktion fühlt sich lieblos an und die wenigen Effekte, sowohl praktisch als auch digital, sehen leider ebenfalls nicht gut aus. Dazu kommt, dass der Film mit 111 Minuten viel zu lang ist. Gewalt- und Folterszenen werden meist komplett weggeblendet, sodass selbst an dieser Front keine wirklichen Schauwerte generiert werden.

Wer sich den Film trotzdem ansehen und sich sein eigenes Bild machen will, kann das bereits per VOD tun oder ab dem 28. Mai eine Blu Ray/DVD als Amaray oder im Mediabook von Capelight kaufen.

Unsere Wertung:

 

 

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©Capelight

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