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The Rover

The Rover – Wortkarg, surreal und kompromisslos.

TitelThe Rover
Jahr2014
ProduktionslandUS/AU
RegieDavid Michod
DrehbuchDavid Michod, Joel Edgerton
GenreDrama, Thriller
DarstellerGuy Pearce, Robert Pattinson, Scoot McNairy
Länge102 Minuten
FSKAb 16 Jahren freigegeben
VerleihUniversum Film

Guy Pearce in David Michods The Rover
Guy Pearce in David Michods The Rover von © Universum Film

Darum geht es in The Rover

Wenn The Rover, von David Michod, mit Guy Pearce und Robert Pattinson, eines ist, dann eine ruhige Charakterstudie über eine Zukunft, in einer Welt, die vollkommen ohne eine Zukunft auskommen muss. Denn seit 10 Jahren scheint es hier im australischen Outback keine Gesetze und Regeln mehr zu geben. Die Menschen müssen ihre Zeit damit verbringen, sich gegenseitig zu bestehlen, Essen und Benzin verteuert zu verkaufen, zu überleben und sich ihrer ohnehin schon schwankenden, übrig gebliebenen Lebensfreude zu berauben. Da ist nichts mehr übrig in den Menschen. Und warum sollten sie nicht grausam sein? Es gibt schließlich keine sichtbare Zukunft mehr. Nur noch ein Ende, dass sich bereits abzeichnet.

Guy Pearce in David Michods The Rover
Guy Pearce in David Michods The Rover von © Universum Film

Eric, der während des Films keineswegs seinen Namen oder seine Person zu erkennen gibt, ist eher ein Antiheld, als ein aufrechter und ehrlicher Optimist.
Dennoch weigert er sich, dieser Gesetzlosigkeit zur Gänze nachzukommen und jagt 3 Menschen, die ihm seinen wichtigsten Gebrauchsgegenstand rauben, der ihm noch geblieben ist. Seinen Rover. Diesen Diebstahl lässt er nicht auf sich sitzen. Er hat also noch Werte. In einer Welt, in der die Menschen von Werten nichts mehr halten bzw. nicht mehr davon Leben können, wohl sehr lobenswert….würde er nicht alles, was sich ihm auf seiner Suche in den Weg stellt, zermürben und Körper zerfallen lassen. The Rover ist nicht unaufhörlich brutal, sondern ruhig, atmosphärisch und trumpft mit einem genialen Guy Pearce und einem herausragenden Robert Pattinson auf. Beide haben ein unglaubliches Charisma und man merkt den Situationen und ihrer Mimik klar an, dass die Chemie zwischen ihnen stimmt.
Dass es sich hierbei wohl um die beste Rolle von Pattinson handelt, muss wohl nicht mal beiläufig erwähnt werden.




Endzeitvision ohne Helden

Auf seiner Suche nach Antworten und einer Fährte, trifft Eric auf Reynolds, dem Bruder einer der Männer, die Eric den Rover gestohlen haben. Mit Erscheinen von Reynolds, erscheint gleichzeitig auch nicht nur der interessanteste, sondern auch einzige, echte Kontrast der Handlung. Reynolds ist behindert und agiert wie ein kleines Kind, dass nicht viel zu verlieren hat. Er hat Angst, gibt allerhand Lebensweisheiten von sich und fungiert somit mehr als Held, als es Eric tun könnte. Aber er ist auch kein Held. Helden gibt es in einer gesetzlosen Zeit und einer Endzeit-Vision nicht. Und wenn Reynolds dann gerade mal ein Bündel Moneten aus der Tasche zaubert und mit der Kommunikationsweise eines 6-Jährigen Benzin und Munition bestellt, dann entwickelt der Film eine besondere Art der absoluten Fremdheit. Eric klammert sich währenddessen nur noch an das, was ihm etwas bedeutet. Und da es keine Gerechtigkeit mehr gibt, denkt er sich eben eine aus. Die Diebe sollen für den Raub seines Wagens bestraft und getötet werden. Alles was sich ihm in den Weg stellt ebenfalls.

Guy Pearce and Robert Pattinson in David Michods The Rover
Guy Pearce and Robert Pattinson in David Michods The Rover von © Universum Film

Das Fazit zu The Rover

David Michod galt schon vor Jahren als exzellenter Neuankömmling der Filmbranche, was vor allem seiner unglaublichen Gewagtheit in Bezug auf die Darstellung zu verdanken ist.
The Rover ist dreckig, brutal, wortkarg und sehr verstörend. Wenn hier etwas Gefühle ausdrücken kann, dann nur Gestik und Mimik der Darsteller. Und diese beherrscht gerade Guy Pearce. Mit Bart, zerzauster Frisur und böser Mine, erinnert er schnell an eine Legende der Schauspielkunst. Zumindest mir hat es pures Erstaunen ins Gesicht gezaubert.

Nun, also The Rover ist nicht optimistisch, es gibt keine Helden, nur ein überraschendes und passendes Ende und keinerlei weitere Lichtblicke. Ein Bastard von einem Film, der mich in großes Staunen versetzt hat. Durch Bild, Soundtrack und Schauspiel, entwickelt Michod ein einzigartiges Outback-Endzeit-Spektakel, das an Atmosphäre kaum zu übertreffen ist. Hut ab und Empfehlung an alle Fans der etwas anderen Darstellung. Es lohnt sich!

Unsere Wertung:

 

 

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1 Kommentar

  • Gerade mal wieder geguckt. Ich liebe diesen Film einfach. Überzeugt auf voller Linie trotz oder gerade wegen recht simpler Handlung. Schauspielerisch aller 1. Sahne!