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The Soul

Wenn ein mysteriöser Mordfall auf übernatürliche Science-Fiction trifft und das Ganze noch mit einem Hauch von Dystopie gespickt wird, kommt ein Slowburner namens The Soul dabei heraus. Hier erfahrt ihr mehr.

Titel The Soul (Ji Hun)
Jahr 2021
Land China
Regie Wei-Hao Cheng
Drehbuch Wei-Hao Cheng
Genre Drama, Sci-Fi/Fantasy, Thriller
Darsteller Cheng Chang, Janine Chun-Ning Chang, Anke Sun, Christopher Ming-Shun Lee, Baijia Zhang,  Hui-Min Li, Samuel Ku, Hsueh-Feng Lu, He-Hsuan Lin, McFly Wu, Che-Hao Chang
Länge 125 Minuten
FSK ab 16 Jahren freigegeben
Verleih Netflix

The Soul – Handlung

Wang Shicong, ein weltberühmter Vorstandsvorsitzender, kommt auf tragische Weise in seinem eigenen Haus ums Leben. Der Fall scheint für den zuständigen Staatsanwalt Liang Wenchao (Chang Cheng) und die Polizistin A. Bao (Janine Chang) zunächst recht klar, doch schnell stoßt das Ermittlerduo und Ehepaar auf immer merkwürdigere Verstrickungen im Leben des Unternehmers und seiner Familie.

Eine trostlose Welt ohne Hoffnung

Es ist das Jahr 2031, dabei könnten wir uns auch in Denis Villeneuves Los Angeles des Jahres 2049 befinden. Ebenso bedrückend ist die Stimmung, ähnlich hoffnungslos starren die leeren Blicke der Menschen hinaus in die Tiefe der Nacht. Doch eines ist anders, denn statt einer Stadt, die in Neon getränkt ist, finden wir uns in einer Welt wieder, die von unserer nicht allzu weit entfernt ist. Gebäude aus kaltem Beton, dicht gedrängte Menschen, die sich dennoch fern sind und irgendwo, begraben in einem Dickicht aus Technologie, droht der letzte Funke traditioneller Rituale und Bräuche zu erlischen.

Doch nicht nur die Welt malt uns eine dystopische Zukunftsvision, denn auch um Liang Wenchao (Chen-Chang) steht es schlecht. Sein Körper ist schwach und müde vom Krebs. Dennoch versucht er alles, um seiner Tätigkeit als Staatsanwalt nachzugehen und seiner Frau und Kollegin Ah-Bao (Janine Chun-Ning Chang) so nicht nur finanzielle Unterstützung zu liefern, sondern auch ein Stück Alltag zurückzugeben. Eine bedrückende Grundatmosphäre, die nur dadurch verstärkt wird, dass Schauspieler Cheng Chang während der Dreharbeiten 20 Kilogramm abnahm.

Zäh, aber dennoch fesselnd

Die Krebserkrankung und die emotionalen Schwierigkeiten, die sich somit für das Ehepaar ergeben, stellen das Grundgerüst von The Soul dar. Rund um dieses kleine Familiendrama spinnen sich über eine Spielzeit von 125 Minuten viele weitere Subplots, die sich zum Schluss mit vielen Wendungen zu einem großen Ganzen zusammenfinden. Bis dahin ist es aber ein langer und zu Teilen auch äußerst zäher Weg, denn Regisseur Wei-Hao Cheng stellt uns Zuschauer immer wieder auf eine Geduldsprobe und fordert immer mehr Aufmerksamkeit ein: Zunächst wird der Mord und dessen Tathergang aus allen möglichen Perspektiven immer und immer wieder in filmisch unaufgeregten Verhörszenen aufgearbeitet, um dann in einem Höhepunkt zu münden, der in manchen Filmen schon das Finale sein könnte. Nur um den Zuschauer dann eine völlig neue Ebene zu eröffnen und den Mordfall nochmals komplett aufzurollen.

Einerseits gestaltet sich diese zähe und teilweise zermürbende Herangehensweise als größtes Hindernis von The Soul, andererseits ist sie auch eine seiner größten Stärken. Schließlich eröffnet sich durch die langsame Erzählweise Stück für Stück das komplexe Mysterium rund um den Unternehmer, seinen Beraterstab und seine Familie. Niemand geht auf dem Weg zum großen Finale verloren und kann trotz etlicher Twists immer noch mithalten und die Verbindungen der verschiedenen Subplots nachvollziehen. Diese Versteifung auf das Mysterium und dessen Zusammenhänge birgt allerdings auch einige Tücken, denn dadurch leidet auch ordentlich The Soul’s Spannungsbogen. Dieser flacht nämlich zunehmend ab und fällt dem doch sehr dialoglastigen Skript zum Opfer.

Trostlos schreitet die Geschichte dahin

Es ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits will man niemanden durch das ständige Hin und Her verlieren, anderseits nimmt man The Soul einiges an Tempo und Dynamik, die man sich, zugegeben, schon sehnlichst herbeiwünscht. Wenn der Film jedoch kein Tempo machen will, so müssen die Schauspieler überzeugen und uns an den Bildschirm fesseln und das gelingt gerade Cheng Chang als kränkelnder Staatsanwalt wirklich ausnahmslos gut. Man spürt und sieht ihm den geschwächten Körper und Geist förmlich an. Denn trotz der Krankheit kommt der messerscharfer Verstand von Liang Wenchao immer wieder durch und überrascht nicht nur uns, sonder vor allem auch eine Reihe von Verdächtigen.

Der restliche Cast weiß ebenfalls zu überzeugen und bekommt, jeder für sich, einen oder zwei große Glanzmomente in denen wir als Zuschauer gebannt den Dialogen lauschen. Auch hier macht sich allerdings über die Laufzeit von 125min eine gewisse Hoffnungslosigkeit breit, denn es bleibt bei einzelnen Momenten, die im großen Wust aus Mysterium und Twists verloren gehen. Man sehnt sich als Fan des Genres dann doch nach mehr Abwechslung.

The Soul – Fazit

The Soul weiß seine Stärken gekonnt auszuspielen, auch wenn diese nicht jedermanns Fall sein werden. Ein Slowburner, der stellenweise in Dialogen ertrinkt und nicht nicht weiß, wann endlich Schluss sein soll, um das Tempo endlich etwas hochzufahren. Wen das jedoch nicht abschreckt und viel mehr Spaß daran hat von einigen sehr interessanten Charakteren langsam an eine äußerst originelle Geschichte herangeführt zu werden, kann bedenkenlos in die dystopische Welt von Regisseur und Drehbuchautor Wei-Hao Cheng abtauchen.

The Soul ist seit dem 14. April auf Netflix verfügbar!

Unsere Wertung:

 

 

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