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Yakov (Dave Davis) durchschreitet in THE VIGIL mit einer Kerze die Dunkelheit im mysteriösen Haus des Verstorbenen.

The Vigil – Die Totenwache

Blumhouse liefert mit The Vigil – Die Totenwache neues Horror-Material für das Kino und begibt sich dabei ins orthodoxe Judentum auf die Spuren eines finsteren Totengeists. Ob sich die furchteinflößende Konfrontation lohnt, erfahrt ihr hier!

THE VIGIL - DIE TOTENWACHE | Offizieller Trailer | ab 23.07. im Kino!

TitelThe Vigil – Die Totenwache
Jahr2019
LandUSA
RegieKeith Thomas
DrehbuchKeith Thomas
GenreHorror
DarstellerDave Davis, Menashe Lustig, Malky Goldman, Lynn Cohen, Fred Melamed, Ronald Cohen, Nati Rabinowitz, Moshe Lobel
Länge89 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihWild Bunch Germany
Das Filmplakat zu THE VIGIL mit wenig Lichtquellen und dem Schaden einer mysteriösen Figur.
Filmposter zu THE VIGIL © Wild Bunch Germany

Ausstieg mit Hindernissen

Das Leben für den jungen Yakov (Dave Davis) ist nicht wirklich leicht. Er hat seinen Glauben verloren und ist gerade dabei, seine streng chassidische Gemeinde in Brooklyn zu verlassen. In einer Selbsthilfegruppe lernt er das Leben außerhalb derer kennen und hadert dabei mit Geldproblemen, da er Schwierigkeiten hat, einen Job zu finden. Da kommt das Angebot seines ehemaligen Rabbis aber gerade recht. Denn dieser bittet ihn, die nächtliche Totenwache für ein verstorbenes Gemeindemitglied zu übernehmen. Erst sträubt er sich dagegen, doch das Angebot ist finanziell zu lukrativ, als dass er es ausschlagen könnte. So findet er sich in dem Haus ein und beginnt die Totenwache, nicht ahnend, dass ihn alsbald sein größter Alptraum einholen wird…

Horror mit interessanten Einblicken

„Wie speichere ich eine Nummer im Handy ab?“ oder „Wie kommuniziere ich mit einer Frau?“ – mit solchen Fragen sieht sich der junge Yakov konfrontiert, als er aus seiner streng chassidischen Gemeinde austritt. Diese orthodoxe jüdische Gemeinde hält sich sehr streng an seine religiösen Regeln und lebt mit hohen moralischen Ansprüchen und Gottesnähe. Doch einst hatte ihn ein antisemitisches Erlebnis traumatisiert und vom Glauben abkommen lassen. Dieser offene und ehrliche Blick in die jüdische Religion sorgt für interessante Erkenntnisse und zudem auch für ein frisches, unverbrauchtes Setting. Die Bräuche und Volksglauben dürften den meisten unbekannt sein und sorgen damit auch für unerwartete Spannungsmomente. Dieser Aspekt ist das Fundament für diesen reduzierten und aufs wesentliche konzentrierten Horrorfilm. Denn nachdem wir Yakov und seine prekäre Situation kennengelernt haben, werden wir auch schon mit ihm und einer mysteriösen Leiche alleingelassen.

Yakov (Dave Davis) starrt in THE VIGIL ausdruckslos in sein Handy, während hinter ihm die Leiche aufgebahrt ist.
Noch weiß Yakov (Dave Davis) nicht, was ihn mit der Todenwache alles erwarten wird. © Wild Bunch Germany

Auch wenn die Basis frisch ist, folgt der Ablauf gängigen und bekannten Mustern. Angsteinflößende Geräusche hier und merkwürdige Ereignisse dort – The Vigil – Die Totenwache spielt mit Yakov und dem Zuschauer auf gewohnte Art und Weise und kommt dabei auch nicht um „heißgeliebte“ Jump-Scares herum. Diese sind größtenteils vorhersehbar, können aber durchaus das ein oder andere Mal das Mark erschüttern. Das liegt vor allem daran, dass der Film nahezu komplett in Dunkelheit gehüllt ist und nur sehr wenige Lichtquellen nutzt. So kann man hinter jeder Ecke das Grauen erwarten, und das Haus, in dem die Totenwache stattfindet, wirkt noch schauriger und mysteriöser als ohnehin schon. Die reduzierte und verschrobene Soundkulisse tut ihr übriges, um für atmosphärischen Schauer zu Sorgen. Das audiovisuelle Gerüst geht auf und sorgt lange Zeit für ein unwohliges und mysteriöses Gefühl.

Durchschnittliche Totenwache

Das Potential von The Vigil – Die Totenwache ist von Anfang an sichtbar und stets spürbar. Geschickt werden religiöse Themen mit persönlichen Traumata und Holocaust-Erfahrungen vereint. Über die generationsübergreifende Wunde des Judentums thront hier eine düstere Macht, die für reichlich Spannung sorgt, bis es seine grausige Fratze zeigt. Doch ist dies geschehen, gehen dem Film immer mehr Puste und Ideen aus. Telefonate mit einer losen Bekanntschaft wirken wie ein Fremdkörper, und die Jumpscares werden plumper.  Das Finale ist dann gar eine einzige Enttäuschung und beendet den Film von einem auf dem anderen Moment. Und so kommt der kleine Horrorfilm nicht über interessante und gelungene Ansätze hinaus und verkommt letztlich leider nur zu einem vorhersehbaren und durchschnittlichen Genre-Beitrag, der schnell vergessen sein wird. Schade, vor allem um die wichtige und interessante Hintergrundgeschichte.

Unser Fazit zu The Vigil – Die Totenwache

Blumhouse schickt den Zuschauer mitten in eine streng orthodoxe jüdische Gemeinde und setzt damit auf ein interessantes und unverbrauchtes Setting. Das man dabei auf einen speziellen Aspekt des Volksglaubens setzt, bringt man unbekannte Elemente ins Spiel, wenngleich man diesen auf ausgetretenen Genre-Pfaden begegnet. Denn abseits seines religiösen Fundaments ist The Vigil – Die Totenwache alles andere als frisch und liefert im Kern einen weiteren Exorzismus-Reißer. Im letzten Drittel gehen ihm gar die Ideen aus und so macht er es sich trotz spannenden Ansätzen leider nur im Horror-Mittelfeld gemütlich. Ein Blick ist er dennoch wert, da er besonders inhaltlich mutiger und offener ist, als viele seiner Genre-Kollegen.

Seit dem 23.07.2020 läuft The Vigil – Die Totenwache in den deutschen Kinos!

Unsere Wertung:

 

 

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