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Anna sieht aus dem Fenster | The Woman in the Window

The Woman in the Window

Mit The Woman in the Window erscheint ein neuer Netflix-Film mit Starbesetzung auf der beliebten Streamingplattform. Ob der Psycho-Thriller mit Hitchcock-Referenzen seinem vermeintlichen Vorbild gerecht wird, erfahrt ihr hier.

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TitelThe Woman in the Window
Jahr2021
LandUSA
RegieJoe Wright
DrehbuchTracy Letts, A.J. Finn
GenreThriller
DarstellerAmy Adams, Gary Oldman, Fred Hechinger, Julianne Moore, Jennifer Jason Leigh, Wyatt Russel, Anthony Mackie
Länge102 Minuten
FSKAb 16 Jahren Freigegeben
VerleihNetflix
Anna telefoniert mit der Polizei | The Woman in the Window
Anna spricht mit der Polizei. ©Netflix

Was passiert in The Woman in the Window?

Die Kinderpsychologin Anna (Amy Adams) lebt nach ihrer Trennung allein in einem mehrstöckigen Haus und leidet an Agoraphobie. Dabei handelt es sich um eine psychische Krankheit, die es ihr nicht gestattet, das Haus zu verlassen, ohne dabei Panikattacken zu bekommen. Deswegen lässt sie David (Wyatt Russell) in ihrem Keller wohnen, der als Gegenleistung Besorgungen für sie erledigt und das Haus sauber hält. Und dann sind da noch die neuen Nachbarn, Familie Russel, die frisch im Haus gegenüber eingezogen sind, und deren Familienoberhaupt Alistair (Gary Oldman) ihr schon von Beginn an seltsam vorkommt.

Kurz nach dem Einzug bekommt Anna auch schon Besuch vom jugendlichen Sohn der Familie, welcher sich vorstellt und kurz darauf auch von Jane (Julianne Moore), der Mutter, mit der sie sich nett unterhält und einige Gläser Wein trinkt. Seit Langem fühlt sich Anna mal wieder wohl, doch kurz nachdem Jane wieder zu Hause angekommen ist, beobachtet Anna durch ihr Fenster, wie ihre neue Nachbarin blutig ermordet wird. Es beginnt ein Psychospiel, das nicht nur ihre geistige Gesundheit auf die Probe stellt.

Anna kann ihren Augen nicht trauen | The Woman in the Window
Anna kann ihren Augen nicht trauen ©Netflix

Andenken an Hitchcock

Regisseur Joe Wright (Stolz und Vorurteil, Die dunkelste Stunde) macht gar kein Geheimnis daraus, dass sein Film von Alfred Hitchcocks Meisterwerk Das Fenster zum Hof (1954) inspiriert ist. Nicht nur, dass die gesamte Prämisse sehr ähnlich ist, der Film von Hitchcock läuft sogar zu Beginn kurz in Annas Fernseher. Ganz besonders fallen natürlich die voyeuristischen Einstellungen auf, bei denen wir das Geschehen im Nachbarhaus aus Annas Perspektive sehen und deswegen nur Einblick in die Teile der Nachbarwohnung erhalten, die von den Fenstern abgedeckt werden.

Leider schafft The Woman in the Window es hier nicht einmal im Ansatz, so eine Stimmung wie sein Vorbild zu erzeugen, bei dem man die Nachbarschaft und den besagten Innenhof schon nach kurzer Zeit verinnerlicht hat. Dafür bietet er viel zu wenig Details und nutzt die Stilmittel zu wenig aus. Aber zugegebenermaßen will der Film auch gar kein Remake mit weiblicher Hauptrolle sein und setzt den Fokus auf ganz andere Themen.

Anna blickt erneut aus dem Fenster | The Woman in the Window
Anna beobachtet entsetzt, was im Nachbarhaus geschieht. ©Netflix

„Psycho“-Thriller

Auch wenn Anna an Agoraphobie leidet, fühlt sich ihre Krankheit den ganzen Film über eher wie ein Vorwand vom Drehbuch an, damit sie das Haus nicht verlässt. Generell verlangt das Drehbuch sehr viel vom Zuschauer ab, da es unsere Protagonistin immer wieder in sehr unglaubwürdige Situationen wirft und diese dann nicht wirklich zufriedenstellend auflöst. Hauptsächlich werden diese dann durch Annas Medikamente gerechtfertigt, die Halluzinationen verursachen sollen. Natürlich ist dem Zuschauer nicht klar, ob es sich wirklich um Nebenwirkungen handelt oder die Geschehnisse echt sind, aber die Begründung ist dann doch etwas zu naheliegend und einfach. Neben ihrem Krankheitsbild wirken aber auch die Motivationen aller Charaktere etwas an den Haaren herbeigezogen.

Besonders im letzten Drittel wirft The Woman in the Window nur so mit neuen Stilmitteln und Wendungen um sich. Das ist ein wenig anstrengend und fühlt sich auch sehr fehl am Platz an. Ständig stehen plötzlich Leute, wie bestellt und nicht abgeholt, in Annas Wohnung, während sie sich versucht zu erklären. Dann kommen noch die eben angesprochenen Visionen und Träume dazu. Es wirkt alles sehr willkürlich zusammengewürfelt und sorgt mehr für Fragezeichen als für Spannung.

Fazit

The Woman in the Window ist generell ein ganz spannender Thriller, der sein Potential leider recht schnell verschenkt. Die Anspielungen an Hitchcocks Klassiker fügen sich erstaunlich gut ein, funktionieren aber bei weitem nicht so gut wie im Original. Die Thematik mit der Agoraphobie und den Nebenwirkungen von Annas Medizin funktioniert leider ebenfalls nur so semi-gut, da es viel zu stressig und zu überladen an Wendungen und unglaubwürdigen Charakterentscheidungen ist. Mit viel „Suspension of Disbelief“ kann das funktionieren, aber da verlangt das Drehbuch leider sehr viel. Die Schauspieler werden zu sehr in ihre Rollen gezwungen und können den Charakteren kaum eine eigene Note verleihen. Man hat alle schon in besseren Rollen gesehen. Wenn man ein Auge zudrückt, kann man in den 102 Minuten aber eine gute Zeit haben.

The Woman in the Window ist ab dem 14.05.2021 auf Netflix verfügbar.

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