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Transmetropolitan - Alle Bildrechte liegen bei Paninicomics.

Transmetropolitan – Cyberpunk trifft Gonzojournalismus

Ein durchgeknallter Journalist und Bestsellerautor kehrt zu seiner Hassliebe zurück – einer dystopischen Cyberpunkmetropole. Transmetropolitan erzählt die drogenrauschartigen Abenteuer von Spider Jerusalem.

TitelTransmetropolitan
Jahr1997
AutorWarren Ellis
ZeichnerDarick Robertson
VerlagPaninicomics
Vom Hersteller empfohlenes Alterab 16 Jahren

 

Vom Ruhm verfolgt

Der Protagonist von Transmetropolitan ist der Journalist Spider Jerusalem. Spiders Schreibe ist Gonzo. Vor fünf Jahren schrieb er ein Politbuch, welches ihn berühmt machte. Ein bedeutender Verlag bestellte zwei weitere Bücher und gewährte ihm einen riesigen Vorschuss, mit dem sich Spider prompt aus dem Staub machte. Der Trubel um seine Person und die Stimmung in der Stadt waren ihm zuviel geworden. Also zog er sich auf einen verschneiten Berg zurück, verminte den Vorgarten, vernagelte die Fenster und begann Waffen zu horten.

Fünf Jahre später klingelt das Telefon. Sein Verleger ist dran und setzt Spider eine Gnadenfrist die beiden Bücher zu schreiben. Damit ist Spider gezwungen sein heimeliges Hinterwäldlerleben aufzugeben, den Berg zu verlassen und in die Stadt zurückzukehren, die er so sehr hasst und doch so sehr zum Schreiben braucht. Denn dort lauern die richtigen, die brisanten Themen an jeder Ecke.

Spider Jerusalem lebt verwildert und zurückgezogen im selbstgewählten Exil - Alle Bildrechte liegen bei Paninicomics
Spider Jerusalem lebt verwildert und zurückgezogen im selbstgewählten Exil – Alle Bildrechte liegen bei Paninicomics

Darf ich vorstellen: Hunter S. Thompson

Spider Jerusalem ist die Cyberpunk gewordene Inkarnation von Hunter S. Thompson, dem “Erfinder” des Gonzo-Journalismus. Sein Rückzugsort, das Haus auf dem Berg, erinnert an Thompsons Owl-Farm nahe Aspen. Zu Beginn der Geschichte sieht die Figur stark verwildert aus und hat Ähnlichkeit mit dem jungen Charles Manson. Jedoch wird er nach seiner Ankunft in der Stadt zu einer kahl rasierten, schlacksigen Gestalt, die ihre Augen hinter einer zweifarbigen, asymmetrischen Sonnenbrille (eine futuristische Kamera) versteckt.

Die Kolumnen, die er schreibt, sind bissig-zynische Kommentare, aufgeladen mit persönlicher Abscheu gegenüber Repressionen, politischen Agenden, Augenwischerei und und und. Sie erinnern an Thompsons Schreibe und die Themen seiner Gonzo Papers. Auch den gelegentlichen Drogenkonsum teilt sich Spider mit seinem Vorbild. Doch greift er hauptsächlich zu Uppern, Koffein jeder Art und Intelligenzboostern und weniger zu psychedelischen Substanzen.

Spiders persönliche Nemesis ist der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten. Auch hier spiegelt er sein Vorbild. Denn Thompson war ein aufmerksamer Beobachter von Richard Nixons Wahlkampf und Amtszeit, den er inbrünstig verabscheute.

 

Dystopischer Hexenkessel

Transmetropolitan wird dem Genre des Cyberpunk zugeordnet. Einer Spielart des SciFi, in dem große, ausufernde Metropolen den Handlungsort stellen, wie in diesem Fall Spiders namenlose Stadt. Technischer Fortschritt und ein ungebremster Informationsfluss prägen das urbane Bild. Cyberimplantate sind eine normale Form der Selbstverbesserung, in einem Szenario, welches die Schattenseiten des Kapitalismus betont.

Die Stadt ist ein knallbunter Schmelztiegel - Alle Bildrechte liegen bei Paninicomics
Die Stadt ist ein knallbunter Schmelztiegel – Alle Bildrechte liegen bei Paninicomics

Die Stadt in die Spider Jerusalem zurückkehrt, ist im Grunde selbst ein Protagonist. Dabei ist sie sogar spannender als der Held selbst. Ihre bunten Einwohner wandeln durch mit Werbung überladene Häuserschluchten. An jeder Ecke sieht man Elend. Staus verstopfen die Straßen, Müll die Bürgersteige. Alles ist völlig überreizt. Dementsprechend verwundert es überhaupt nicht, dass Spiders erste große Kolumne sich mit den Einwohnern eines Viertels beschäftigt, welche sich vom Rest der Stadt abschotten wollen. Dabei handelt es sich nicht um 0815 Bürger, sondern um Menschen, die den eigenen Gencode mit etwas Alien-DNS aufgepeppt haben und nun als Mischwesen diskriminiert werden.

Es leben die Freaks!

Transmetropolitan ist erfrischend verrückt. Umso wichtiger ist es, dass es dem Zeichner Darick Robertson gelang diese Verrücktheit einzufangen. Robertson schreckte nicht vor intensiven Farben für Klamotten und Häuserwände zurück, nutzte aber auch mattere Töne, wenn die Stimmung der Handlung es gebot. Sein Stil erinnert eher an SpiderMan und Batman Comics der 90er Jahre (kein Wunder schließlich hat er zu dieser Zeit für Marvel und DC gerarbeitet), als z.B. an den realistischeren Strich eines Greg Capullo.

Wenn die Handlung von Transmetropolitan über die Stränge schlägt, dann geben das auch die Bilder wieder. Bereits in einer sehr frühen Szene beschießt Spider seine alte Stammkneipe mit einem Raketenwerfer, die ganze Situation hat etwas Cartoonhaftes.

Auch der Autor von Transmetropolitan, Warren Ellis, arbeitete zuvor bereits an Superheldencomics für DC und Marvel. Als sich ihm mit Transmetropolitan die Möglichkeit bot etwas zu schaffen, das allein ihm gehörte, bei dem er sich alle kreativen Freiheiten nehmen konnte, griff er zu. Das Vorwort von Garth Ennis deutet an, dass Warren für das Comic seinen inneren Misanthropen kanalisierte. Entsprechend liest es sich auch.

Spider braucht die Stadt zum Schreiben, wie Luft zum Atmen - Alle Bildrechte liegen bei Paninicomics
Spider braucht die Stadt zum Schreiben, wie Luft zum Atmen – Alle Bildrechte liegen bei Paninicomics

 

Fünf Jahre in fünf Bänden

Von 1997 bis 2002 wurde die Comicreihe monatlich veröffentlicht. Inzwischen liegt die komplette Reihe in fünf Bänden als Hardcover vor. Jeder Band umfasst dabei ein Jahr der Veröffentlichung. Während es eine Metahandlung gibt, haben die verschiedenen Arcs innerhalb der Bände etwas Episodenhaftes. So verbringt Spider ein Kapitel damit nichts weiter zu tun, als sich vom Fernsehen berieseln zu lassen, während er im nächsten tief in die verschiedenen Religionen der Stadt abtaucht, um sie daraufhin alle zu lästern.

Ich bin auf Transmetropolitan gestoßen, weil mich Spider Jerusalem schon oft vom Regal einer Buchhandlung oder eines Comicbuchladens aus angrinste. Während ich lange nichts mit der Beschreibung auf dem Rücken des Einbandes anfangen konnte, waren es schließlich die ausgefallenen Kritiken der eingeschworenen Fans, die mich zum Kauf bewegeten. Einen Kauf, den ich schon beim Lesen des Vorworts nicht bereut haben.

 

Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

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  yasr-loader

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Alex

Name: Alexander Goll
Alter: gut
Bevorzugtes Genre: nicht vorhanden
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Ich verfüge über ein beängstigendes Triviawissen über die Themen, die mich interessieren. Wenn mich etwas begeistert, entfesselt es eine Leidenschaft in mir, alles darüber herauszufinden und diese Informationen mit anderen zu teilen.

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