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Trigger Warning

Eine weitere Darstellerin, die vor einigen Jahren als Zuschauermagnet und kommender Megastar galt, sich dann aber weitestgehend aus Hollywood zurückzog, ist Jessica Alba. Nun wagt die einstige Sin-City-FanFavoritin ein Comeback beim Streaming-Riesen Netflix mit Trigger Warning. Gelingt es oder sollte man selbige Warnung für den Film aussprechen?

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TitelTrigger Warning
Jahr2024
LandUSA
RegieMouly Surya
DrehbuchJohn Brancato, Josh Olson
GenreThriller, Action
DarstellerJessica Alba, Mark Webber, Gabriel Basso, Jack Weary, Anthony Michael Hall, Tone Bell, Kaiwi Lyman, Hari Dhillon
Länge98 Minuten
Altersempfehlungab 16 Jahren
VerleihNetflix
Poster zu Trigger Warning © Netflix

Darum geht’s in Trigger Warning

Die Elitesoldatin Parker (Jessica Alba) befindet sich im Auslandseinsatz, als sie vom plötzlichen und tragischen Tod ihres Vaters erfährt. Zurück in ihrem Heimatort übernimmt sie die Bar der Familie und trifft wieder auf ihren Ex-Freund Jesse (Mark Webber), mittlerweile Sheriff der Stadt, seinen hitzköpfigen Bruder Elvis (Jake Weary) und den mächtigen Vater der beiden Brüder, Senator Swann (Anthony Michael Hall). Doch dann beginnt sie sich zu wundern, was wirklich mit ihrem Vater geschah.

Parkers Suche nach Antworten läuft schon bald aus dem Ruder, als sie sich mit einer brutalen Gang anlegt, die in ihrer Heimatstadt ihr Unwesen treibt. Da sie anscheinend niemandem wirklich vertrauen kann, verlässt sich die Elitesoldatin bei ihrer Suche nach der Wahrheit auf ihre militärische Ausbildung und entpuppt sich als ernstzunehmende Gegnerin, als sie daran macht, mit der Hilfe des Hackers Spider (Tone Bell), ihrem Partner bei verdeckten Einsätzen, und dem Dealer Mike (Gabriel Basso) in Swann County aufzuräumen und für Gerechtigkeit zu sorgen.

Schema F …

Frauen in der Rächerrolle –  das war bis vor einigen Jahren noch eine erfrischende Ausnahme neben all den Testosteron-Rache-Streifen. Doch inzwischen hat sich das Subgenre innerhalb eines Subgenres zu einer, vor allem bei Streamingdiensten, inflationären Schablone entwickelt, bei der man mit minimaler Kreativität und vollem Fokus auf einer präsenten Hauptdarstellerin mal mehr, mal weniger zu unterhalten schafft. „Mehr“ trifft dabei unter anderem auf die südkoreanische Variante Kill Boksoon oder Kate mit Mary Elizabeth Winstead, beide ebenfalls bei Netflix erschienen, zu, „weniger“ würde ich der Jennifer-Lopez-Produktion The Mother oder dem Luc-Besson-Actioner Anna attributieren.

Wie geschrieben, die Grundlage ist dabei stets eine prominente Hauptrolle, die Variationen ergeben sich dann aus den jeweiligen Einflüssen, sei es kultureller Natur oder bei der Art und Weise wie dreist man augenscheinliche Vorbilder abzukupfern wagt. Bei Kill Boksoon beispielsweise haben dann die Comic-Tonalität und der Ostasien-Anstrich die relativ abgedroschene Story sehr gut übertünchen können, sodass nur wenige hier wieder die John-Wick-Vergleichskeule ausgepackt oder direkt die Schublade „Liam-Neeson-Film“ schon halbgeöffnet haben. Bei Gunpowder Milkshake hingegen waren die verschiedenen Ingredienzien schlecht abgestimmt, sodass trotz ähnlicher Vorraussetzungen am Ende die Enttäuschung überwog.

… in hässlich …

Die Liste der Vergleichsfilme ist schier endlos, doch längst haben sich hier die Abnutzungserscheinungen Bahn gebrochen, sodass man mindestens auf einer signifikanten Ebene etwas tatsächlich Neues machen muss, um überhaupt zu verdienen, im Überangebot geschaut zu werden. Und auch wenn man ohne die inzwischen salonfähig gewordenen Vorurteile gegenüber den Netflix-Freitags-Filmen an Trigger Warning herangeht, fällt es beim besten Willen schwer, hier Argumente zu finden, weshalb man diese uninspirierte, vor allem aber auch billige Produktion irgendjemandem ans Herz legen sollte. Der Look ist wohlwollend noch als TV-Film-tauglich zu beschreiben, aber während manche Streamingfilm gut und gerne auch eine Kino-Auswertung verdienten, merkt man hier in jeder Szene, dass man die Kosten drücken wollte, um ein weiteres Stück „Content“ für den Katalog zu kreieren, bei dem man womöglich wegen des Cast Hoffnungen wecken kann, dass einige den Film starten ehe sich herumspricht, dass man hier gut 100 Minuten seiner Zeit verschwendet.

Die Geschichte ist so lieblos stringent geschrieben, dass man den Machern zumindest nicht unterstellen kann, hier Komplexität und Wendungsreichtum vorzutäuschen, wo keinerlei Kniffe vorhanden sind. Ein B-Movie-Plot durch und durch mit Geheimnissen in der Familie, die ans Tageslicht treten, politischen Verschwörungen und genauso platt gezeichneten Figuren, die lediglich davon profitieren, dass man während des Sehens stets an die jeweils besseren Auftritte zurückdenkt – oder sich fragt, woher man x und y eigentlich kennt. Die „Ermittlungen“ ziehen sich im Vergleich mit der Action dann auch noch unnötig lange hin, da man hier dann auch erst sehr spät das Marketing-Versprechen einlöst: eine Jessica Alba im Racheengel-Modus, die zu brutalsten Mittel greift, um ihre Befriedigung zu erlangen.

… trotz engagierter Jessica Alba

Wobei wir schon bei der Protagonistin sind: Alba selbst kann man wahrlich am wenigsten vorwerfen. Trotz der langen Abwesenheit von Projekten größerer Reichweite, ist die Ausstrahlung in allen Szenen noch spürbar vorhanden. Im Gegensatz zu einer Jennifer Lopez in Atlas merkt man auch hier tatsächliches Schauspieltalent, wenngleich auch Alba stellenweise mit furchtbar hölzernen Dialogen und unfreiwillig komischen Drehbuchentscheidungen im Regen stehengelassen wird.

Trotz der ein oder anderen ordentlich harten Szene, mit der man die Erwachsenen-Freigabe rechtfertigt, wird auch die Brutalität hier niemanden mit einem Mindestmaß an Seherfahrung noch wirklich Respekt abnötigen. Alles in allem ist Trigger Warning gefühlt das, was man bei Netflix und Co. inzwischen eigentlich eher in Serienformate wie The Night Agent oder Terminal List packt. Die Verwunderung, dass man ohne einen fokussierten filmspezifischen Spannungsbogen hieraus einen Spielfilm gemacht hat, macht irgendwie ratlos. Dies zeugt davon, dass bei Netflix inzwischen ordentlich Sand im Getriebe bei der Selektion der Eigenproduktionen ist.

Jake Weary als Elvis, Anthony Michael Hall als Ezekiel und Mark Webber als Jesse in Trigger Warning
Jake Weary als Elvis, Anthony Michael Hall als Ezekiel und Mark Webber als Jesse in Trigger Warning © Netflix

Unser Fazit zu Trigger Warning

Trigger Warnung für Trigger Warning. Trotz der Präsenz von Jessica Alba und ein paar akzeptabel inszenierten Gewaltspitzen kommt dieser Action-Thriller um Jahrzehnte zu spät, um noch irgendjemanden wirklich unterhalten zu können. Vorhersehbar, schablonenartig und am allerschlimmsten: langweilig.

Trigger Warning ist ab dem 21. Juni 2024 bei Netflix abrufbar.

Unsere Wertung:

 

 

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© Netflix

Jan Werner

Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen.

Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern.

Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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