Filmtoast.de
Thomas (Robert Downey Jr.) und seine vier himmlischen Freunde Alfre Woodard, Kyra Sedgwick, Charles Grodin und Tom Sizemore tanzen auf der Straße. Downey Jr. schaut dabei ein wenig verdutzt drein.

Vier himmlische Freunde

In der Komödie Vier himmlische Freunde wird Robert Downey Jr. von seinen vier Schutzengeln heimgesucht. Ob Regisseur Ron Underwood einen mitreißenden und sentimentalen Spaß inszeniert hat oder Vier himmlische Freunde nur schmerzfreies Schauen verspricht, lest ihr hier bei uns.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

TitelVier himmlische Freunde (OT: Heart and Souls)
Jahr1993
LandUSA
RegieRon Underwood
DrehbuchErik Hansen, Gregory Hansen, Brent Maddock, S.S. Wilson
GenreKomödie, Drama, Sci-Fi/Fantasy
DarstellerRobert Downey Jr., Charles Grodin, Alfre Woodard, Kyra Sedgwick, Tom Sizemore, David Paymer, Elisabeth Shue, Eric Lloyd
Länge108 Minuten
FSKab 6 Jahren freigegeben
Verleihjustbridge entertainment
Das deutsche Mediabook-Cover von "Vier himmlische Freunde" zeigt Robert Downey Jr., der Elizabeth Shue in den Armen hält. Während Shue ihn anblickt, geht sein Blick zur schräg nach oben. Dort sieht man die vier Schutzengel, die die Wolken beiseite schieben und auf ihren Schützling blicken. Über diesen ragt in rosaroter Schrift der Titel des Films. Im Hintergrund ist noch eine Großstadt Skyline zu sehen.
Das deutsche Mediabook-Cover von “Vier himmlische Freunde” © justbridge entertainment

Worum geht es in Vier himmlische Freunde?

Im Jahr 1959 wird Thomas Reilly in San Francisco geboren. Zur selben Zeit sterben Harrison (Charles Grodin), Julia (Kyra Sedgwick), Penny (Alfre Woodard) und Milo (Tom Sizemore) nach einem Busunfall und sind an den neugeborenen Thomas magisch gebunden. Der kleine Thomas (Eric Lloyd) ist der einzige, der die vier himmlischen Freunde sehen kann. Da die Leute denken, Thomas sei verrückt, machen sich die Geister für ihn unsichtbar, um ihm weiteren Ärger zu ersparen.

Nach vielen Jahren ist Thomas (Robert Downey Jr.) ein erfolgreicher Banker, der seine Geisterfreunde schon längst vergessen hat. Als der Busfahrende Fährmann (David Paymer) kommt, um die vier endlich abzuholen, wird die Zeit knapp. Die vier bekommen eine letzte Chance, die in ihrer Lebenszeit unerledigten Angelegenheiten zu regeln. Doch das kann nur mit Thomas‘ Hilfe gelingen. Die Geister erscheinen ihm wieder und das Chaos nimmt seinen Lauf.




Nichts Neues, dafür eine Menge Herz

Gewitterwolken schweben über San Francisco in jener unheilvollen Nacht, in der die später vier himmlischen Freunde ums Leben kommen. Nach und nach werden diese vier vorgestellt: Bibliothekar Harrison, der bei einem Vorsingen ist, die alleinerziehende Mutter Penny, die an ihrer Türschwelle nach ihren Kindern ruft, sowie Julia, die als Kellnerin in einem Comedyclub arbeitet, und Milo, der gerade in ein Haus einbricht. Schon mit den wenigen Szenen und Informationen zu Beginn kommt es zu ein wenig Wehmut, da der Zuschauer um das baldige Schicksal der vier weiß. Denn in dieser recht kurzen Zeit stellt sich schon ein Gefühl der Sympathie für die vier bald Geister ein.

Trotzdem stellt sich schon bald ein charmant lustiger Part der Handlung ein. Die mehr als unterschiedlichen vier himmlischen Freunde bespaßen und unterstützen ihren Schützling wo sie nur können. Ob mit bildlichen Referaten über den Bürgerkrieg oder einfach musikalischer Untermalung beim Toilettengang, sie sind immer für ihn da. Allerdings sorgen diese auch für manch Problematik, denn auf Pferderennen zu wetten und scheinbar alleine im Badezimmer singen und tanzen, stößt in seinem Umfeld auf Unverständnis. Infolgedessen verschwinden die vier Begleiter für den kleinen Jungen in einem sentimental anrührenden Moment, doch die Reise ist noch längst nicht vorbei.

Wenn der Tremors-Regisseur sentimental wird

Regisseur Ron Underwood hatte zuvor mit Tremors – Im Land der Raketenwürmer, welcher eine ganz andere Art von Film darstellt, seinen Durchbruch. Für Vier himmlische Freunde zeigt er nur in Ansätzen, dass er ein Auge für visuell aufregende Szenen besitzt, da die Geister selten durch Wände gehen oder fliegen. Das muss erstmal nichts Schlechtes heißen, denn gerade hierdurch kommt es auch nicht zu schlecht gealterten Szenen.

Mit City Slickers bewies Underwood auch vorweg, dass er ein Händchen für seichte Comedy besitzt und legt beim Vier himmlische Freunde sein Hauptaugenmerk auf ein enormes Wohlgefühl beim Zuschauer. Wie schon beim Film über die Großstadt-Cowboys holte er sich Komponist Marc Shaiman (Eine Frage der Ehre, Mary Poppins Rückkehr) dazu, um dieses Ziel zu erreichen. Dessen Score sollte die anrührende Stimmung weiter bekräftigen, was diesem übers Ziel hinaus gelingt. Aber genügt das, um dem Film eine eigene Identität zu verleihen?

Anne (Elizabeth Shue) und Thomas (Robert Downey Jr.) in einem innigen Moment in "Vier himmlische Freunde". Beide schauen sich tief in die Augen. Die Lichtverhältnisse sind abgedunkelt, wodurch viele Schatten auf die beiden Gesichter fallen. Shue trägt ein rotes Kleid und Downey Jr. ein beige-graues Jacket.
Anne (Elizabeth Shue) und Thomas (Robert Downey Jr.) in einem innigen Moment © justbridge entertainment

Komödie oder Drama? – Die Antwort liegt irgendwo in der Mitte

Dafür sollte ein Film nennenswerte Momente liefern, damit er nicht unter vielen des Genres untergeht. Vier himmlische Freunde hat aber das Problem, dass er weder als Komödie noch als Drama genügend außergewöhnliche Momente kreiert. Sicherlich bieten einige Szenen amüsanten und vor allem sympathischen Spaß. Aber wird das gesamte Werk betrachtet, plätschert der Film vermutlich für manchen Geschmack zu sehr vor sich hin. Das mag auch an der Grundidee liegen, da Filme mit himmlischen Prämissen häufig dazu tendieren, entweder tiefgehend und lebensbejahend zu sein oder im eigenen Kitsch regelrecht zu ertrinken. Im Gegensatz zu gleichgesinnten Werken, wie Verborgene Schönheit oder Ist das Leben nicht schön?verschlägt es Vier himmlische Freunde in keine der beiden Stilrichtungen. Stattdessen legt sich der Film nie in Gänze auf eine Ausrichtung fest und schwebt irgendwo dazwischen.

Hierdurch schafft es Vier himmlische Freunde die Gemüter zu bewegen und zu berühren, ohne dabei zu klischeehaft zu wirken. Das liegt an sehr sympathischen Szenen, wie zum Beispiel durch eine kurze musicalartige Nummer mitten auf der Straße, wenn „Walk like a Man“ von The Four Seasons performt wird, oder auch wenn Musiker-Legende B.B. King in einem kurzen Cameo für ein erwärmendes Lächeln sorgt. Vor allem aber, punktet Vier himmlische Freunde mit seinem Cast, um das sympathische Quartett Grodin, Sedgwick, Woodard und Sizemore, und einem jungen und sehr gut aufgelegten Robert Downey Jr., der sehr viel körperlichen Einsatz für seine Rolle zeigt.

Robert Downey Jr. spielt wörtlich wie besessen in "Vier himmlische Freunde". Auch auf dem Bild ist er nicht in Besitz seines Körpers. Dieser wurde von einem der weiblichen Geister übernommen. Dies ist zu erkennen, da Downey Jr. typische weiblichen Manierismen zeigt und auf dem Bild einen älteren Mann im Anzug bezirzt, der an einem Besprrechungstisch sitzt. Dafür steht er hinter ihm und legt seine Arme über die Schultern des älteren Herren. Darüber hinaus blickt er mit Schmollmund und großen Augen in die Runde.
Robert Downey Jr. spielt wörtlich wie besessen in “Vier himmlische Freunde” © justbridge entertainment

Ein durchweg liebenswerter Cast

Insbesondere, wenn Robert Downey Jr. seine Co-Stars verkörpert, während diese seinen Körper übernehmen. Ob als verführerische Julia, überdrehte Penny, zurückhaltender Harrison oder als prahlerischer Milo, der spätere Iron Man-Star spielt den Besessenen anschaulich amüsant. Den Charakter des Thomas spielt er dagegen recht oberflächlich und zieht dennoch aus jeder Szene etwas Gewitztes, komisches und sehr sympathisches heraus.

Ebenfalls trifft dies auf Charles Grodin (Ein Hund namens Beethoven), Alfre Woodard (Zwielicht), Kyra Sedgwick (The Closer) und Tom Sizemore (Heat), die die vier Geister, die an ihn gebunden sind, sehr liebenswert darstellen. Auch wenn diese sicherlich sehr generische Figuren spielen, erschaffen die Darsteller eine sehr nachvollziehbare Bindung für den Zuschauer. Darüber hinaus hat David Paymer (Ocean’s 13) als verstorbener Busfahrer, der die vier himmlischen Freunde endlich in den Himmel abholen möchte, ebenfalls einige sehr amüsante Szenen. Nicht zu vergessen, Elisabeth Shue (Death Wish), als Thomas Freundin Anne, und Eric Lloyd, der hier seinen ersten Auftritt hatte und ein Jahr später durch die Santa Clause-Filme mit Tim Allen einem breiteren Publikum bekannt wurde.

David Paymer spielt den Busfahrenden Fährmann in "Vier himmlische Freunde". Auf dem Bild sieht man ihn in einer typisch amerikanischen Busfahrerkluft. Zu dieser gehört ein weißes Hemd mit dunkler Krawatte. Darüber eine dunkle einfarbige Jacke und eine ebenfalls dunkle Mütze, die wie eine klassische Polizisten Kopfbedeckung aussieht. Paymer lächelt auf dem Bild und hebt seine linke Hand zum Gruß.
David Paymer spielt den Busfahrenden Fährmann in “Vier himmlische Freunde” © justbridge entertainment

Vier himmlische Freunde im Mediabook

Das Mediabook-Cover von Vier himmlische Freunde ist schlicht, aber ansehnlich gestaltet (siehe Filmtoast Unboxing). Neben der Blu-ray beinhaltet die Sonderedition auch eine DVD für diejenigen, die ein neueres Abspielgerät noch nicht in ihrem Besitz haben. Auf den Discs selbst befindet sich keinerlei Bonusmaterial.  Dafür beinhaltet das Mediabook ein 20-seitiges Booklet mit einigen interessanten Infos. Unter anderem wie die Idee zum Film entstand sowie etwas über den Werdegang von Darsteller Robert Downey Jr..

Bild und Ton wurden bei der begutachteten Blu-ray sehr ordentlich restauriert. Die deutsche Tonspur kommt zudem mit der Möglichkeit von 5.1 DTS HD-MA besser daher als die originale englische Spur, die nur über 5.1 Dolby Digital verfügt. Allerdings trägt der Ton ebenso wie die visuellen Aspekte wenig zum Film bei, weswegen dieser nicht so deutlich zur Geltung kommt. 5.1 Dolby Digital steht bei der DVD sowohl für die deutsche als auch für die englische Tonspur zur Verfügung.

Unser Fazit zu Vier himmlische Freunde 

Vier himmlische Freunde versucht beinahe mit Gewalt die Sympathien des Zuschauers zu gewinnen und dabei über ein paar Mängel hinwegzutäuschen. Doch wenn man hierfür offen ist, dann weiß die Komödie mitzureißen. Der Ausdruck, dass der Film das Herz am rechten Fleck trägt, trifft es nicht ganz. Die hoffnungslos sentimentale Komödie punktet vor allem dank seiner vier sympathischen Schutzengel und einem unterhaltsam aufspielenden Robert Downey Jr., der besonders aufdreht, wenn die Schutzengel in ihn hineinschlüpfen. Empfehlenswert für jeden der sagt, „ich weiß es ist Kitsch, aber ich mag es trotzdem.“

Vier himmlische Freunde ist seit dem 02.10.2020 als Mediabook erhältlich.

Unsere Wertung:

 

Vier Himmlische Freunde (Mediabook) (+ DVD) [Blu-ray]
Kundenbewertungen
Vier Himmlische Freunde (Mediabook) (+ DVD) [Blu-ray]*
von justbridge entertainment (Rough Trade Distribution)
Unverb. Preisempf.: € 18,51 Du sparst: € 0,49 (3%) Prime Preis: € 18,02 Jetzt auf Amazon kaufen*
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
City Slickers - Special Edition [Blu-ray]
Kundenbewertungen
Prime Preis: € 12,98 Jetzt auf Amazon kaufen*
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
© justbridge Entertainment

Kommentar hinzufügen