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Werner fährt auf seinem Motorrad über eine Wiese, Werner - Volles Rooäää!!! ©Constantin Film

Werner – Volles Rooäää!!!

Werner – Volles Rooäää!!! ist die dritte Verfilmung von Rötger Feldmanns berühmten Szene-Comics. Mit rund 80 Minuten versuchen er und sein Bruder Andi Feldmann erneut, den Frei-Schnauze-Humor von Werner und Co. auf die Leinwand zu bringen. Ob dies erneut gelungen ist, erfahrt ihr im Folgenden!

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TitelWerner – Volles Rooäää!!!
Jahr1999
LandDeutschland
RegieGerhard Hahn
DrehbuchAndi Feldmann, Rötger Feldmann
GenreKomödie, Zeichentrickfilm 
DarstellerKlaus Büchner, Andi Feldmann, Lilo Wanders, Rötger Feldmann, Raymond Voß, Axel Ludwig, Friederike von Hof, Karl-Otto „Kulle“ Westphal, Jan Fedder, Robert Schlunze, Thomas Struck, Benno Hoffmann, Harald Wehmeier, Volker Nökel, Bertram Hiese, Ruth Rockenschaub
Länge78 Minuten
FSKab 6 Jahren freigegeben
VerleihConstantin Film
Blu-ray-Cover, Werner - Volles Rooäää!!!
Das Blu-ray-Cover zu Werner – Volles Rooäää!!! © Constantin Film

Einsatz für die Hafenkante – Die Handlung von Werner – Volles Rooäää!!!

Günter Günzelsen ist Eigentümer einer Baufirma in Knöllerup. Sein neuestes Projekt sieht vor, im nahegelegenen Hafenviertel ein Shopping-Center zu errichten. Dass dabei mehrere Wohnblocks und die örtliche Hafenkneipe weichen müssen, ist für Günzelsen wenig von Belang. Die dort wohnenden und verkehrenden Bürger sehen das jedoch anders.

Unter ihnen sind auch Werner und seine Freunde. Um zu verhindern, dass Günzelsen seinen Plan verwirklichen kann, lassen sich die Motorrad-Enthusiasten etwas einfallen. Mit von der Partie sind Werners Arbeitskollege Eckat und deren Chef Walter Röhrich. Auf die unfreiwillige Hilfe des Sanitärmeisters ist stets Verlass. Doch auch Günzelsen hat ein Ass im Ärmel und legt alles daran, sein kapitalistisches Vorhaben durchzusetzen…

Werner 2000

Für ihren dritten Werner-Streifen haben sich Regisseur Gerhard Hahn, der bereits bei den ersten beiden Teilen Regie führte, und die Feldmann-Brüder abermals für einen reinen Zeichentrickfilm entschieden. Im Gegensatz zu Werner – Beinhart! und Werner – Das muß kesseln!!! erkennt der Zuschauer hier bereits die technischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts. Werner – Volles Rooäää!!! sieht im direkten Vergleich sehr gut aus und die Animationen zeugen von moderner Trickfilmkunst. Nach den Erfolgen der ersten beiden Teile haben die Verantwortlichen eine Schippe drauf gelegt und lassen Werner in neuem filmischen Glanz erstrahlen.

Die Musik geht hier zwar immer noch ins Ohr, bleibt jedoch nicht mehr solange im Kopf wie einst „Beinhart“ von Torfrock oder „Ich bin ein Mann“ von Ted Herold. Auch wenn der Film 1999 den „Bogey Award“, einen deutschen Filmpreis, für zwei Millionen Kinobesucher innerhalb von 20 Tagen erhielt, hat das Zeichentrickwerk heute nur geringen Wiedersehwert.

Werner fährt auf seinem Motorrad über eine Wiese, Werner - Volles Rooäää!!!
Vor allem in der Eingangssequenz, in der Werner auf seinem Motorrad durch die Landschaft rast, werden die neuen technischen Möglichkeiten ersichtlich. © Constantin Film

Ein Film für Nebendarsteller

Es sind zwar erneut die Charaktere zu sehen, auf die der Zuschauer sich freut, sobald von einem Werner-Film die Rede ist: unter anderem Meister Röhrich, Eckat, Günzelsen, Präsi, Andi, Herr Hüpenbecker und allen voran Werner höchstpersönlich. Doch leider kommt der Anteil der namensgebenden Hauptfigur ein wenig zu kurz. Werner hat binnen einer halben Stunde lediglich zwei bis drei Sätze geäußert. Der Humor, den die freie Schnauze und die lockere Art des lernenden Handwerkers stets versprochen hat, fehlt hier zu Beginn. Werners Witz erreicht im Laufe des Films nicht die Lockerheit wie in den vergangenen Jahren. Einziger Pluspunkt: Werner – Volles Rooäää!!! bietet mehr erinnerungswürdige Zitate als der zweite Teil und reicht mit seinem Phrasenreichtum an den ersten Film heran: „Und weht der Wind von Westen, klebt Röhrichs Arsch am besten“ ist nur ein Zitat, das in Werner-Kreisen die Zeit überdauern wird.

Die restlichen Charaktere treten dafür mehr zu Tage. Sie stehen mit ihren Eigenarten im Vordergrund und geben dem Zuschauer das Gefühl, Teil des Lebens an der Hafenkante zu sein. Allerdings ist die Synchronisationsarbeit nicht so gut gelungen wie noch in den ersten beiden Filmen. Es sind zwar die ikonischen Stimmen von Klaus Büchner als Werner, Andi Feldmann als Röhrich und Raymond Voß als Rocker-Chef Präsi dabei. Doch wäre es weitaus humorvoller gewesen, Voß‘ Stimme auch Günter Günzelsen zu leihen, wie bereits in Werner – Beinhart! geschehen. Stattdessen wird der geldgierige Unternehmer von Axel Ludwig gesprochen, der der Stimme zwar auch einen gewissen aggressiven Nachdruck verleiht, doch lange nicht die aufbrausende Genialität von Voß erreicht.

Andi, Käpt'n Brassman und Oma Wernersen stehen nebeneinander an einem Tisch in der Hafenkneipe
Auch für Andi (links), Käpt’n Brassman (Mitte) und Oma Wernersen (rechts) würde sich das Leben an der Hafenkante schlagartig verändern, wenn sie nichts gegen Günzelsen unternehmen. © Constantin Film

Der Humor von Werner – Volles Rooäää!!!

Der Humor wird stark von den Sprüchen der Charakteren getragen. Allen voran sorgt Dauerbrenner Röhrich für Witz und naive Gelassenheit. Auch Günzelsen und die Bewohner des Hafenviertels haben ihre Momente. Zu guter Letzt darf natürlich auch der Fäkal-Humor nicht fehlen. Ein Werner-Film wäre kein Werner-Film, wenn nicht ein Teil der Witze unterhalb der Gürtellinie angesiedelt wäre. Also erst wenn ein Charakter wortwörtlich bis zum Hals in Fäkalien steht, hat der Film sein humoristisches Potenzial voll entfaltet. Wie bereits in den ersten beiden Teilen ist das nicht jedermanns Sache. Zudem ist die Altersfreigabe ab sechs Jahren in manchen Szenen eher fragwürdig.

Wenn Werner – Volles Rooäää!!! absichtlich witzig sein möchte, dann gelingt dies meist nur in Form von trockenen Einzeilern. Die Szenen, die gewollt auf Lacher aus sind, wirken teils sehr erzwungen. So zum Beispiel Werners inszenierte Hitler-Parodie. Darstellungen dieser Art werden zwar nie alt und immer wieder gerne in Filmen verwendet, um das Publikum zum Lachen zu bringen, aber mittlerweile hat der Hitler-Witz sich ein wenig überlebt. Solche Parodien gepaart mit Fäkal-Humor mögen damals witzig gewesen sein und für manche vielleicht heute noch, doch insgesamt ist dieser Witz zu albern und zu wenig durchdacht. Der Humor ist zu einfach, selbst für einen Werner-Film.

Werner als Hitler verkleidet, steht im Beiwagen, während Andi als Soldat verkleidet das Motorrad fährt
Als Hitler verkleidet, versucht Werner (links) mit dem Schlachtruf „Scheißen fürs Vaterland“ die neo-nationalsozialistischen Wachleute auf Günzelsens Baustelle zu beeinflussen und das Unternehmen des Bauherren zu sabotieren. © Constantin Film

Der Alltag an der Hafenkante – Mein Fazit

In Werner – Volles Rooäää!!! passiert so gut wie gar nichts: Der Film zeigt Alltagsszenen der Bürger im Hafenviertel, das Geschäft von Meister Röhrich und dessen Querelen mit Günter Günzelsen. Vielfältig an Charakteren ist er durchaus und die neuen Animationstechniken kommen gelungen zum Einsatz, aber es mangelt dem Film an tragender Handlung.

Zu guter Letzt fehlt es an rundum gelungenem Humor. Der gewollte Witz ist zu erzwungen und wirkt zu überzogen. Die Einzeiler und Sprüche der verschiedenen Charaktere sorgen dennoch für Lacher seitens der Zuschauer. Es sind abermals die charakteristischen Eigenarten der Bewohner der Werner-Welt, die witzig sind. Und so ist Werner – Volles Rooäää!!! kein Film für jemanden, der noch nie einen Werner-Film gesehen hat. Genauso wenig ist es ein Film für jemanden, der ein durch und durch witziges Zeichentrickwerk sehen möchte. Er ist für Werner-Fans gemacht, die sich an der trockenen Art der Comics erfreuen können und sich gerne für rund eineinhalb Stunden von platten Schnauzen beschallen lassen. Der Film ist keinesfalls gelungen, aber als Werner-Freund kann man ihn sich durchaus einmalig zu Gemüte führen. In diesem Sinne: Herkommen… hinsetzen… anschauen…

Die Werner-Box ist seit dem 05. März 2020 auf Blu-Ray erhältlich!

Unsere Wertung:

 

 

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