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Sinqua Walls und Jack Harlow in WHITE MEN CAN´T JUMP

White Men Can’t Jump

White Men Can’t Jump ist ein Remake des Films Weiße Jungs bringen’s nicht (1992). Ob der Film von Calmatic ebenso frech und provokant ist wie das Original, erfahrt ihr in unserer Kritik!

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TitelWhite Men Can’t Jump
Jahr2023
LandUSA
RegieCalmatic
DrehbuchKenya Barris, Doug Hall
GenreSportfilm, Drama, Komödie
DarstellerSinqua Walls, Jack Harlow, Lance Reddick, Laura Harrier
Länge101 Minuten
FSKab 6 Jahren freigegeben
VerleihDisney+
© 2023 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Die Handlung von White Men Can’t Jump

Jeremy (Jack Harlow), ein ehemaliger Basketballspieler, der seine Karriere aufgrund einer schweren Knieverletzung beenden musste, tut sich mit Kamal (Sinqua Walls), der sich seine Zukunft als Profisportler verbaut hat, zusammen. Die beiden Basketballer, die neben dem Sport allerdings noch mit finanziellen Problemen und Beziehungsproblemen zu kämpfen haben, müssen für den großen Turniersieg einige Schicksalsschläge einstecken…

Original vs. Remake

Die Sportkomödie Weiße Jungs bringen’s nicht aus dem Jahr 1992, geschrieben und inszeniert von Ron Shelton, ist für viele Kinder der 90er sicherlich eine absolute Herzensangelegenheit. Der Film mit Woody Harrelson (u. a. White House Plumbers) und Wesley Snipes (u. a. Blade) überzeugt noch heute mit unangebrachten Provokationen, einer sehr verzerrten Culture-Clash-Thematik und humorvollen Dialogen. Snipes und Harrelson tun ihr Übriges und füllen ihre Figuren mit Leben, vor allem harmonieren sie hervorragend miteinander.

Das sind natürlich große Fußstapfen, in die der Musikvideo-Regisseur Calmatic tritt. Doch das Original ist gewiss nicht unanfechtbar – einige Handlungsstränge sind recht unnötig oder eben nicht mehr zeitgemäß und können durchaus eine moderne Betrachtungsweise vertragen. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass Kenya Barris federführend das Projekt betreut hat. Barris hat in den vergangenen Jahren an einigen Filmen und Serien (u. a. Black-ish) mitgewirkt, die versuchen, den Culture-Clash auf eine moderne Art und Weise zu behandeln. So sind die Arbeiten von Barris bereits jetzt geprägt von aktuellen Themen, Konflikten zwischen unterschiedlichen Kulturen oder Klassen und auch von einem ganz bestimmten Humor. Dass das allerdings nicht immer klappt, hat allerdings zuletzt sein Film You People (mit Jonah Hill und Eddie Murphy) gezeigt.

Jack Harlow und Sinqua Walls auf dem Weg zu einem Basketball-Match.
Auf dem Weg zum Match © 2023 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Komplexität = Qualität?

Etwas gefestigter fühlt sich nunmehr White Men Can’t Jump an, der inhaltlich durchdachter ist als You People und gegenüber dem Original auch teilweise tiefgründiger agiert. In Weiße Jungs bringen’s nicht werden die Motive und Hintergründe der einzelnen Figuren teils nur angedeutet. Das Remake geht da wesentlich weiter und baut tiefergehende und komplexere Figuren auf. Doch so wirklich will diese geschaffene Tiefe nicht harmonieren – und schon gar nicht im Zusammenspiel bzw. im Vergleich mit dem Original. Zwar sollen beiden Filme für sich betrachtet und auch bewertet werden. Allerdings zeigt gerade der Vergleich auf, dass der Film von Calmatic und Barris trotz der guten Erzählweise und der tieferen Auseinandersetzung mit aktuellen Thematiken nicht zwingend eine komplexe Story oder Figurenzeichnung ausmacht. Vielmehr zeigt der Originalfilm, wie man solche Thematiken mit relativ einfachen Mitteln erzählen kann.

White Men Can’t Jump wirkt deshalb einfach nicht vollständig auserzählt, oftmals sogar überladen und unfokussiert. Was in Anbetracht einiger cleverer Ideen der Filmemacher äußerst ärgerlich ist. Jeremy ist dabei eine sehr ambivalente Figur, die den Nerv der Zeit trifft. Auf den ersten Blick mag die Figur von Jack Harlow mit seinem Yoga-Lifestyle eher plakativ oder klischeebehaftet sein. Doch in der näheren Betrachtung steckt deutlich mehr dahinter. Als Sportler, der seine Karriere aufgrund einer schweren Verletzung beenden musste und nun als Personalcoach andere Sportler auf dem Weg zur großen Karriere unterstützt, lebt dieser seinen Klienten ein gesundes Leben vor. Er verkauft entgiftende Detox-Säfte, meditiert; doch im Privaten sieht es ganz anders aus – Schmerzmittel, Drogen und Alkohol prägen sein Leben.

Die Freunde von Kamal (Sinqua Walls) helfen wo sie nur können.
Die Freunde von Kamal sind immer hilfsbereit © 2023 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Aus Gloria wird Tatiana

Und auch seine Freundin Tatiana (Laura Harrier) kommt durchaus zeitgemäßer rüber als Gloria (Rosie Perez) aus dem Originalfilm. Lebte Gloria in Weiße Jungs bringen’s nicht ein Leben für die Quizshow „Jeopardy!“, so ist Tatiana in dem Remake eine talentierte Choreografin, die mit den Beinen fest im Leben steht. Ähnlich steht es um die Figur von Sinqua Walls, die als Paketzusteller arbeitet, welcher regelmäßig von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Als einer der talentiertesten Basketballspieler seiner Zeit sollte Kamal Profisportler werden. Gezeigt wird dies in Flashback-Sequenzen, die seine Hintergrundgeschichte, in der sein Vater, gespielt von Lance Reddick, eine wichtige Rolle spielt, zeigen.

Es sind diese kleinen und ganz eigenen Erzählungen in White Men Can’t Jump, die den Film ausmachen und ihm einen eigenen Spirit geben. So steht der Film nicht unbedingt in Konkurrenz zum Original, wenngleich sich der Film immer diesem Vergleich stellen muss. Dass der Regisseur und die Drehbuchautoren nicht erkannt haben, dass der Film eine eigene Identität hat, ist umso ärgerlicher, als der Film es nicht schafft, sich visuell abzuheben. Gleiches gilt für unsere Protagonisten, die insgesamt harmonisch miteinander agieren und genau in dieses Setting und den Look passen, aber hierin nicht an das Niveau von Harrelson und Snipes herankommen.

Teyana Taylor spielt die Ehefrau von Kamal (Sinqua Walls).
Teyana Taylor spielt die Ehefrau von Kamal © 2023 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Unser Fazit zu White Men Can’t Jump:

White Men Can’t Jump von Calmatic hat einen schweren Stand, muss sich der Film doch mit dem populären Original Weiße Jungs bringen’s nicht messen. Es ist ein Vergleich, dem der Film nicht gerecht werden kann. Zwar ist die Grundprämisse ähnlich, dennoch erweist sich der Film von Calmatic als ein eigenständiges Werk mit eigenen Idealen und Werten.

Und doch kann White Men Can’t Jump nicht wirklich aus dem Schatten des Originals steigen. Weder inhaltlich noch visuell kann der Film von Calmatic voll überzeugen, so dass es am Ende nur eine solide Sportkomödie ist, die wie eine verpasste Gelegenheit wirkt.

White Men Can’t Jump ist am 19.05.2023 auf Disney+ gestartet!

Unsere Wertung:

 

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