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    7500

    Patrick Krämervon Patrick Krämer26. Dezember 2019Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Der Co-Pilot Ellis, Joseph Gordon-Levitt, im Cockpit
    Joseph Gordon-Levitt als Co-Pilot Ellis in 7500 © Universum Film
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    Ein Schauplatz, nur eine Handvoll relevante Charaktere und ein minimalistischer Plot. 7500, der neue Film von Patrick Vollrath, ist ein Kammerspiel par excellence. Ob der mit Joseph Gordon-Levitt namhaft besetzte Thriller überzeugen kann lest ihr in unserer Rezension.

    [su_youtube URL=“https://www.youtube.com/watch?v=3sUVvBp-_s0″]

    Das Filmplakat zu 7500
    Das Plakat zu 7500 © Universum Film

    Worum geht’s in 7500?

    Pilot Michael Lutzmann (Carlo Kitzlinger) und sein amerikanischer Co-Pilot Tobias Ellis (Joseph Gordon-Levitt, bekannt aus Inception und Snowden) befördern ihren Airbus A319 sicher in die Luft und stellen sich dementsprechend auf einen ruhigen Flug von Berlin nach Paris ein. Ellis‘ deutsch-türkische Freundin Gökçe, die den Flug als Stewardess begleitet, ist ebenfalls mit an Bord.




    Doch dann, als eine Kollegin von Gökçe die Tür zum Cockpit öffnet, passiert das Unvorstellbare. Eine Gruppe von Flugzeugentführern versucht, in das Cockpit zu gelangen und die Kontrolle über das Flugzeug zu erlangen, wobei Pilot Lutzmann schwer verletzt wird. Zunächst gelingt es Ellis, die Angreifer abzuwehren. Doch kann er sich lang genug im Cockpit verschanzen, um das Flugzeug sicher zu landen?

    Das Personal an Bord

    Vor der Kamera dominiert mit Joseph Gordon-Levitt ein auch international bekannter Name den Cast. Mit seiner Rolle des Co-Piloten Ellis stiehlt er den Nebenrollen über weite Strecken des Films die Show und liefert eine durchweg überzeugende Leistung ab. Zu jeder Sekunde nimmt man ihm die Todesangst, gepaart mit dem unbedingten Willen, sich und das Flugzeug zu retten, ab. Da geraten Nora Dalay, unter anderem seit 2012 als Aylin Tezel Teil des Dortmunder Tatort-Ermittlerteams, als Tobis‘ deutsch-türkische Freundin und Stewardess Gökçe sowie Carlo Kitzlinger als Pilot ein wenig in den Hintergrund.

    Fun-Fact: Carlo Kitzlinger ist tatsächlich ausgebildeter Pilot und war von 2007 bis 2016 Flugkapitän. Seit 2009 ist er regelmäßig in TV- und kleineren Kinoproduktionen zu sehen. Mit der Kombination war er vermutlich eine recht einfache Casting-Entscheidung.

    Ein weiteres bekanntes Gesicht findet man im Falle von Flugzeugentführer Kenan. Denn diese Rolle wird von Murathan Muslu verkörpert, den man jüngst in der deutschen Gangster-Drama-Serie Skylines und in Pelikanblut bewundern durfte.

    Für Regie und Drehbuch zeichnet sich Patrick Vollrath verantwortlich, der in beiden Disziplinen mit 7500 sein Langfilmdebüt hinlegt. Beim Buch erhielt Vollrath Unterstützung von Senad Halilbašić, der sich unter anderem als Dramaturg und Theaterwissenschaftler einen Namen in der Szene gemacht hat und damit hervorragend zum Kammerspielcharakter von 7500 passt.

    Ein großes Kompliment gilt übrigens der Kameraarbeit von Sebastian Thaler. In seinem zweiten Werk nach Ugly aus dem Jahr 2017 setzt er das enge Cockpit grandios in Szene und holt alles Menschenmögliche aus den schwierigen Licht- und Platzverhältnissen raus.

    Der Co-Pilot, Joseph Gordon-Levitt, im Cockpit
    Joseph Gordon-Levitt als Co-Pilot Ellis in 7500 © Universum Film

    Turbulenzen in der Spannungskurve

    Unter dem Strich bietet die erste Hälfte von 7500 fantastisches Genre-Kino! Durch den Fokus auf die Situation im Cockpit baut Vollrath immer weiter Spannung auf. Der Zuschauer erlebt den kompletten Film aus der Perspektive des Co-Piloten Ellis und verfügt dadurch auch immer nur über dessen Wissensstand. Somit kann man die Anspannung förmlich greifen und sämtliche Entscheidungen intensiv nachfühlen und für sich selbst bewerten. Die Geschehnisse vor dem Cockpit sieht man indes nur durch einen kleinen Kontrollmonitor. In Verbindung mit den unaufhörlichen Schlägen gegen die Tür erzeugt 7500 eine enorm unangenehme und bedrückende Atmosphäre.

    Umso ernüchternder ist es dann, dass die fast zum zerbersten angezogene Spannungsschraube in der zweiten Hälfte signifikant gelockert wird. Zum Finale hin fühlt es sich daher eher nach einem langsamen Ausphasen der Geschichte als nach dem Zusteuern auf einen fulminanten Klimax an.

    Auf dem Kontrollmonitor in 7500 sehen wir, wie einer der Entführer eine Geisel bedroht
    Die Geschehnisse außerhalb der Cockpits sehen wir nur per Kontrollmonitor © Universum Film

    Thriller oder Drama?

    Schon aus der Zusammenfassung des Plots dürfte deutlich werden, dass das Drehbuch von Patrick Vollrath und Senad Halilbašić Charaktere aus einer Vielzahl unterschiedlicher Ethnien beherbergt. Sei es der amerikanische Co-Pilot, seine deutsch-türkische Freundin oder auch die potenziell islamistischen Flugzeugentführer. Verbunden mit dem Wissen, dass 7500 Filmförderung aus ganz unterschiedlichen Förderungstöpfen erhalten hat, kann man dem Film die Absicht unterstellen, zumindest ein Kommentar auf die multikulturelle Gesellschaft in einer globalisierten Welt sein zu wollen.

    Dafür macht er es sich allerdings mit der Motivation der Flugzeugentführer eine Spur zu leicht. Um neben gelungenem Thriller ebenfalls als gelungenes Sozialdrama wahrgenommen zu werden, fehlt es den Figuren von 7500 leider an Charaktertiefe und dem Plot an gesellschaftlicher Tragweite.

    Der Co-Pilot mit einer Kopfwunde auf dem Boden des Cockpits in 7500
    Die Lage wird immer aussichtsloser in 7500 © Universum Film

    Mein Fazit zu 7500

    7500 funktioniert als spannendes Kammerspiel. Mit dem eindrucksvollen Kampf ums Überleben und der bedrückenden Atmosphäre des belagerten Cockpits. Die etwas plumpe Motivation der Flugzeugentführer mag realitätsnah sein, nimmt dem Film aber ein wenig den Wind aus den Segeln, um auch als Sozial-Drama funktionieren zu können. Zudem flacht die Spannungskurve in der zweiten Hälfte zu sehr ab, als dass es für den ganz großen Wurf reichen würde. Ein kompetenter Genre-Beitrag ist 7500 aber allemal.

    7500 läuft ab dem 26. Dezember in den deutschen Kinos.


    © Universum Film

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