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    Startseite » Burn Out
    Filme

    Burn Out

    Sebastian Pixbergvon Sebastian Pixberg10. Juni 2019Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    Tony und seine Maschine in Burn Out © Netflix
    Tony und seine Maschine in Burn Out © Netflix
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    Burn Out hat weder viel Promo noch besonders herausragende Kritiken erhalten. Zu Unrecht. Der französische Netflix-Actionthriller ist nicht nur für Motorrad-Fans geeignet, sondern generell für jeden Actionliebhaber. Lest mehr dazu in unserer Review.

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    Tony und seine Maschine in Burn Out © Netflix
    Tony und seine Maschine in Burn Out © Netflix

    Die Handlung von Burn Out

    Die Handlung von Burn Out ist simpel: Der Motorradfahrer Tony nimmt für zwei Monate bei der Pariser Mafia einen Job als Drogenkurier an, um seiner verschuldeten Ex-Freundin und Mutter seines Sohnes aus der Schlinge zu helfen. Nebenbei arbeitet er nebenberuflich als Gabelstaplerfahrer und ist kurz vor dem Sprung vom Amateur- zum Profirennsportler. Besonders die nächtlichen Drogentransporte und Fluchtfahrten vor der Polizei machen Tony zunehmend sowohl psychisch als auch physisch zu schaffen. Immer mehr gerät er in ein Netz aus knallharten Mafiastrukturen und tödlichen Bandenkonflikten…

    Geradlinig, aber effektiv

    Einen Preis für seine Originalität wird der Plot von Burn Out sicher nicht gewinnen. Die Geschichte ist altbekannt, unter anderem aus The Transporter, und die Figuren zu flach. Dem Actionthriller gelingt es deshalb kaum, Tiefgang aufkommen zu lassen. Punkten kann der Film von Yann Gozlan aber sehr wohl mit seiner Inszenierung. Auf unnötige Nebenplots wird verzichtet, alles wird möglichst fettfrei und on-point vorgetragen. Das Schöne ist, dass man hier gar nicht erst versucht, aus Burn Out mehr zu machen, als er ist: ein simpler, aber schweißtreibender Thriller. Gozlan weiß genau, wie er Spannung aufbaut. Trotz wenig innovativer Handlung sind die 103 Minuten kurzweilig und keine Minute zu lang. Die Darsteller wissen zu überzeugen, den Gangstern nimmt man ihre skrupellose Härte durchgehend ab. Besonders den getriebenen, dauerübermüdeten Tony verkörpert Francois Civil absolut glaubwürdig.

    Wo dem Film inhaltlich die Würze fehlt, da macht er handwerklich einen ziemlich guten Job. In seiner Machart, aber auch inhaltlich, ist Burn Out nämlich sichtlich inspiriert von Nicolas Winding Refns Drive (2011).  Auch wenn er nicht ganz dessen inszenatorische Klasse erreicht, so ist Burn Out durchaus stilvoll in Szene gesetzt. Stylisch ausgeleuchtet, langsame Kamerafahrten, Plansequenzen. Jede Sequenz scheint minutiös durchgeplant zu sein. Auch musikalisch gibt es Parallelen zu Drive. Hypnotische Retro-Synthesizer-Klänge beherrschen die Tonspur und untermalen passend die schicke Bebilderung. Besonders hervorheben sollte man die Szenen, die den Verfall von Tonys Psyche darstellen, welcher irgendwann zu Pillen greifen muss, um für seine Aufträge lang genug wach zu bleiben. Das wird als schnellgeschnittener Trip zwischen wachem und schlafendem Zustand inszeniert, der auf bedrückende Weise den psychischen Verfall Tonys schildert.

    PS-lastiges, düsteres Gangsterkino

    Auch die Actionsequenzen haben es in sich. Mit am Motorrad montierter Kamera verzichtet man auf Greenscreen und es entstehen wahnwitzige und rasante Verfolgungsjagden durch die nächtlichen Straßen von Paris. Das ist handgemachte Oldschool-Action, die größtenteils auf Stuntfahrer statt auf Special-Effects setzt, wodurch das Geschehen gleich viel authentischer wirkt. Dabei kommen die Actionsequenzen sowohl ohne Schnittmassaker eines Jason-Bourne-Films als auch ohne die Absurdität eines Fast-and-the-Furious-Krachers aus. Die Action bleibt übersichtlich und glaubwürdig.

    Dass Burn Out sich eher an ein männliches als weibliches Publikum richtet, macht sich schon am Cast bemerkbar, der bis auf eine Ausnahme, welche aber auch nur als Mittel zum Zweck fungiert, ausschließlich mit Männern besetzt ist. Hinzu kommt die Art, wie Motorräder in Szene gesetzt werden, bei der man selbst als wenig Motorrad begeisterter Mensch ein wenig zu sabbern anfängt. Auf Humor und heitere Momente wird größtenteils verzichtet. Burn Out ist dreckig, düster und gemein und riecht geradezu nach Benzin und Schweiß. Allerdings kann man auch als Frau hier seinen Spaß haben, denn in erster Linie ist Burn Out ein Thriller und kein protziges Testosteronkino á la Expendables.

    Unser Fazit zu Burn Out

    Der Plot von The Transporter trifft auf die Machart von Drive. Wer nicht allzu viel Anspruch an eine originelle Handlung und komplexe Figuren hat, der wird beim französischen Netflix-Actionthriller Burn Out mit düsterem und rasantem Motorrad-Heimkino belohnt. Die Bilder sind stilvoll, die Action schön oldschool und die Darsteller überzeugend. Abgerundet wird das Ganze mit einem retroartigen Synthesizer-Soundtrack. Leider ging das Werk bei Netflix komplett unter und die wenigen Stimmen zum Film sind eher verhalten. Zu Unrecht, denn Burn Out ist zwar geradliniges, aber effektives Genrekino mit ordentlich PS unterm Sattel. Reinschauen lohnt sich!


    © Netflix

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