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    Startseite » Burning
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    Burning

    FilmFreundvon FilmFreund16. Oktober 2019Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    Burning wurde bereits vorab mit Lorbeeren überhäuft. Wir haben uns das südkoreanische Psycho-Drama angeschaut und im Folgenden könnt ihr nun erfahren, ob der mysteriöse Streifen all sein Lob auch verdient.

    [su_youtube URL=“https://www.youtube.com/watch?v=-JX1ihFZuIU“]

    Das offizielle Poster von Burning. © Capelight Pictures
    Das offizielle Poster von Burning. © Capelight Pictures

    Darum geht’s in Burning

    Jong-soo (Ah-in Yoo) trifft eines Tages auf der Straße auf Hae-mi (Jong-seo Jeon). Die junge Frau, die versucht, ihrer Geldnot mit einfachen Jobs entgegenzuwirken, erkennt ihn dabei als alten Klassenkameraden. Nachdem sich die beiden etwas näher kommen und einander kennenlernen, bittet Hae-mi Jong-soo um etwas. Er soll die Katze in ihrer Wohnung füttern, während sie auf einer Reise nach Afrika ist. Jong-soo willigt ein und befolgt die Bitte, auch wenn er die Katze währenddessen nicht ein einziges Mal zu Gesicht bekommt. Als Hae-mi dann jedoch von ihrer Reise zurückkehrt, ist sie nicht alleine.

    Sie stellt Jong-soo den geheimnisvollen Ben (Steven Yeun) vor. Ihre Urlaubsbekanntschaft wirkt auf den ersten Blick freundlich, zuvorkommend und scheint, im Gegensatz zu Jong-soo, äußerst wohlhabend zu sein. Ben und Hae-mi verstehen sich offenbar sehr gut und schon bald kommt sich Jong-soo wie das fünfte Rad am Wagen vor. Noch verwirrt darüber, wie er mit der neuen Situation umgehen soll, erzählt Ben ihm eines Tages von seinem geheimnisvollen Hobby: Dem Abbrennen von Gewächshäusern.

    Lee Jong-soo (Ah-in Yoo) auf seiner verzweifelten Suche im ländlichen Paju in Burning.
    Lee Jong-soo (Ah-in Yoo) auf seiner verzweifelten Suche im ländlichen Paju in Burning. © Capelight Pictures

    Wieder einmal großartiges Genre-Kino aus Südkorea

    Südkorea dürfte für Filmliebhaber und Cineasten kein unbeschriebenes Herkunftsland für allerlei wirklich starke Filmbeiträge sein. Der am 17. Oktober 2019 startende und heiß erwartete Parasite, The Gangster, The Cop, The Devil und Train to Busan sind da nur einige von einer Vielzahl erstklassiger Streifen. Auch Burning von Chang-dong Lee (Poetry) reiht sich nun dort ein. Das mysteriöse Psychodrama ist einzigartig, intim und schon fast unangenehm authentisch. Lee scheint sein Fable für weite Landschaftspanoramen auch in Burning ausgelebt zu haben und erzählt schon nur mit seinen unkommentierten, ausschweifenden Kameraeinstellungen eine Geschichte, die in ihrer Gesamtheit aber stets ungreifbar bleibt. Wundervoll bebildert thematisiert er Leitmotive wie unerfüllte Sehnsucht, Scheitern, Sinn und Zugehörigkeit auf Lee Jong-soos ewig erscheinender Suche.

    Ein Junge steht vor einem brennenden Gewächshaus in Burning.
    Ein brennendes Gewächshaus in Burning. © Capelight Pictures

    Undurchschaubar bis zuletzt – Die ewige Suche

    „Ich würde genauso verschwinden wie das Sonnenlicht am Horizont. Genauso möchte ich auch einmal gehen. So als hätte ich niemals existiert und keiner auf dieser Welt würde es mitkriegen.“

    Jeder vielsagende, taxierende Blick und jeder doppelte Boden unter den Dialogen entzieht sich jedweder eindeutigen Zuordnung. Surreal, vielschichtig und mysteriös kommt Burning daher und entpuppt sich als ein eigenwilliges Monstrum von Psychodrama. Ein Monstrum, das weder zu zähmen noch richtig einzuordnen ist. Gerade das erste Drittel entzieht sich jeglichem Versuch des Zuschauers, auch nur annähernd hinter den Vorhang schauen zu können. Immer, wenn man glaubt, etwas richtig zu deuten, folgt eine neue rätselhafte Szene, die noch mehr Fragezeichen hinterlässt. Die exzellent konzipierte Dreiecksbeziehung zwischen Jong-soo, Hae-mi und Ben wird zu einer hintergründigen Charakterstudie, die bannt und den Zuschauer, ebenso wie Hauptfigur Jong-soo, am Ende sprachlos zurücklässt.

    Lee Jong-soo (Ah-in Yoo), Shin Hae-mi (Jong-seo Jun) und Ben (Steven Yeun) beobachten nebeneinander sitzend einen Sonnenuntergang in Burning. © Capelight Pictures
    Lee Jong-soo (Ah-in Yoo), Shin Hae-mi (Jong-seo Jun) und Ben (Steven Yeun) beobachten einen Sonnenuntergang in Burning. © Capelight Pictures

    Brodelnde, einnehmende Ruhe

    Burning wohnen eine Ruhe und Behäbigkeit inne, die den Betrachter vor lauter Emotionen und unausgesprochenem Wort förmlich anschreien. Jeder auch noch so kleine Akzent in der Mimik der drei Protagonisten, jedes flüchtige Lächeln und jeder Atemzug sprechen hier wahre Bände. Diese brodelnde Ruhe zieht sich durch die gesamte Laufzeit und wird durch einen unaufgeregten Score, der durch seine spitzen Akzente am Nervenkostüm nagt, umso mehr befeuert. Melancholisch, melodramatisch und fortdauernd undurchsichtig vor sich hin rumorend entfaltet der Streifen eine Art von Suspense, die man einfach nur als einzigartig beschreiben kann.

    Mein Fazit zu Burning

    Mit Vieldeutigkeit und Komplexität geht Regisseur Chang-dong Lee gegen das Mainstream-Kino an und hinterlässt mit Burning einen wunderschönen, grotesken und vor allem bleibenden Eindruck. Dieses undurchschaubare Psychodrama ist ein Labyrinth, in dem der Weg das Ziel ist. Die ewige Suche des Hauptcharakters bleibt, ebenso wie für den Zuschauer, lediglich eine Suche, ohne dabei wirklich zu einem Finden zu werden. Ja, die zweieinhalb Stunden Laufzeit merkt man Burning auf jeden Fall an. Aber die Vorschusslorbeeren, die dem südkoreanischen Psychodrama entgegengebracht wurden, sind in jedem Aspekt absolut verdient.


    © Capelight Pictures

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