Beklemmendes Rätselraten ohne Entkommen – Der Sci-Fi-Horror Cube wurde Ende der 90er zum Überraschungshit und verdrehte allen den Kopf.
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Cube – Handlung
Mehrere Personen erwachen völlig isoliert von der Außenwelt in einem labyrinthähnlichem Würfelsystem. Keiner der Betroffenen erinnert sich, wie er dort hin kam. Ein Raum gleicht dem anderen und es scheint keinen Ausweg zu geben. Die Personen selbst stehen zwar in keiner Beziehung zueinander, doch sie finden heraus, das jeder von ihnen seine Funktion ausübt.
Mit Hilfe der jeweiligen beruflichen Laufbahn, könnte es den Charakteren möglich sein, eine Lösung für die scheinbar ausweglose Situation zu finden. Als wäre das Ganze nicht schon strapazierend und mysteriös genug, so gesellen sich in manchen Räumen noch ein paar unvorhersehbare und tödliche Fallen hinzu, die man nur mithilfe eines ausgeklügelten Zahlensystems knacken kann.
Schon bald wandeln sich die Verzweiflung und das Kopfzerbrechen über den Sinn und Zweck des Ganzen in Todesangst und Paranoia um. Der Zusammenhalt beginnt allmählich zu zerfallen. So muss die Gruppe nicht nur gegen das mysteriöse Würfel-Zahlenschloss ankämpfen, sondern auch gegen den langsam eintretenden Hunger. Letztlich kommen auch noch zwischenmenschliche Konflikte hinzu. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt und nur die stärksten werden diesen Alptraum überleben und Licht ins Dunkel bringen…oder doch nicht?
Kritik
Der erste abendfüllende Independent-Spielfilm des amerikanischen Filmemachers Vincenzo Natali, erwies sich als ein erfolgreicher Genre-Mix. Cube besitzt viele Anspielungen auf menschliche Urängste, ist letztlich aber weder einleuchtend, noch nichts sagend. Denn soviel sei verraten: Wer hier eine Auflösung um das Mysterium erhofft, wird böse enttäuscht sein. Der Film baut eine faszinierende und geradezu surreale Atmosphäre auf und lebt letztlich auch davon, ohne zu viel von sich Preis zu geben.
Obwohl „indirekt“ auf die Außenwelt Bezug genommen wird, taucht diese nur sehr abstrakt als schwarze Leere oder helles weißes Licht auf und somit benötigt man viel Interpretationsfreude um dem Ganzen einen persönlicheren Sinn geben zu können. Wer sich damit arrangieren kann, der bekommt aber einen wahrlich außergewöhnlichen und handwerklich sehr guten Mystery-Sci-Fi-Thriller mit Elementen des Horror-Genres geboten, der sich auch schauspielerisch absolut souverän schlägt.
Es sei an dieser Stelle nicht unerwähnt, das es mit Cube 2: Hypercube im Jahr 2002 sowohl eine Fortsetzung als auch mit Cube Zero zwei Jahre später ein Prequel gab. Letzteres Werk dürfte das Geheimnis um den „Todeswürfel“ komplett entmystifizieren. Wer also mehr Antworten möchte, dem sei hier auch ein Blick auf die anderen beiden Filme empfohlen.
Unser Fazit zu Cube
Cube ist eine alptraumhafte und geradezu surreal spannende Erfahrung, die weniger durch knallharte Fakten sondern vielmehr durch seinen geschlossenen Kosmos und seine sich darin befindlichen Charaktere lebt. Logiker dürfte das alles kaum vom Hocker hauen, auch wenn es hier vereinzelt ein paar schöne hochkomplexe mathematische Aufgaben zu lösen gibt. Eine Auflösung des Mysteriums gibt es letztlich nicht. Das war aber auch so vorgesehen. Am besten funktioniert Cube wenn man es so wenig wie möglich in Frage stellt, sich auf nichts fixiert und sich im künstlerischen Sinne treiben lässt.
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