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    Startseite » Der Söldner
    Filme

    Der Söldner

    Jan Schiebuschvon Jan Schiebusch25. Februar 2021Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    Vier Söldner in schwarzer Montur richten ihr Gewehr Richtung Kamera. Im Hintergrund ist ein massiver Sockel einer großen Statue erkennbar.
    Vier gewinnt @ Koch Films
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    Der Söldner kämpft gegen Terroristen im Angesicht eines Nuklear-Angriffs. Ob der 80er Jahre-Actioner eine lohnende Wiederentdeckung ist oder ob der Film besser auf Magnetband vergammelt wäre, erfahrt ihr in der Review.

    https://www.youtube.com/watch?v=INYDxzMez8w

    Front-Covermotiv des Mediabooks zu Der Söldner
    Cover zum Mediabook zu Der Söldner @ Koch Films

    Die Handlung von Der Söldner

    Von der KGB beauftragte Terroristen überfallen einen Plutonium-Transporter, um das erbeutete Gefahrengut als Waffe gegen den Nahen Osten einzusetzen. Ihr Ziel ist es, dass die Israelis von der Westbank in Jordanien abgezogen werden. Andernfalls soll das größte Ölfeld in Saudi-Arabien gesprengt werden und eine gigantische Opferzahl einfordern. Um dies zu verhindern, entsendet die CIA ihren besten Mann, den Söldner (Ken Wahl). Kann er die Terroristen stoppen und die Katastrophe verhindern?

    Zwei Söldner schaffen eine Leiche in einen schwarzen Helikopter. Im hinteren Bereich liegt bereits eine Leiche. Auf der linken Seite steht der bewaffnete Protagonist mit dem Rücken zum Hubschrauber.
    Die Söldner sehen schwarz @ Koch Films

    Ein Mann vom Fach auf dem Regiestuhl

    Regisseur James Glickenhaus zeichnete für einige Actionfilme verantwortlich. Der bekannteste Film Exterminator war hierzulande lange Zeit auf dem Index und bezieht seine Schauwerte durch drastische Gewaltdarstellungen. Darüber hinaus hat das brutale Death Wish-Ripoff hingegen wenig zu bieten. Der Protector mit Jackie Chan und McBain mit Christopher Walken stechen zudem allein schon aufgrund der Darsteller aus Glickenhaus‘ Filmographie heraus. Unter den Freunden der Videotheken-Zeit ist Der Söldner ein weiterer Film seines Schaffens, der die Zeit überdauert und seinen Weg nun auf Blu-ray gefunden hat.

    „Eine gute Verpackung bedeutet nicht unbedingt einen guten Inhalt“

    Eine glorreiche Dekade für den Actionfilm – die 80er Jahre! Sofort kommen Filmbegeisterten Klassiker wie Rambo, Stirb Langsam, Lethal Weapon oder Phantom Commando in den Sinn. Zur Zeit des Videotheken-Booms gingen zudem viele B- und C-Produktionen über die Theke und begeisterten zumeist mit liebevoll gestalteten Covermotiven. Sehr häufig waren diese besser als der eigentliche Film. Der Söldner hatte dagegen nie die Ehre, ein schönes, gezeichnetes Motiv auf der Front der Videokassetten zu erhalten. Hat der Film es womöglich gar nicht nötig, sich durch die Aufmachung der Hülle hervorzuheben?

    Der Protagonist steht im Vordergrund eines Autos und blickt nach links. Hinter dem Auto sind weitere Personen erkennbar. Unmittelbar hinter dem Kraftfahrzeug blickt ein Söldner in die selbe Richtung.
    Einmal nach links gucken, bitte … @ Koch Films

    Der Söldner – Bestes Mittel gegen nostalgische Verklärung

    Schon die Eröffnungsszene lässt einen erschaudern. Der bleihaltige Beginn besticht durch blutige Shoot-Outs in Zeitlupen. Die ellenlangen Einstellungen rauben dem Geschehen dabei allerdings  jegliche Dynamik. Bedauerlicherweise bleibt es nicht bei Startschwierigkeiten. Wenn in einem Actionfilm die essenziellen Actionszenen schon nicht überzeugen können, könnten ja wenigstens Spannungskurven oder eine interessante Handlung den Zuschauer bei Laune halten. Doch leider ist es spannender, Fliegen beim Fliegen zu beobachten, als sich dem unerträglich schleppenden Geschehen auf dem Bildschirm zu widmen. Die plakative Schwarz-Weiß-Zeichnung der guten Amerikaner und der bösen Sowjets verleitet einen letzten Endes gänzlich dazu, durch ständiges Augenrollen den Blick von den Bewegtbildern abzuwenden. Und darüber hinaus sich die Ohren zuzuhalten, denn die Dialoge als schäbig zu bezeichnen, wäre noch geschmeichelt.

    Der Söldner steht auf der Fahrerseite eines Autos auf der rechten Bildseite. Auf der Beifahrerseite lehnt sich eine Frau an das Dach des Autos. Beide blicken nach rechts.
    … und einmal nach rechts @ Koch Films

    Der Söldner scheitert

    Auf visueller Ebene bietet Der Söldner nichts, was einen Blick rechtfertigen würde. Nach wenigen Minuten stellt sich bereits Langeweile ein und wird über die Dauer des Films erbarmungslos gestreckt. Einzig nennenswert ist die musikalische Untermalung der filmischen Einschlafhilfe. Keine geringeren als die Electronic-Pioniere Tangerine Dream zeichnen für den Score verantwortlich. Sollte Der Söldner ansatzweise Atmosphäre generieren können, so ist es der stimmungsvollen Musik der deutschen Band zu verdanken. Zu finden ist der Score auf der 2020 erschienenen Compilation Pilots Of Purple Twilight (The Virgin Recordings 1980-1983).

    Kurz, kürzer, Kinskis Kurzauftritt

    Doch mit welchem Namen wird auf jedem Plakat und Covermotiv des Films geworben? Klaus Kinski – zwielichtige Gestalt in vielen Edgar Wallace-Filmen, Bösewicht in zahlreichen Western und die einzig wahre Hassliebe von Werner Herzog. Auch der kontroverse Kultdarsteller kann den Film allerdings nicht vor dem kompletten Scheitern retten. Wer auch immer einen Mehrwert aus seiner bloßen Anwesenheit bezieht, muss sich mit einigen wenigen Minuten begnügen. Manchen Fan mögen die kurzen Augenblicke mit ihm befriedigen, allen anderen dürfte es jedoch zu wenig sein, Kinski beim Seilbahnfahren zuzusehen.

    Der Söldner sitzt auf einem Boot und hält eine Zigarette in der rechten Hand. Ihm gegenüber steht eine Frau auf der rechten Bildseite und hält den Blick linksseitig gesenkt. Im Hintergrund ist das Meer und Festland in der oberen Bildhälfte erkennbar.
    Egal, ob Haarspray- oder Zigarettenwerbung – der Söldner gibt stets eine gute Figur ab! @ Koch Films

    Unser Fazit zu Der Söldner

    In einer Sammlung zwischen namhaften Klassikern, Videotheken-Kult und unfreiwillig komischen Trashgranaten hat Der Söldner leider nichts verloren. Der reaktionäre Actionfilm aus dem Jahre 1982 überzeugt weder durch Actionszenen, noch durch eine ansatzweise interessante Geschichte oder anderweitige nennenswerte Szenen. Stattdessen gestaltet sich Der Söldner zu einem filmischen Ärgernis, dass zu Tape-Zeiten statt zurückgespult besser die Toilette runtergespült worden wäre. Ein Film, für den sowohl Magnetband, als auch jegliche Disc und vor allem die Zeit seines Publikums zu schade wäre. Solltet ihr eine Kopie des Films sehen, dann ahmt dem Exterminator nach: Greift zum Flammenwerfer!

    Der Film ist seit dem 11.02.2021 als Mediabook verfügbar.


    @ Koch Films

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