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    Die Farbe des Horizonts

    Heikovon Heiko15. November 2018Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Shailene Woodley (Tami) und Sam Claflin (Richard) in "Die Farbe des Horizonts" © TOBIS Film GmbH
    Shailene Woodley (Tami) und Sam Claflin (Richard) in "Die Farbe des Horizonts" © TOBIS Film GmbH
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    Ab 16.11. ist das Survivaldrama Die Farbe des Horizonts auf DVD und Blu-ray erhältlich. Wir setzen vorab schon einmal die Segel und sagen euch in unserer Kritik, ob der Film den versprochenen Kurs beibehalten kann oder nicht doch nur ein laues Lüftchen ist. 

    Plakat von "Die Farbe des Horizonts" © TOBIS Film GmbH
    Plakat von „Die Farbe des Horizonts“ © TOBIS Film GmbH

    Darum geht’s in Die Farbe des Horizonts

    Die lebenslustige Tami (Shailene Woodley) möchte am liebsten die ganze Welt erkunden. Kaum hat die junge Kalifornierin ihren Abschluss in der Tasche, lässt sie sich frei von allen Regeln von einem Traumziel zum nächsten treiben. Als sie ihr Weg schließlich nach Tahiti führt, lernt sie den attraktiven Segler Richard (Sam Claflin) kennen. Bis über beide Ohren verliebt entschließen sich Tami und Richard, gemeinsam in See zu stechen und sich in das Abenteuer ihres Lebens zu stürzen. Doch mitten auf dem Pazifik, 2000 Seemeilen vom nächsten Festland entfernt, geraten sie plötzlich in einen gewaltigen Hurrikan. Als Tami aus ihrer Ohnmacht erwacht, ist ihr Boot nur noch ein Wrack und Richard schwer verletzt. Ohne eine Möglichkeit, mit der Außenwelt Kontakt aufzunehmen, beginnt für Tami ein Wettlauf gegen die Zeit: Kann sie sich und ihre große Liebe retten?

    Hintergrund

    Die Farbe des Horizonts basiert auf wahren Ereignissen. 2002 veröffentlichte Tami Oldham Ashcroft ihr autobiographisches Werk Red Sky in Mourning: A True Story of Love, Loss, and Survival at Sea. Darin verarbeitet sie ihre Erlebnisse, als Hurrikan Raymond im Jahr 1983 über die Segelyacht hinwegfegte, mit der sie und ihr Freund Richard gerade von Tahiti aus in Richtung Kalifornien unterwegs waren. Basierend auf diesem Buch inszenierte der isländische Regisseur Baltasar Kormákur Die Farbe des Horizonts als Mischung aus romantischem Liebesfilm und brutalem Survivaldrama auf hoher See.

    Ein Sturm zieht auf in "Die Farbe des Horizonts" © TOBIS Film GmbH
    Ein Sturm zieht auf in „Die Farbe des Horizonts“ © TOBIS Film GmbH

    Kormákur hat dabei bereits Erfahrung in der filmischen Umsetzung von realen Unglücken. 2015 konnte der Isländer mit Everest auf sich machen. Darin thematisierte er die dramatischen Ereignisse einer Besteigung des höchsten Berges der Welt im Jahr 1996. Damals starben mehrere Bergsteiger, als ein Wetterumschwung die Expedition überraschte. Auch hier standen also im Prinzip Naturgewalten im Mittelpunkt der Erzählung. Während in Everest ein unerbittlicher Schneesturm wütete, widmet sich Kormákur in Die Farbe des Horizonts einem Hurrikan, der die wunderschöne Kulisse des Pazifiks zu einem wahren Albtraum unbändiger Wassermassen gemacht hat.

    Wunderschöne Bilder

    Zusammen mit seinem Kameramann Robert Richardson fängt Baltasar Kormakúr die bezaubernde Welt der Südsee in wunderschönen Bildern ein. Überwiegend auf Fidschi gedreht, weiß er das türkis-blaue Wasser und die weißen Traumstrände gekonnt in Szene zu setzen. Ein Ausflug in den Regenwald samt risikoreichem Klippensprung in eine versteckte Lagune darf freilich auch nicht fehlen. Zwar scheinen Kameramann und/oder Regisseur besonders viel Freude an ihrer wasserfesten Kamera gehabt zu haben und ein Tick zu oft das Stilmittel einzusetzen, halbhoch aus dem Wasser heraus die Protagonisten zu filmen. Doch die landschaftlichen Aufnahmen bilden zweifelsohne das Highlight des Films.

    Hier ist noch alles gut - Shailene Woodley in "Die Farbe des Horizonts" © TOBIS Film GmbH
    Hier ist noch alles gut – Shailene Woodley in „Die Farbe des Horizonts“ © TOBIS Film GmbH

    Kitsch und Spannung – Hand in Hand

    Der nach dem Sturm einsetzende Plot rund um den Schiffsbruch und den anschließenden Überlebenskampf ist spannend dargestellt. Das Wissen, dass wir hierbei eine wahre Geschichte erleben dürfen, trägt sicherlich seinen Teil dazu bei, Tamis Handeln mit Interesse zu verfolgen und mit beeindruckter Anerkennung zu begegnen. Natürlich lässt sich eine gewisse Rührseligkeit kaum vermeiden, ist an dieser Stelle jedoch zu akzeptieren und auszuhalten.

    Leider lässt sich das für die Handlung, die sich chronologisch betrachtet vor dem Eintreffen des Hurrikans abspielt, nicht sagen. Die Einführung der Figuren, das Kennenlernen der Protagonisten und ihr alles andere als langsam aufgebautes Näherkommen ist plump und uninteressant. Als Abziehbild einer jeden filmischen Romanze konzipiert und voller Kitsch, wirkt dieser Plot wie ein Ballast, den Baltasar Kormákur notgedrungen umsetzen muss, um sein eigentliches Anliegen, den Sturm und den Überlebenskampf, in Szene setzen zu können. Als kluger Schachzug erweist sich daher der narrative Kniff, beide Handlungen parallel zu erzählen. Die Farbe des Horizonts beginnt mit dem Schiffbruch, und erzählt dann in Flashbacks die vorangegangenen Ereignisse. So bleibt es den Zuschauerinnen und Zuschauern erspart, sich zunächst durch die kitschige Kennenlernphase kämpfen zu müssen, bis der spannende Teil der Geschichte beginnt.

    Shailene Woodley (Tami) und Sam Claflin (Richard) in "Die Farbe des Horizonts" © TOBIS Film GmbH
    Shailene Woodley (Tami) und Sam Claflin (Richard) in „Die Farbe des Horizonts“ © TOBIS Film GmbH

    Fazit

    Die Farbe des Horizonts besteht gewissermaßen aus zwei Handlungen. Ein Plot, der vor dem Hurrikan spielt, und einer der im Anschluss daran ansetzt. Die Drehbuchautoren taten dabei gut daran, beide Narrative parallel zu erzählen. Denn während die Einführung der Charaktere und ihr Näherkommen leider einen recht plumpen, aber eben doch notwendigen Ballast darstellen, ist der Sturm und der anschließende Überlebenskampf durchaus spannend inszeniert. Dass der Film auf einer wahren Begebenheit beruht, steigert dabei das Interesse und lässt uns Tamis Handeln beeindruckt verfolgen. Insgesamt bietet Die Farbe des Horizonts nichts wirklich Neues. Doch überzeugende Darstellerleistungen, insbesondere von Shailene Woodley, sowie eine wunderschön in Szene gesetzte Südsee können prinzipiell dazu einladen, einen Blick zu riskieren.

    © TOBIS Film GmbH

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