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    Startseite » Die Träumer
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    Die Träumer

    Bernhard Schmidvon Bernhard Schmid8. September 2021Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Isabelle (Eva Green), Matthew (Michael Pitt) und Theo (Louis Garrel) sprinten in Die Träumer Hand in Hand durch das Louvre, um den Geschwindigkeitsrekord aus Jean-Luc Godards Die Außenseiterbande zu knacken.
    Das Trio versucht sich am Rekord aus Jean-Luc Godards Die Außenseiterbande © Koch Films
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    Bernardo Bertoluccis Reflexion über die 68er-Revolution Die Träumer ist endlich auf Blu-ray erhältlich. Zeit, dem späten Werk des Meisterregisseurs ein paar Worte zu widmen.

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    Das schön gestaltete Cover zu Die Träumer zeigt drei Szenenbilder untereinander. In schlichter weißer Schrift zieht sich der Titel von oben nach unten.
    Das Blu-ray-Cover zu Die Träumer © Koch Films

    Die Handlung von Die Träumer

    Der Amerikaner Matthew (Michael Pitt) begegnet während seines Austauschjahres in Paris 1968 nach regelmäßigen Besuchen in der Cinémathèque française den Zwillingen Isabelle (Eva Green) und Theo (Louis Garrel). Fasziniert von deren Art freundet sich Matthew prompt mit dem Geschwisterpaar an. Als deren Eltern in den Urlaub fahren, laden Isabelle und Theo den Außenseiter zu sich in die Wohnung ein. Während draußen die Stimmung zwischen protestierender Studenten und Polizei aggressiver wird, verschanzt sich das Trio in den bürgerlichen vier Wänden der Elternwohnung. Die drei stellen berühmte Filmszenen nach oder zitieren sie. Und wer sie nicht zu erraten vermag, muss mit einem sexuellen Akt bezahlen. Schon bald merkt Matthew dabei, dass die Zwillinge mehr verbindet als ihr gemeinsamer Geburtstermin…

    Matthew (Michael Pitt), Isabelle (Eva Green) und Theo (Louis Garrel) liegen in Die Träumer gemeinsam in der Badewanne.
    Matthew teilt sich eine Badewanne mit den Geschwistern Isabelle und Theo © Koch Films

    Reale Hintergründe

    Im Februar 1968 kündigte der französische Kulturminister André Malraux unter der konservativen Regierung von Charles de Gaulle und Georges Pompidou die Absetzung von Henri Langlois, dem langjährigen Leiter der Cinémathèque française an. Da viele Künstler, insbesondere der Nouvelle Vague, und Studenten dem französischen Filminstitut dank deren Unternehmung zur Erhaltung und Verbreitung von Filmen als Kulturgut ihre künstlerische (Aus-)Bildung verdankten, brachte die geplante Absetzung 5000 Demonstranten auf die Straße. Darunter auch prominente Filmschaffende wie François Truffaut und Jean-Luc Godard, Schauspieler wie Jean-Pierre Léaud oder Philosophen wie Jean-Paul Sartre. Auch internationale Filmgrößen, unter anderem Charles Chaplin und Nicholas Ray, setzten sich für Langlois ein. Trotzdem wurden die Protestierenden von Hunderten Polizisten niedergeknüppelt. Die Geschehnisse in Paris sieht Regisseur Bernardo Bertolucci als eine der Eskalationsstufen der schon vorher beginnenden Studentenproteste der 68er-Bewegung.

    Träumen vom Kino

    In den Zeiten der Proteste war die Sorbonne übersät von Wandsprüchen wie “Le rêve est réalité” – „Traum ist Wirklichkeit“. Bertoluccis Film spinnt diese Idee weiter, das Kino dient hier als Vermittler zwischen Träumen und der Realität. Doch von letzterer bekommen die drei jungen Filmverrückten zunächst nichts mehr mit. Sie verbarrikadieren sich in der bürgerlichen Altbauwohnung und kommunizieren, so schrieb es Anja Marquardt einmal passend “vorrangig auf einer Metaebene von Filmzitaten und Stummfilmgesten”. Und obwohl wir fast kammerspielartig in der Wohnung verweilen, bleibt diese und ihr Aufbau mythisch, fast undurchsichtig für den Zuschauer. Hier wird gewohnt, gelebt wird im Kino.

    Isabelle (Eva Green) fährt Matthew (Michael Pitt) in Die Träumer mit dem Zeigefinger über die Lippen. Im Hintergrund steht, das sehen wir im Spiegel, Theo, der sich gerade wäscht.
    Die Träumer lieben sich und das Kino © Koch Films

    Die jungen Wilden sind gefesselt vom und gefangen im Kino – selbst außerhalb der Filmhäuser. Das zeigt nicht zuletzt eine der ersten Szenen, in der Isabelle sich augenscheinlich an die Gitterstäbe der Cinémathèque gekettet hat. Aus der falschen Realität, gezeigt auf den Leinwänden, können sie sich nie wirklich befreien. Schon auf dem Heimweg, nachdem die Zwillinge Matthew kennenlernten, zitiert Isabelle Jean Sebergs Rolle in Jean-Luc Godards Außer Atem. Ihre angeblich ersten Worte wären „New York Herald Tribune“ gewesen, ganz dem Ausruf, den Seberg auf der Champs Élysée tätigt. Und Eva Green spielt das in ihrem Spielfilmdebüt (!) ganz wunderbar. Sie verändert subtil ihre Haltung, ihren Laufstil, ihre Stimme, ihre Betonung. Sie schlendert exakt wie Seberg den Weg entlang – das ist mehr als Zitation, das ist Aneignung. Und herausragendes Schauspiel. Kein Zufall, dass sie danach direkt zum Bondgirl Vesper Lynd in Casino Royale gekürt wurde. Nicht nur wegen ihrer zweifellos verführerischen Ausstrahlung.

    Träumen von der Liebe

    Viel wurde 2003 geredet über die Nacktheit, die Erotik, den Sex. Doch trotz schamlos gezeigter Sexualakte, nackten Ganzkörperszenen und Detailaufnahmen von primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen sowohl der weiblichen als auch männlichen Protagonisten ist die erotischste Szene bezeichnenderweise ein leidenschaftlicher Kuss zwischen Matthew und Isabelle – natürlich im Kino. Die Macht der Filme über unsere Vorstellungen ist ein zentrales Thema von Die Träumer. Doch es geht auch um Liebe. Liebe als fesselnde Kraft wie als befreiender revolutionärer Akt.

    Träumen von der Revolution

    Jean-Pierre Léaud, Held der Nouvelle Vague, wird zudem die Ehre erwiesen, gealtert seine Rede von damals im Film zu wiederholen – gegengeschnitten mit den Originalaufnahmen von ´68. Alt gegen jung – zentrales Thema einer jeden Revolution. Und so räumen die Alten (die Eltern) auch im Film das Feld und überlassen den jungen Studenten während ihres Urlaubs die Wohnung, in der eine eigene Revolution stattfindet: Das Erwachsenwerden. Die Träumer ist im Kern auch Coming-of-Age-Film, allerdings ein sonderbarer, ungewöhnlicher, zuweilen grotesker. Hier wird sich gesträubt gegen das Erwachsenwerden, das sei bürgerlich, angepasst, spießig. In ihrer Verbissenheit sind die Charaktere dabei oft unerträglich und prätentiös. Der Film dagegen – selbiges wurde ihm oft vorgeworfen – ist es nicht.

    Matthew (Michael Pitt), Isabelle (Eva Green) und Theo (Louis Garrel) stehen in Die Träumer inmitten von Protestierenden auf der Straße.
    Raus aus der spießbürgerlichen Wohnung, rein in die Revolution © Koch Films

    Konsequent handelt das Trio erst am Ende. Und zwar mit dem Selbstmordversuch initiiert von Isabelle (eine Imitation der Suizidszene aus Robert Bressons Mouchette), nachdem die Eltern auf die Spur der geschwisterlichen Liebe gekommen sind. Der scheitert; es wird ein Stein in das Fenster der Wohnung geworfen, die drei Träumer erwachen aus ihrem Schlaf und landen letztendlich doch noch draußen auf der Straße, mitten in den mittlerweile gewalttätigen Protesten. Genauso entwickeln sich Isabelle und Theo wie der studentische Widerstand in Paris, von reinen Gesten zu radikalen Taten. Nur Matthew bleibt, ganz Cineast, Zuschauer.

    Unser Fazit zu Die Träumer

    Provokant, erotisch, liebevoll montiert und grandios inszeniert – ein faszinierendes Spätwerk von Bernardo Bertolucci. Bereits dessen zweiter Spielfilm hieß Vor der Revolution, Die Träumer spielt während einer. Und lässt diese fast außen vor, präsent ist sie dennoch. Die Protagonisten – von Michael Pitt, Eva Green und Louis Garrel allesamt grandios gespielt – ziehen sich zurück und durchleben eine ganz eigene Revolution, die des Erwachsenwerdens. Gegen das sie sich erwehren, indem sie sich in Filmzitate flüchten. Die Träumer ist ein Film, von dem man sich als Cineast liebend gerne zum Träumen verführen lässt. Zum Träumen vom Kino, von der Liebe oder der Revolution.

    Die Träumer ist seit dem 08. Juli in restaurierter Fassung als Blu-ray und DVD erhältlich!


    © Koch Films

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