Close Menu
    Facebook Instagram YouTube
    Facebook Instagram
    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    • Startseite
    • Kritiken
      • Filme
      • Serien
    • Features
    • News
    • Über uns
      • Wer sind wir?
      • Unsere Autor*innen
      • Filmtoast auf Social Media
      • Werde Teil des Teams
      • Finanzielle Unterstützung
    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    Startseite » Divines
    Filme

    Divines

    Simon Eultgenvon Simon Eultgen8. Februar 2018Keine Kommentare4 min Lesezeit
    Facebook WhatsApp Twitter Pinterest Email Reddit LinkedIn Copy Link
    Share
    Facebook WhatsApp Twitter Pinterest Email Telegram Copy Link

    Der Traum vom schnellen Geld, der Ausstieg aus einem Leben am Existenzminimum: In Divines möchte die junge Dounia ausbrechen aus den Fesseln, die ihr die Gesellschaft und ihre Herkunft anlegen.

    Plot

    Dounia ist 15 Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter in einer Romasiedlung eines Pariser Banlieues. Der Vater ist schon lange weg, weshalb das junge Mädchen auf der Straße auch Bastard gerufen wird. Mit der Schule steht sie auf Kriegsfuß – kein Respekt vor den Lehrern, kein Interesse an den Fächern, die sie lernen soll. Stattdessen sucht sie mit ihrer Freundin Maimouna lieber nach einer Möglichkeit, schnell an Geld zu kommen. Als sie die Drogendealerin Rebecca kennenlernt, die von teuren Urlauben und Luxusgegenständen prahlt, sieht sie ihre Chance gekommen. Sie möchte sich fortan ihren Lebensunterhalt als Pusher verdienen.

    Das offizielle Filmposter zu Divines ©Netflix
    Das offizielle Filmposter zu Divines ©Netflix

    Kritik

    Bildungsferne Schichten – Die Wut in Dounia

    Keine Perspektive, abgehangen von der Gesellschaft – Dounia wächst in einem verarmten Problemviertel auf. Zwar geben sich ihre Lehrer alle Mühe, ihr Wissen zu vermitteln und sie bestmöglich auf das Leben vorzubereiten, aber Dounia glaubt längst nicht mehr an die Macht der (Schul-)Bildung. Sie ist wütend und unbelehrbar. Denn im Endeffekt weiß sie: Sie landet sowieso in einem perspektivlosen Job aus dem Niedriglohnsektor.

    Auch in Deutschland ist es noch immer ein riesiges Problem, dass Kinder aus bildungsschwachen beziehungsweise bildungsfernen Familien nur selten eine höhere Schule besuchen. Je niedriger die Bildung der Eltern, desto unwahrscheinlicher ist es, dass ihre Kinder es besser machen. Auch wenn Dounia erst 15 Jahre alt ist, spürt sie, dass sie in Zukunft nicht das Geld haben wird, um sich ein sorgloses und luxuriöses Leben leisten zu können. Je bewusster sie sich darüber wird, dass sie bald nach der Schule unweigerlich in ein Hamsterrad eintreten wird, desto stärker sehnt sie sich nach Reichtum. Als eine Lehrperson wissen möchte, was sie mit ihrem Leben vorhat, antwortet sie daher auch nur mit „money, money, money“ und lässt imaginäre Scheine regnen.

    Dounia arbeitet für die Dealerin Rebecca ©Netflix
    Dounia arbeitet für die Dealerin Rebecca ©Netflix

    Zwei Karrieren: Der schnelle und der lange Weg

    Als Dounia durch Zufall den talentierten Tänzer Djigui kennenlernt, kreuzen sich zwei unterschiedliche Lebenswege und offenbaren dadurch die wichtigsten Aussagen von Divines. Djigui geht, so könnte man es verallgemeinern, den hartigen und steinigen Weg. Die Kunst- und Kulturbranche ist generell unterfinanziert. Dort ein geregeltes Auskommen zu finden, ist dementsprechend schwierig. Doch der junge Mann glaubt an den Wert von ehrlicher Arbeit und natürlich an seinen Traum, die Hauptrolle in einem Tanzstück zu erhalten und auf Tournee zu gehen. Dafür trainiert er fleißig Stunde um Stunde.

    Dounia hingegen kommt durch den Drogenhandel, den sie für die erfahrenere Rebecca abwickelt, schnell zu Geld und Luxus. Der Weg der Illegalität ist verlockend, da er kurz und enorm erfolgsversprechend erscheint. Entbehrungen kennt die junge Protagonistin zur Genüge – sie möchte jetzt alles. Vergiftet von Gier riskiert sie alles in einem Metier, in dem Gewalt und durchtriebene Machenschaften jeden verschlingen können.

    Trotz dieser Gegensätze umgarnen sich die Lebenspfade von Dounia und Djigui immer wieder. Obwohl das junge Mädchen so sturköpfig agiert, dass der Zuschauer dem drohenden Unheil ohnmächtig entgegensehen muss, schimmern Hoffnung, Einsicht und sozusagen Bekehrung immer wieder in Divines auf. Dass hier junge Frauen den harten Weg des Drogendealers gehen und ein Mann den Part des gefühlvollen Ausdruckstänzers übernimmt, ist im Übrigen eine dankbare Abwechslung auf die gängigen Geschlechterverteilungen.

    Dounia und Djigui führen zwei unterschiedliche Leben ©Netflix
    Dounia und Djigui führen zwei unterschiedliche Leben ©Netflix

    Fazit

    Vollkommen zu Recht räumte Regisseurin Houda Benyamina 2016 die Goldene Kamera für den „Besten Debütfilm“ bei den Filmfestivalen in Cannes ab. Divines ist einer der eindringlichsten und wichtigsten Coming-of-Age-Filme seit Jahren. Denn er beschäftigt sich nicht nur mit den typischen pubertären Problemen des Erwachsenenwerdens, sondern liefert auch eine handfeste Gesellschaftskritik über abgehängte Bevölkerungsschichten und verlorene Kinder mit. Diese mag zwar altbekannt und in ihrer Erzählweise über Aufstieg und Fall durch viele Drogen- und Mafiafilme mittlerweile etwas abgegriffen sein. Nichtsdestotrotz ist diese Problematik in Deutschland und anderen Ländern heutzutage immer noch so aktuell wie eh und je.


    ©Netflix

    Vorheriger BeitragMad Circus – Eine Ballade von Liebe und Tod
    Nächster Beitrag Hobo with a Shotgun

    Weitere Beiträge

    3.0

    Dust Bunny

    von Jan Werner
    4.0

    Der Fremde

    von Jan Werner
    3.0

    Greenland 2

    von Louis Kiehl
    3.5

    People We Meet on Vacation

    von Jan Werner
    4.5

    Hamnet

    von Jan Werner
    3.5

    Anaconda

    von Louis Kiehl
    Kommentar hinzufügen
    Hinterlasse einen Kommentar Cancel Reply

    Neueste Beiträge

    Dust Bunny

    13. Januar 2026

    Der Fremde

    11. Januar 2026

    The Night Manager – Staffel 2

    11. Januar 2026

    Greenland 2

    9. Januar 2026
    We are social
    • Facebook
    • Instagram
    Über uns
    Über uns

    Filmkritiken, Serien-Reviews und Streaming-Tipps. Wir bieten Einblicke, aktuelle Besprechungen und ehrliche Meinungen zu allem, was auf Leinwand oder Bildschirm läuft. Einfach, direkt und ohne Hype.

    Links
    • Über uns
    • Filme
    • Serien
    • Features
    • News
    Facebook Instagram
    • Datenschutzerklärung
    • Impressum
    © 2026 Filmtoast.de

    Suchbegriff eingeben, um zu starten. Tippe X, um die Suche zu schließen.