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    Eine Geschichte von drei Schwestern

    Christopher Hanekvon Christopher Hanek27. Mai 2020Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Havva küsst ihrem Vater die Hand, Eine Geschichte von drei Schwestern
    Havva (Helin Kandemir, links) muss ihrem Vater die Ehre erweisen. © Grandfilm
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    Auf der 69. Berlinale feierte Emin Alpers Film Eine Geschichte von drei Schwestern seine Premiere. Das Werk erhielt zudem eine Nominierung für den Goldenen Bären. Ob der Beitrag zu Recht in den Kreis der Nominierten aufgenommen wurde, erfahrt ihr im Folgenden!

    [su_youtube URL=“https://www.youtube.com/watch?v=_4SFDSlRapQ“]

    Das Filmplakat zu "Eine Geschichte von drei Schwestern".
    Das deutsche Filmplakat  © Grandfilm

    Das Leben auf dem Land – Die Handlung von Eine Geschichte von drei Schwestern

    Reyhan (Cemre Ebuzziya), Nurhan (Ece Yüksel) und Havva (Helin Kandemir) sind Schwestern und leben mit ihrer Familie in einem Dorf in Anatolien fernab des städtischen Trubels. Das Überleben in den ländlichen Regionen ist in einer modernen Welt eine Herausforderung. Aus diesem Grund werden die drei Schwestern nacheinander in die Stadt geschickt, um dort als Dienstmädchen zu arbeiten.

    Doch auch das Leben in der Stadt ist nicht so vielversprechend wie es auf Anhieb scheint und der Erfolg tritt nicht immer ein wie gewünscht. So kehren alle drei Schwestern nacheinander ins Dorf zurück; gescheitert bei dem Versucht, sich ein Leben in der Stadt aufzubauen. Reyhan ist jedoch nicht allein: Sie ist schwanger und vom Vater verlassen. Um die Schmach eines unehelichen Kindes zu umgehen, wird sie kurzerhand mit dem Dorfhirten Veysel (Kayhan Açıkgöz) verheiratet. Erneut suchen die drei Schwestern ihren Platz in einem ewigen Kreis aus Tradition und Moderne…

    Blick auf das Dorf vor den Bergen Anatoliens, Eine Geschichte von drei Schwestern
    In diesem Dorf in Anatolien spielt sich das Leben zwischen Tradition und Moderne ab. © Grandfilm

    „Klassische“ Grundlage mit Tendenz zum Märchen

    Eine Geschichte von drei Schwestern ist ein „klassisches“ Familiendrama, das die schicksalhaften Ereignisse diverser Einzelpersonen beleuchtet, die über ihren Stammbaum miteinander verbunden sind. Dabei werden die Probleme in Relation zueinander gesetzt und die Thematik als ein Abbild gegenwärtigen Lebens dargestellt. Emin Alpers Grundrezeptur für den Film ist recht simpel und heutzutage Handlungsgrundlage vieler Filme. Doch so einfach diese Rezeptur zu sein scheint, so kompliziert ist ihre wirksame Umsetzung. Allzu schnell wirken solche Werke einseitig und erzwungen.

    Emin Alper, der selbst in den anatolischen Bergen aufwuchs, legt den Fokus bewusst auf das Leben der drei Schwestern und darüber hinaus auf ihre Familie. Des Weiteren thematisiert er das Leben in dem Dorf und lässt die Stadt eine Randerscheinung sein; eine ferne und unbekannte Welt, in der Träume wahr werden. Alper verliert nie den Fokus aus den Augen und weiß stets, wohin sein Drehbuch ihn und den Zuschauer führt; und auch die Tatsache, dass der Handlungsstrang sich im Kreis zu drehen scheint, ist so bewusst wie gekonnt inszeniert.

    Reyhan steht in einem Raum ihr Baby auf dem Arm haltend, Eine Geschichte von drei Schwestern
    Reyhan (Cemre Ebuzziya) gebar kurz nach ihrer Rückkehr ins Dorf ein Kind. Der Vater hatte sie in der Stadt verlassen. © Grandfilm

    Eine Handlung, die sich im Kreis dreht

    Das Drehbuch von Eine Geschichte von drei Schwestern hat zwar eine lineare Handlung, doch einen Kreis als Grundlage: der Teufelskreis eines traditionsreichen Lebens. Der Film thematisiert zentrale Werte, die innerhalb einer dörflich-familiären und religiösen Gemeinschaft von Bedeutung sind; es geht um Glaube, Gehorsam, Vergebung, Stolz und diverse andere Werte. Die Normen scheinen in den Teufelskreis einbetoniert zu sein und die Protagonisten bewegen sich darin. Keiner kann daraus ausbrechen; egal ob Mann oder Frau, Eltern oder Kinder.

    Der Clou ist jedoch, dass sie sich alle darüber bewusst sind, dass sie innerhalb eines selbst kreierten Teufelskreises agieren. Sowohl die drei Schwestern als auch ihre Eltern und Veysel der Dorfhirte sind sich bei jeder Tat über den Grad ihrer Handlungen bewusst und wissen, dass sie auch anders handeln könnten. Doch sie schaffen es nicht; sie befinden sich in ihren festgesetzten Rollen und aus diesen können sie nicht ausbrechen. Womöglich möchten sie es nicht, vielleicht dürfen sie es auch nicht. So oder so sieht der Zuschauer den Charakteren ihren Zwiespalt an: Die Töchter möchten ein selbstbestimmtes Leben führen und die Eltern möchten es ihnen ermöglichen. Doch keiner vermag es, seinen Wünschen Ausdruck zu verleihen, weil sie zwischen Tradition und Erbe gefangen bleiben.

    Veysel, Sevket, Reyhan und Havva sitzen im Kreis um einen Teller mit Essen
    Um seiner Tochter (Cemre Ebuzziya, 2.v.r.) die Schmach eines unehelichen Kindes zu ersparen, verheiratete ihr Vater Şevket (Müfit Kayacan, links) sie mit dem Dorfhirten Veysel (Kayhan Açıkgöz). © Grandfilm

    Einfaches, aber geniales Kino

    Emin Alper hat seinen Film gut inszeniert. Die Szenenbilder und Landschaftsaufnahmen sind stimmig und saugen den Zuschauer in eine Welt abseits des städtischen Trubels, die von einem einfachen Leben durchzogen ist. Dabei orientiert sich Alper an standardmäßigen Aufnahmen und Einstellungen, die das Kino nicht neu erfinden, aber in ihrer Einfachheit dennoch wirksam sind. Darüber hinaus untermalen Giorgos und Nikos Papaioannou den Film mit stimmiger Musik. In Kombination entsteht das Bild eines idyllischen Dorfes in Anatolien, in dem der Friede natürlich scheint. Dass auch das friedliebendste Dorf Probleme haben kann, bringen die Schauspieler gekonnt auf die Leinwand.

    Der gesamte Cast spielt überzeugend. Auch hier werden keine neuen Standards gesetzt, aber ebenso wenig wirken die Darsteller aufgesetzt oder affektiert. Sie geben sich dem Spiel hin und präsentieren dem Zuschauer ihre Rollen. Genauso wirkt Eine Geschichte von drei Schwestern auch: wie ein Rollen- oder Kammerspiel. Die Drehorte bleiben beschränkt; stattdessen sind es die bühnenhaften Räume, in denen die Figuren agieren.

    Şevket, Necati, das Dorfoberhaupt und Veysel sitzen im Kreis unter einem Baum
    Şevket (Müfit Kayacan, 2.v.r.), das Dorfoberhaupt (Hilmi Özçelik, rechts) und Necati (Kubilay Tunçer, links), ein Arzt aus der Stadt, der in dem Dorf aufgewachsen ist, sitzen in einer ehrbaren Runde als Veysel (Kayhan Açıkgöz, 2.v.l.) unerlaubt dazu stößt. © Grandfilm

    Märchenhafte Sozialkritik – Mein Fazit zu Eine Geschichte von drei Schwestern

    Eine Geschichte von drei Schwestern ist ein geschickt inszeniertes Familiendrama, das sich mit gegenwärtigen Problematiken in einer Welt zwischen Tradition und Moderne beschäftigt. Emin Alper gelingt es dabei auf geschickte Art und Weise, diese Thematik verdichtet zu erzählen, indem er sich auf das wesentliche konzentriert. Die Handlung spitzt sich mit jeder Minute zu und endet in einer Pointe, die den Zuschauer zum Anfang zurückschickt. Normalerweise findet solch eine Zuspitzung ihr Ende in einer Auflösung: Versöhnung, Tragik oder Ähnliches. Doch dieser Film zielt darauf ab, den Zuschauer im Kreis zu führen und so auf die größte Problematik des „Kampfes“ zwischen Moderne und Tradition hinzuweisen.

    Der Film lädt zur Selbstreflexion ein und verlangt Mitdenken; doch er hätte noch herausfordernder sein können, noch gewagter und provokanter in seiner Darstellung. Selbstredend ist dies Kritik auf hohem Niveau, denn letztendlich sind die Auszeichnungen für Eine Geschichte von drei Schwestern, die der Film auf mehreren Film-Festivals gewonnen hat, mehr als verdient. Unter dem Strich steht ein modernes Märchen, erzählt in in einem einfachen Film mit großem Nachhall…

    Der Film ist hierzulande ab dem 4. Juni 2020 im Kino zu sehen!


    © Grandfilm

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