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    Startseite » Final Girl
    Filme

    Final Girl

    Rooster Cogburnvon Rooster Cogburn24. Oktober 2017Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    © NGN Releasing / Netflix
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    In „Final Girl“ sucht eine Gruppe gestörter Jungs ein weibliches Opfer für ihr bizarres Spiel und entscheidet sich für das falsche Mädchen.

    PLOT

    Eine junge Waise wird von einem fremden Mann (Wes Bentley) verhört und in der Folge für „geeignet“ erklärt. Er rekrutiert sie, ist ihr Ziehvater und Ausbilder. Das inzwischen 17-jährige Mädchen soll nun am Ende ihrer Ausbildung gegen „sie“ in der Welt bestehen und wird vor einem finalen Test gestellt. Dieser besteht darin, das unser Girl ein mordendes Quartett ausschalten soll.

    HINTERGRUND

    Bevor der Film 2015 vom VOD-Anbieter aufgekauft wurde, lief er auf einigen Filmfestivals. Bis auf ein paar ausgesuchten US-Kinos hat er keine Leinwand erblickt. – Seit einiger Zeit sind diverse VOD-Anbieter auf den internationalen Filmfestivals unterwegs und kaufen die Vertriebsrechte für günstig produzierte Filme auf. Netflix publiziert sie gern als „Netflix Original“. Allerdings suggeriert das dem unwissenden Konsumenten fälschlicherweise, das diese Filme exklusiv nur für den Video-on-Demand-Anbieter produziert wurden. Dann darf man sich bei manchen Billig-Produktionen, die früher auf dem DVD-Grabbeltisch gelandet wären, nicht wundern das Netflix als Filmproduzent momentan noch nicht den besten Ruf beim Durchschnittskunden besitzt.

    FILM

    Schon der Filmtitel sollte den Horrorfreund aufhorchen lassen. So verweist er doch auf das Survivor Girl des Slasher-Films. Mit dieser Erwartungshaltung an das Genre spielt die Grundidee des Filmes. Das fällt schon am Auftreten der Hauptfigur auf. Nachwuchsdarstellerin Abigail Breslin (Little Miss Sunshine, Zombieland) bedient mit ihrer Figur absichtlich die Klischees. Sie zeigt sich jungfräulich, trinkt keinen Alkohol, zeugt von einer pragmatischen Vernunft und entspricht äußerlich den prüden Vorstellungen der US-Vorstadtidylle. So weit, so gut.

    Die Geschichte wurde ohne definitiven Zeitbezug inszeniert. Aufgrund von Ausstattung und Kostümen ist anzunehmen, das sich die Handlung vor etwa 60 Jahren abspielt. Aber es könnte auch in einer alternativen Welt spielen, das ist für den Film unwichtig. Der handelsübliche Leidensweg des Survivor Girl wurde hier ausgeblendet und findet gar nicht statt. Somit habe ich als Zuschauer Probleme mit Identifikation und Sympathie für die Titelfigur. Geschweige denn, dass die Motivation für ihr Vorgehen einleuchtend erläutert wird.

    MEINUNG

    Grundsätzlich habe ich für die Idee etwas über. Nicht das es neu wäre, dass sich die Hauptleidtragende zur Widersacherin transformiert. Das kennt der Fan bereits seit dem Exploitationkino, als die meist gut aussehende, junge Frau von ihren Peinigern schwer misshandelt wurde um sich anschliessend an den Tätern zu rächen. Siehe dazu die Rape-and-Revenge Klassiker Die Frau mit der 45er Magnum, Eine Frau sieht rot oder Ich spuck‘ auf dein Grab. Das Problem dieser günstigen Produktion liegt nicht in seinem Budget. Das sollte für qualitative Arbeit sowieso niemals ausschlaggebend sein. Sondern nur für die Begrenzung der Möglichkeiten.

    Mein Eindruck ist allerdings, das man hier die geringen finanziellen Möglichkeiten dem Zuschauer bewusst als Stilmittel verkaufen wollte. Deutlich wird es für mich nicht daran, dass die Ausbildung des Final Girl mich sehr an den Actionthriller Hanna erinnert. Oder ich als Zuschauer dazu genötigt werde, den Beteiligten bei einem unnötigen Plausch auf dem Sofa im Wald zuzuhören. Denn das sieht ja das Drehbuch vor. Es ist mehr die Umsetzung dieser Sinnlosigkeit ohne Entertainmentfaktor. Bei der „Wald-Inszenierung“ oder der anschliessenden uninspirierten Hetzjagd will man eine spooky Umgebung schaffen durch eine Menge Gegenlicht. Als wenn da irgendwo im Dunkeln Scheinwerfer rumstehen würden. Das ist ebenso nervig wie unlogisch. Andererseits ist das ein Horror-Szenario mit einer konstruierten Künstlichkeit und hat mit Realität nichts gemein. Trotzdem nehme ich unserem Final Girl ihre Darstellung nicht ab. Abigail Breslin ist für mich unglaubwürdig von A-Z.

    Abgesehen davon wirkt die Inszenierung in allen Belangen minderwertig. Ob Kameraführung, Score, die grausige Beleuchtung, die nicht vorhandene Ausstattung oder das Unvermögen sämtlicher Darsteller. Selbst die namenhaften Schauspieler machen ihren Job schlecht. Wie sagt man? „Ein Schauspieler ist nur so gut, wie sein Regisseur.“ Wenn dieser Spruch hier zutrifft, ist der Regisseur eine Pfeife.

    © NGN Releasing / Netflix

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