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    Freies Land

    Patrick Krämervon Patrick Krämer12. August 2020Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    Kommissar Stein schaut sich Film-Negative an in Freies Land
    Kommissar Stein findet erschütternde Indizien © Verleih Telepool
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    Zwei junge Frauen verschwinden spurlos in der ostdeutschen Provinz. Christian Alvarts Freies Land ist ein Remake des spanischen Films Mörderland. Ob der Film eigenständig genug ist, um zu überzeugen, lest ihr bei uns.

    [su_youtube URL=“https://www.youtube.com/watch?v=4ktFKwNuPiQ“]

    Das Blu-ray-Cover zu Freies Land © Verleih Telepool
    Das Blu-ray-Cover zu Freies Land © Verleih Telepool

    Worum geht’s in Freies Land?

    1992 in einem kleinen Dorf der ehemaligen DDR. Das ungleiche Ermittlerduo Markus Bach (Felix Kramer) und Patrick Stein (Trystan Pütter) ermittelt im Fall von zwei verschwundenen Schwestern. Während die Dorfbewohner davon ausgehen, dass die zwei jungen Frauen der ostdeutschen Tristes entfliehen wollten und sich in den Westen abgesetzt haben, kommen den beiden Polizisten nach und nach Zweifel an dieser Erklärung.




    Denn das ist nicht der erste Fall dieser Art in dem verschwiegenen Dorf. Als dann die misshandelten Leichen der beiden Schwestern gefunden werden, beginnen die Ermittler, tiefer zu graben und stoßen dabei auf ein wirres Geflecht aus Lügen, Intrigen und tiefen menschlichen Abgründen.

    Die Ermittler Stein (Trystan Pütter) und Bach (Felix Kramer) nehmen an der Beerdigung der zwei jungen Schwestern teil
    Die Ermittler Stein (Trystan Pütter) und Bach (Felix Kramer) nehmen bei der Beerdigung der Opfer jeden ins Visier © Verleih Telepool

    Die Vorlage

    Freies Land ist ein Remake des spanischen Thrillers Mörderland (im Original: La Isla Minima) von Alberto Rodríguez Librero aus dem Jahr 2014. Dabei bleibt Regisseur Christian Alvart (Sløborn, Pandorum, Abgeschnitten) der Vorlage in weiten Teilen sehr treu. Er verlegt die Handlung aus dem fiebrigen Marschland im Süden Spaniens in das triste Ostdeutschland kurz nach der Wende. Das mag zwar optisch ein eklatanter Unterschied sein, ist inhaltlich aber nicht so weit voneinander entfernt. Denn während im Original den Ermittlern Suárez und Robles einer durch das Franco-Regime verängstigten Dorfgemeinschaft entgegentritt, so haben es Bach und Stein im Remake mit den zum großen Teil desillusionierten und durch die Stasi gebrochenen Einwohnern der ostdeutschen Provinz kurz nach dem Mauerfall zu tun. Beide Filme können also ähnlich spannende geschichtliche Kontexte für sich beanspruchen. Doch das ist nur einer der Gründe, warum Freies Land seinem Vorbild Mörderland in wenig bis nichts nachsteht.

    Kommissar Stein schaut sich mit Hörer am Ohr Film-Negative an in Freies Land
    Kommissar Stein findet erschütternde Indizien © Verleih Telepool

    Düster, trist und trostlos

    Wer nach der kurzen Inhaltsangabe an die großartige HBO-Serie True Detective denken musste, der liegt damit gar nicht so falsch. Die Parallelen, vor allem zur ersten Staffel mit Matthew McConaughey und Woody Harrelson, sind nämlich mehr als deutlich. Denn Freies Land erzählt in seinen 129 Minuten eine ähnlich zermürbende, düstere und trostlose Geschichte, bei der schnell klar wird, dass sie für so gut wie keinen der Protagonisten ein gutes Ende nehmen wird. Auf diese Stimmung zahlt die grandios in Szene gesetzte Trostlosigkeit der Landschaft rund um das ostdeutsche Dorf vollends ein. Wie bei vielen seiner Regiearbeiten hat es sich Christian Alvart auch in Freies Land nicht nehmen lassen, die Rolle des Kameramanns, genauer Director of Photography, zu übernehmen. Und man muss wirklich sagen, dass ihm ein paar großartige Shots gelungen sind und die Kamera auch in den oft sehr beengten Innenräumen eine sehr gute Figur macht.

    Weiterhin wird die im Gegensatz zum Original über 20 Minuten längere Laufzeit sehr sinnvoll genutzt. Im Vergleich mit Rodríguez gibt Alvart seinen Figuren noch etwas mehr Tiefe und Glaubwürdigkeit. Vor allem die beiden Kommissare offenbaren im Laufe der Geschichte den ein oder anderen inneren Dämon und geraten dabei mehrfach intensiv aneinander. Das Zusammenspiel des ungleichen Duos ist damit unbestritten eines der Highlights von Freies Land. Sowohl Trystan Pütter als Stein (bekannt aus Toni Erdmann, Transit oder Bad Banks) als auch Felix Kramer als Bach (seinerseits aus Dark und Dogs of Berlin bekannt) liefern eine tadellose Leistung ab und veredeln die an sich schon spannende Geschichte.

    Die Kommissare lehnen erschöpft und leicht verletzt an ein Auto in Freies Land
    Die Ermittlungen bringen alle an ihre Grenzen © Verleih Telepool

    Mein Fazit zu Freies Land

    Christian Alvart hat es geschafft, den sehr guten und sträflich unbekannten Mörderland ins Ostdeutschland der Nachwendezeit zu transportieren und dabei mit Freies Land ein komplett eigenständiges Werk zu schaffen. Die über zweistündige fatalistische Reise durch die desillusionierte Provinz ist durch und durch bitter und hoffnungslos, schöpft aber genau daraus eine ungeheure Kraft. Das überzeugende Schauspiel und die schnörkellose Inszenierung tun da ihr Übriges. Uneingeschränkte Empfehlung!

    Freies Land ist ab dem 23. Juli 2020 als DVD, Blu-ray und digital erhältlich.


    © EuroVideo

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