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    Startseite » Good Time
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    Good Time

    Alexander Engelenvon Alexander Engelen8. März 2018Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    Good Time präsentiert die Folgen eines amateurhaften Banküberfalls und der Thrill einer rauschhaften Nacht auf den Straßen New York Citys, in dem Connie alles dafür tut, um seinen Bruder Nick aus dem Gefängnis zu befreien.

    Offizielles Bluray Cover von Good Time © Ascot Elite Home Entertainment
    Bluray Cover zu Good Time von 2017 © Ascot Elite Home Entertainment

    Die realistische Version eines amateurhaften Banküberfalls und der Thrill der Nacht

    Connie und sein „geistig zurückgebliebener“ Bruder Nick aus Queens rauben in Good Time eine Bank aus, werden aber aufgrund ihrer Unerfahrenheit auf diesem Gebiet natürlich rasch von der Polizei erwischt. Dabei wird Nick verhaftet und ins Gefängnis verfrachtet. Während der Flucht war jedoch eine Farbpatrone in dem gestohlenen Geld zerplatzt, weshalb Connie die 10.000$ Kaution nicht bezahlen kann und sich daraufhin in der New Yorker Unterwelt nach anderen Möglichkeiten umsehen muss…

    Good Time ist ein A24-Sprößling und hebt Robert Pattinson hervor

    Wie so viele cineastische Hits in den letzten Jahren, entstammt auch Josh und Benny Safdies Krimi-Thriller der Distributionsstätte des Indie-Darlings A24, die auch in diesem Jahr das deutsche Kino mit Filmen wie Call Me By Your Name, Lady Bird oder Florida Project fluten. Robert Pattinson hat sich in den letzten Jahren von seinem Vampir-Image nahezu komplett befreien können und zeigt mit dieser Leistung wieder mal, wie versiert er in seinem Spiel auftreten kann und etabliert einen unsympathischen Protagonisten, der dem Zuschauer nicht viel Empathie abverlangt.

    Ganz mit roter Farbe überstreut fliehen sie © Ascot Elite Home Entertainment
    Die Farbbombe ist explodiert © Ascot Elite Home Entertainment

    Die Safdie-Brüder als Indie-Hoffnungen

    Good Time stellt meine persönliche Safdie-Brüder-Premiere dar, was sicherlich nicht lange so bleiben wird. Mit unermüdlicher Rasanz inszenieren die beiden eine Nacht in der sogenannten Unterwelt New Yorks, die niemand im Vorhinein kommen sehen vermochte. Manchmal scheinen die Farben zwischen Lichtern zu flimmern, während die Kamera stets nah bei den wichtigen Details ist. Im Schnitt liegt eine selten gesehene Dynamik, die perfekt mit dem atemberaubenden Score harmoniert und so eine überwältigende Atmosphäre entfaltet. Während diese Beschreibung wie ein Klischee klingt, kreieren diese Elemente tatsächlich eine unheimliche Spannung, die mit jedem Handlungsschritt zu steigen scheint. Dazu passt auch vor allem Pattinsons Spiel, im Detail nuanciert und unaufhaltsam und atemlos. Konterkariert wird das von seinem späteren Partner-in-Crime Buddy Duress, der seinen Ray als unfähigen Verbrecher immer wieder versagen lässt und in der ganzen Unbekanntheit der Umstände eher zu panisch-lauten Ausbrüchen neigen lässt.

    Connie und seine temporäre Bleibe © Ascot Elite Home Entertainment
    Connie hat keine Gute Zeit © Ascot Elite Home Entertainment

    Eine gute Zeit hat in Good Time eigentlich niemand

    Man wird als Zuschauer dieses Fiaskos, dieser langen Nacht auf den Straßen New Yorks, in einen festgesetzten Bann-Zustand versetzt, welcher manchmal die Spannung physisch überträgt und nicht wieder loslässt bis sich die Anspannung dann in einem Gewaltausbruch entlädt, wenn Connie einen Sicherheitsmann verprügelt. Nur ganz selten verliert sich Good Time in solche Eskapaden, bleibt ansonsten stets klar und stringent. Ob man diese Zeit tatsächlich als gut bezeichnen möchte, ist eher fraglich. Selbst Nick, der sich offensichtlich in seinem normalen Umfeld stets Qualen ausgesetzt sieht, könnte in Anwesenheit seines Bruders zumindest augenblicklich den Ausbruch aus der Gewohnheit genießen, wird jedoch – trotz der scheinbaren Unkenntnis über die Ernsthaftigkeit der Situation – recht schnell aus diesen träumerischen Phantasien gerissen.

    Modernes Thriller-Kino at its best

    Man könnte den Thrill der New Yorker Nacht als einen psychedelischen bezeichnen, der trotz seiner Dynamik den Rausch nie als überhöhte Schnelligkeit ausübt, sondern immer mit einer gewissen Stille hantiert, die im Hintergrund der Ereignisse zu liegen scheint. Für manche Momente erinnert Good Time an den SciFi-Klassiker Blade Runner, welcher mit einer zumindest formal ähnlichen Anfangsszene aufwartet. Auch agiert Connie als eine moderne, eher post-humanistische Version eines Replikanten, der ohne Rücksicht auf Verluste und nur mit dem Blick auf das eine Ziel alles aus dem Weg räumt.

    Alles Rot und im Rausch © Ascot Elite Home Entertainment
    Der Rausch der Verfolgungsjagd © Ascot Elite Home Entertainment

    Fazit

    Good Time wird vor allem denjenigen gefallen, die für rasantes Thriller-Kino etwas übrig haben. Mit dem Anstrich eines sehr effizient produzierten Indie-Films, bedeutet das Resultat vor allem ein Blick auf die Unsympathie einer Figur, der sich, ohne Rücksicht, egoistisch durch die urbane Nacht schlägt und dabei viele Defizite entgrenzter moderner Gesellschaften zumindest subtil offenlegt.

    © Ascot Elite Home Entertainment

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