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    Growl – Er riecht deine Angst

    Onnovon Onno12. Mai 2021Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    Elena (Paula del Río) schaut bedrückt aus dem Auto und weiß noch nicht, was sie erwartet.
    Elena (Paula del Río) weiß noch nicht, was sie erwartet. © Pierrot Le Fou
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    Mit  Growl – Er riecht deine Angst liefert José Luis Montesinos einen waschechten Tierhorrorfilm im Stile von Cujo ab. Ob das Kammerspiel mit tödlichem Hund spannend ist, könnt ihr hier nachlesen.

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    Das Filmplakat von Growl zeigt die schreiende Elena (Paula del Río) und den brüllenden Hund.
    Das Cover zu Growl – Er riecht deine Angst. © Pierrot Le Fou

    Hundstage in Growl – Er riecht deine Angst

    Für Elena (Paula del Río) geht es in Growl – Er riecht deine Angst zurück ins Elternhaus. Seit einem dramatischen Autounfall, bei welchem ihre Zwillingsschwester verstorben ist, ist sie querschnittgelähmt. Aus diesem Grund hat ihr Vater Miguel (Miguel Ángel Jenner) das Haus barrierefrei gemacht und ihr einen Hund besorgt, der ihr im Alltag helfen soll, wenn sie alleine ist. Doch die Rückkehr wird für Elena schnell zum Alptraum. Denn ihr Vater verstirbt an einem Herzinfarkt und sie ist ab dem Zeitpunkt alleine mit dem bis dato unbekannten Hund. Dieser wird zur blutrünstigen und tollwütigen Bestie, nachdem er von einem verdreckten Brunnen Wasser getrunken. Es entspinnt sich ein Kampf um Leben und Tod.

    Spannendes Ausgangsszenario

    Nach einigen Kurzfilmen gab der spanische Regisseur José Luis Montesinos mit Growl – Er riecht deine Angst im Jahre 2019 sein Langspielfilmdebüt. Mit reduziertem Raum und einer unbändigen Gefahr versucht er sich an einem Tierhorror-Thriller, der Stephen Kings Cujo im Geiste trägt. Spannung wird hier ähnlich wie in Crawl aus dem unwägbaren Szenario erzeugt. Elena sitzt im Rollstuhl und ist im Haus gefangen, während der tollwütige Hund es auf sie abgesehen hat. Alltägliche Situationen wie Türen öffnen oder telefonieren werden so zu immensen Hindernissen. Ein Ausgangssituation für einen spannenden Thriller also, sofern man die Story-Konstruktion dahinter schluckt. Und der Film nimmt sich auch nicht mehr Zeit als nötig, um seine Figuren einzuführen und die Prämisse festzulegen. So kommt man relativ schnell auf den Punkt. Alles Aspekte, die für einen gelungenen Terrorausflug auf vier Beinen sprechen. Vor allem, da größtenteils mit echten Tieren gearbeitet wurde und die Gefahr damit ungemein realistisch rüberkommt.

    Der Schäferhund Athos steht in Growl im dunklen Haus und bedroht Elena (Paula del Río)
    Der Schäferhund Athos wird vom Hüter zur tödlichen Bedrohung © Pierrot Le Fou

    Nur folgt dann leider relativ schnell die Ernüchterung. Denn schafft man es bis auf wenige Momente nicht, dass simple Szenario vollends auszuspielen. Das liegt zum einen daran, dass Elena als Figur nicht wirklich zum Mitfiebern einlädt. Sie ist gezeichnet von den traumatisierten Ereignisse, ja. Aber es wird kaum eine Seite von ihr gezeigt, die sie sympathisch wirken lässt. Bis auf Streitereien mit ihrem Vater und einer eingebildeten Version ihrer Schwester bekommt sie auch kaum inhaltliches Futter spendiert. Gerade Letzteres wirkt aufgesetzt und man wird so immer wieder aus dem Geschehen gerissen. Die Aufarbeitung mit ihrem Trauma will nicht so recht mit dem Tierhorror-Aspekt harmonieren. So wirkt der Part viel mehr wie ein Füller für die sowieso schon kurze Laufzeit.

    Kaum Ideen für einen ganzen Film

    In einigen wenigen Momenten funktioniert die Prämisse von Growl – Er riecht deine Angst. Dann, wenn Elena eine Hürde zu meistern hat, während der bellende Tod im Nacken sitzt. Leider ist das nicht häufig der Fall. Tatsächlich verschwindet der Hund während des Mittelteils regelrecht aus dem Geschehen. Das Hindernis stellt dann das Haus dar – und ein Frettchen. Richtig gelesen, auch ein Frettchen mischt im Tollwutspiel mit und das wirkt genauso wenig bedrohlich, wie es sich liest. Man merkt immer wieder, wie schwer es José Luis Montesinos fällt, den Film über die Lauflänge mit ausreichend Ideen zu füllen. Das ist wirklich schade, da die Ausgangssituation und auch die realistische Herangehensweise für ein spannendes Kammerspiel sprechen. Die Umsetzung ist dann aber leider maximal Mittelmaß.

    Unser Fazit zu Growl – Er riecht deine Angst

    Da hat José Luis Montesinos schon eine spannende Idee für einen nervenaufreibenden Tierhorror-Streifen. Nur krankt der Überlebenskampf auf beengten Raum mit seiner kompromisslosen Gefahr an der Figurenzeichnung, unpassender Erzählweise und mangelndem Ideenreichtum. Wirkliche Spannung kommt so kaum auf, da man weder mit der Figur mitfiebert noch variantenreiche Hürden serviert bekommt. So kann Growl – Er riecht deine Angst trotz seiner realistischen Inszenierung und Arbeit mit echten Tieren nicht vollends überzeugen. Bietet für Genre-Fans aber zumindest einen annehmbaren Happen.

    Growl – Er riecht deine Angst ist seit dem 07.05.2021 digital, sowie auf DVD und Blu-ray erhältlich.


    © Pierrot Le Fou

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