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    Startseite » Gunpowder Milkshake
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    Gunpowder Milkshake

    Thomas Hortianvon Thomas Hortian5. Mai 2022Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Mutter und Tochter verschanzen sich, beidhändig mit Pistolen gewappnet, hinter einem Bücherregal - Gunpowder Milkshake.
    Scarlet (Lena Headey, l.) und Sam (Karen Gillan, r.) © StudioCanal
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    Nach dem düsteren Rabies und den schwarzhumorigen Big Bad Wolves versucht sich der israelische Filmemacher Navot Papushado mit Gunpowder Milkshake an einer Action-Extravaganza mit weiblichen All-Star-Cast. Ob das Ergebnis überzeugen kann, erfahrt ihr hier!

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    Das Frauen-Ensemble um Karen Gillan und Lena Headey ist auf dem Plakat von Gunpowder Milkshake, verziert mit knalligen Neon-Schriftzug, vereint.
    Das Plakat von Gunpowder Milkshake © StudioCanal

    Die Handlung von Gunpowder Milkshake

    Es ist ein wahrlich schwarzer Tag für Auftragskillerin Sam (Karen Gillan): Zuerst erschießt sie bei einem Auftrag den plötzlich auftauchenden Sohn des Gangsterbosses McAlester (Ralph Ineson), danach widersetzt sie sich den Befehlen ihres Mentors Nathan (Paul Giamatti). Denn als sie erfährt, dass der Buchhalter, den sie gerade in den Bauch geschossen hat, der Firma nur Geld gestohlen hat, um seine entführte Tochter auszulösen, entschließt sie sich, ihm zu helfen. Sie kann die kleine Emily (Chloe Coleman) retten, aber ihr Vater stirbt und das Geld ist futsch. Da auch von McAlester Ungemach droht, erklären die Herren in der Führungsetage sie für entbehrlich.

    Auf der Flucht landet sie bei ihrer Mutter Scarlet (Lena Headey), der vor 15 Jahren das selbe Schicksal widerfuhr. Angesichts einer erdrückenden Übermacht fliehen Mutter und Tochter mit Emily im Schlepptau in die Bibliothek, ein getarntes Geschäft für den täglichen Attentäter-Bedarf, der von Scarlets Schwestern im Geiste – Anna May (Angela Bassett), Florence (Michelle Yeoh) und Madelaine (Carla Gugino) – geführt wird. Gemeinsam begegnen sie den einfallenden Horden McAlesters…

    Lena Headey sitzt im Diner Freya Allan, die in einer Rückblende ihre 15-jährige Tochter spielt, mit ernstem Gesicht gegenüber - Gunpowder Milkshake.
    Scarlet muss untertauchen, hadert damit, es Sam zu sagen © StudioCanal

    Frauen-Power und blutige Exzesse

    Es ist schwer zu übersehen, dass Gunpowder Milkshake gerne das weibliche Pendant zu Actionfilmen vom Schlage eines John Wick sein würde. Und tatsächlich schafft es der Film von Navot Papushado vor allem mit einem bonbonbunten Look, blutigen Einlagen und unterhaltsamen Action-Choreographien zu punkten. Das ist durchaus unterhaltsam anzusehen, gerade weil der Schnitt dem ganzen Spektakel eine angenehme Dynamik verleiht, ohne sich im Stakkato zu verlieren. Zur Oberklasse in dieser Disziplin reicht es dennoch freilich nicht. Zwar fügen sich sogar die ersichtlich aus dem Computer stammenden Blutfontänen und kurzen Splattereinlagen gut in den künstlichen Look ein, doch nimmt so manches billig wirkende Set dem Geschehen ein wenig seiner Wucht. Den Höhepunkt des Films stellt dann auch der Angriff auf die Bibliothek, und nicht das später folgende Finale, dar.

    Ein weiteres schwerwiegendes Problem des Films steht ausgerechnet in dessen Mittelpunkt – Hauptdarstellerin Karen Gillan. Sie stapft mit derart stoisch-minimalistischer Mimik durch das Geschehen, dass es fast unmöglich ist, mit ihr zu connecten. Erst im Zusammenspiel mit Chloe Coleman als Emily oder als Tochter-Mutter-Gespann mit Lena Headey kommt die Sache ein wenig in Schwung, was eben aber auch nicht an ihr liegt. Genauso wirkt Gillan in ihren Actionszenen überfordert, absolviert sie eher steif. In der Montage mit ihrem Stuntdouble will dann einfach auch kein richtiger Flow aufkommen. Auch Headey, Bassett, Yeoh und Gugino wurden sicherlich gedoubelt, sobald es handfester zur Sache geht. Jedoch fügt sich deren an den Tag gelegter Habitus viel natürlicher in diese Szenen ein.

    Karen Gillan steht, eine Pistole an ihre Hand geklebt, mit Chloe Coleman an einem Aufzug - Gunpowder Milkshake.
    Sam hat alsbald nicht nur Killer, sondern auch die kleine Emily an den Hacken © StudioCanal

    Comichafte Witzfiguren

    Wie auch der Cast und die Action beweist Navot Papushado in seiner Inszenierung Ecken und Kanten, die verhindern, dass Gunpowder Milkshake über seine fast zwei Stunden Spielzeit wirklich rund läuft. Der comichafte Look des Films passt auf der einen Seite sehr gut zu den überzogenen Charakteren, die hier agieren. Auf der anderen Seite gibt Papushado gerade die Bad Guys, wobei man „Guys“ gleich mal hervorheben sollte, viel zu oft der Lächerlichkeit preis. Das beißt sich an manchen Stellen mit dem Impetus des Skripts, die Frauen als genauso roh, gewalttätig und blutgeil wie ihre männlichen Kontrahenten darzustellen. Wenn das Gros der Gegner eher aus Witzfiguren besteht, kann es mit dem femininen „Badassdom“ halt doch nicht so weit her sein.

    Technisch gibt es, wie schon erwähnt, wenig zu mäkeln. Kamera und Schnitt behalten während der Action die Oberhand, der Look ist größtenteils stimmig. Ab und an merkt man, dass es eben nur Settings sind, die irgendwo in einem Studio zusammengeschustert wurden, aber für das Mittelklasse-Budget des Films geht das durchaus noch in Ordnung. Selbst die billigen CGI-Shots fügen sich in die Künstlichkeit der Umgebung gut ein. Allerdings trifft der Score des Israelis Frank Ilfman, der sich in der ersten Hälfte des Films oftmals an klassischen Sounds aus Italo-Western vergreift, nicht immer den richtigen Ton. In den Schlüsselszenen setzt Gunpowder Milkshake zum Glück eher auf Songs von etwa France Gall oder The Animals. Das ist der Stimmung dan auch weitaus zuträglicher.

    Michelle Yeoh, Angela Bassett und Carla Gugino erwarten in ihrer Bibliothek den Ansturm der Feinde - Gunpowder Milkshake.
    Florence, Anna May und Madeleine stehen Scarlet, Sam und Emily zur Seite © StudioCanal

    Unser Fazit zu Gunpowder Milkshake

    Alles in allem schlägt sich Gunpowder Milkshake, aller vorhandenen Defizite zum Trotz, als moderner „Girls with Guns“-Streifen relativ wacker. Sobald die blasse Karen Gillan nicht mehr auf sich gestellt ist, den Film zu tragen, stellt sich für den geneigten Actionfreund stets überzogen wirkender Frohsinn ein. Damit stößt Navot Papushado beileibe nicht zur Speerspitze des Genres vor, aber Fans von comichafter Action der härteren Gangart werden sicherlich passabel unterhalten. Der weibliche All-Star-Cast legt, wenn es darauf ankommt, genug Spielfreude an den Tag, um von ihrer eher lahmen männlichen Gegnerschar abzulenken.

    DVD und Blu-ray, auch als UHD und Mediabook, sind seit dem 14. April im Handel erhältlich!


    © StudioCanal

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