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    Startseite » Half Nelson
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    Half Nelson

    Simon Eultgenvon Simon Eultgen6. September 2018Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Ein Drogenjunkie, eine ungleiche Freundschaft zwischen Lehrer und Schülerin sowie die Hoffnung auf Veränderung – das alles bietet uns das Drama Half Nelson.

    Die Geschichte von Half Nelson

    Der Geschichts- und Sportlehrer Dan, gespielt von Ryan Gosling (Drive, Blade Runner 2049), hat keinen einfachen Job. Seine Klasse besteht überwiegend aus afroamerikanischen Schülerinnen und Schülern aus sozial schwachen Familien, die durch ihr Elternhaus bereits genug seelischen Ballast mitbringen. Trotzdem möchte er diesen Kindern einen Ausweg aus dem von Drogen und illegalen Geschäften geprägten Alltag geben. Doch zu allem Übel ist Dan selbst crackabhängig, was ihn schwer zeichnet und seine berufliche Karriere in Gefahr bringt. Gerade seine Drogensucht erinnert ihn allerdings immer wieder daran, dass er jeden Einzelnen in seiner Klasse vor einem ähnlichen Schicksal bewahren möchte. Als die Schülerin Drey (Shareeka Epps) ihn eines Tages beim Rauchen von Crack in der Schule erwischt, scheint die Zeit gewissermaßen reif. Es entwickelt sich eine Freundschaft, die ungewöhnlich oder fast unglaubwürdig erscheint, bei der aber dennoch jederzeit zu spüren ist, warum die beiden sich brauchen.

    Schwacher Mensch, gute Absichten

    Wenn Gegensätze aufeinander treffen, entsteht Veränderung. Diese Veränderung ist letzten Endes das, was wir Menschen Geschichte nennen. Diese These vermittelt Dan seinen Schülern. In Referaten sollen diese außerdem über wichtige gesellschaftspolitische Ereignisse sprechen, in denen Gegensätze wie zum Beispiel unterschiedliche Wertvorstellungen zu Konflikten geführt haben. Dass Dan damit seinen Schülern eigentlich ein zu schwieriges, weil zu abstraktes Thema aufbürdet, welches er mal im Studium aufgeschnappt hat, ist ihm bewusst. Dennoch glaubt er an sie und möchte ihnen mit seinem anspruchsvollen Unterricht eine wichtige Lektion mit auf den Weg geben. So ist Half Nelson vordergründig erst einmal ein Schulfilm, der den idealistischen Kampf eines Lehrers zeigt, der trotz aller Widrigkeiten das Beste aus seinen Schülerinnen und Schülern herausholen möchte.

    Für seine Schüler gibt Dan alles, um ihnen etwas beizubringen. © Studiocanal Home Entertainment
    Für seine Schüler gibt Dan alles, um ihnen etwas beizubringen. © Studiocanal Home Entertainment

    Die ungewöhnliche Freundschaft in Half Nelson

    Die Theorie von „Chekhov’s Gun“ (zu dt. „Tschechows Waffe“) besagt, dass jedes Element einer Geschichte notwendig sein muss. Für den Handlungsverlauf irrelevante Teile sollen also ausgeschlossen werden. Erfahren wir beispielsweise zu Beginn einer Story, dass eine Waffe an der Wand hängt, so muss diese später auch abgefeuert werden. Sonst ist sie sinnlos.

    Ebenso verhält es sich mit Unterrichtsszenen in Filmen, die immer auch Hinweise darauf geben, wie die Handlung zu interpretieren ist beziehungsweise was die Botschaft des Gezeigten sein soll. Dans Lehrkonzept über Gegensätze, die eine Veränderung in Gang setzen, ist damit das Leitmotiv in Half Nelson. Die Freundschaft von Dan und Drey ist, wenn man so will, voller Gegensätze: Lehrer – Schüler; schwarz – weiß; Erwachsener – Kind. Zudem ist sich Dan sicher, dass man nur wirklich einen Einzelnen retten kann und nicht sofort eine ganze Klasse.

    So ergibt sich eine seltsame, schwer zu greifende Beziehung, aus der sowohl Dan als auch Drey etwas für sich ziehen können. Das junge Mädchen wächst ohne Vater und mehr oder weniger auch ohne Mutter auf, die Doppelschichten bei der Polizei schieben muss. Diese Leerstelle soll unbewusst Dan füllen, dabei ist dieser nicht mal wirklich Herr über sein eigenes Leben. Er wiederum sieht in Drey die Chance, eine Schülerin vor Unheil bewahren zu können. Vor allem als der Drogendealer Frank beginnt, sie für seine Geschäfte einzuspannen, ist Dans Beschützerinstinkt geweckt.

    Tatsächlich Freunde? Schülerin Drey und ihr Lehrer Dan in "Half Nelson". © Studiocanal Home Entertainment
    Tatsächlich Freunde? Schülerin Drey und ihr Lehrer Dan in „Half Nelson“. © Studiocanal Home Entertainment

    Die Eigenheiten des Arthouse – Freud oder Leid?

    Eine gute Kameraarbeit ist zuweilen wie ein guter Schiedsrichter auf dem Fußballplatz. Er sollte möglichst unsichtbar sein für das Spiel und dieses nicht zu sehr durch sein Eingreifen beeinflussen. Zumindest im Bereich Drama zählt vor allem der immersive Effekt der Geschichte und ihrer Charaktere. Regisseur Ryan Fleck schmeißt sich dagegen mit seiner Handkamera reichlich unelegant ins Geschehen und klebt förmlich an seinen Darstellern. Wie dies wirkliche Nähe, Authentizität und vor allem Intensität schaffen kann, zeigte Darren Aronofsky mit Black Swan oder The Wrestler bereits ein ums andere Mal meisterhaft. Fleck jedoch wählt oftmals so unpassende Bildausschnitte, die einem das Geschehen eher verstellen als wirklich darstellen. Dies mag weniger Unzulänglichkeit als ein gewollter Stil sein – letztlich ist dies gleichermaßen Fluch und Segen für die Seherfahrung, da man so intensiv ins Geschehen eintaucht und doch an manchen Stellen wieder etwas herausgerissen wird.

    Nichtsdestotrotz zeigt sich deutlich, wie Half Nelson wirken möchte – nämlich als zarter und intimer Einblick in ein zerbrechliches Leben, das uns irgendwie anzieht, abschreckt und doch wieder interessiert. Das funktioniert zwar weitestgehend, aber eben nicht über die Lauflänge von fast zwei Stunden. Die Redundanz gewisser Szenen ist leider nicht von der Hand zu weisen, insofern der Film keine wirkliche Entwicklung beschreibt, sondern schlichtweg einen Ist-Zustand zeigt: Ein Junkie, der jeden Tag mit sich kämpfen muss, dass seine Drogensucht nicht sein Leben zerstört und er seine Schüler im Stich lassen muss.

    Das Fazit zu Half Nelson

    Half Nelson ist Arthouse-Kino mit all seinen Eigenwilligkeiten und Reizpunkten. Gerade die eklatante Plotarmut über die deutlich zu lange Spielzeit verleidet den Unterhaltungswert enorm. Rückblickend betrachtet ist der Film vor allem deshalb interessant, weil er einen stark aufspielenden Ryan Gosling zeigt, noch bevor dieser in Hollywood groß durchstartete. Zumindest haftet Half Nelson in einigen Szenen aber eine berührende Intimität und Authentizität an, die dem Film trotz allem einen gewissen Reiz verleiht.

    Half Nelson erscheint am 6. September 2018 erstmalig auf Bluray über Studiocanal/Arthaus.

    Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

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    Hier könnt Ihr den Film selbst bewerten:

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    © Studiocanal Home Entertainment

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