Close Menu
    Facebook Instagram YouTube
    Facebook Instagram
    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    • Startseite
    • Kritiken
      • Filme
      • Serien
    • Features
    • News
    • Über uns
      • Wer sind wir?
      • Unsere Autor*innen
      • Filmtoast auf Social Media
      • Werde Teil des Teams
      • Finanzielle Unterstützung
    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    Startseite » I’m Thinking of Ending Things
    Filme

    I’m Thinking of Ending Things

    Jan Wernervon Jan Werner4. September 2020Keine Kommentare7 min Lesezeit
    Facebook WhatsApp Twitter Pinterest Email Reddit LinkedIn Copy Link
    Im Thinking Of Ending Things. Toni Collette as Mother in Im Thinking Of Ending Things. Cr. Mary Cybulski/NETFLIX © 2020
    Share
    Facebook WhatsApp Twitter Pinterest Email Telegram Copy Link

    Für seine ganz speziellen Geschichten ist Regisseur und Autor Charlie Kaufman in cineastischen Kreisen berühmt und berüchtigt. Auch weil er nicht gerade für die Vielzahl seiner Werke bekannt ist, liegt auf jedem neuen Film ein hoher Erwartungsdruck. Ob Kaufman seinem verschrobenen und gleichsam genialen Ruf mit I’m Thinking of Ending Things gerecht wird, erfahrt ihr in dieser Besprechung zum ersten Netflixfilm des Amerikaners.

    [su_youtube url=“https://www.youtube.com/watch?v=6ZcNszKlrzY“]

    Ein Abendessen mit den Eltern in I'm Thinking of Ending Things
    Das erste Kennenlernen der Schwiegereltern ist selten ein Vergnügen © Netflix

    I’m Thinking of Ending Things

    Trotz der Zweifel an ihrer Beziehung besucht eine junge Frau (Jessie Buckley) mit ihrem neuen Freund Jake (Jesse Plemons) die Farm seiner Eltern. Als ein Schneesturm den Aufenthalt zwangsläufig verlängert und sie Jakes Mutter (Toni Collette) und Vater (David Thewlis) näher kennenlernt, beginnt die junge Frau, alles infrage zu stellen, was sie über ihren Freund, sich selbst und die Welt zu wissen glaubt…

    Ich denke daran, Schluss zu machen.

    Eine junge Frau lehnt sich auf die Schulter ihres Schwiegervaters
    David Thewlis als Vater und Jessie Buckley als die junge Protagonistin © Netflix

    Meet the Parents auf die Kaufman-Art

    Eines vorweg: Die Essenz von I’m Thinking of Ending Things ohne Spoiler zu besprechen ist auf der einen Seite nicht möglich. Auf der anderen Seite könnte man sich aber genauso gut den ganzen Film erzählen lassen und würde von jedem Zuschauer womöglich eine vollkommen andere Zusammenfassung der Synopsis erhalten. Der neue Film von Charlie Kaufman ist eine rätselhafte Reise sowohl für die junge Erzählerin als auch für die Rezipienten.

    Oberflächlich betrachtet kann man sagen, dass es um das erste Kennenlernen der Schwiegereltern geht, unter den erschwerten Voraussetzungen, dass man gar nicht mal viel über den neuen Freund selbst weiß. Die Situation erinnert dann im ersten Moment fast etwas an den Film Meine Braut, ihr Vater und Ich mit Robert De Niro. Doch mit dem gegenseitigen Abtasten hält sich der Film nur kurz auf. Sehr schnell entwickelt sich ein surreales Kammerspiel, bei dem man als Zuschauer einige Male seinen Augen nicht traut und fortan selbst auf die Probe gestellt wird.

    Das Verhalten der anwesenden Personen ist schon skurril genug, um einem das ein oder andere Kopfschütteln herauszulocken. Aber nahezu hypnotisierend schleichen sich im Vorder- und Hintergrund immer mehr Details ein, die die Wahrnehmung manipulieren und an der Realität des Dargebotenen zweifeln lassen. Widersprüchliche, kryptische Dialoge, plötzliche Zeitsprünge und übernatürliche Szenen, die als das Normalste der Welt von den Handlungsträgern hingenommen werden zu scheinen. Wohin sich der Film daraufhin entwickelt, soll jeder selbst erfahren.

    I’m Thinking of Ending Thing lässt sich kaum verorten

    Während der über zwei Stunden Filmlänge stapeln sich die Fragen beim Publikum ins Unermessliche auf.

    Was ist das hier?

    Was will uns dieser Film sagen?

    Wer spricht hier eigentlich zu uns?

    Den Film in ein Genre einzuordnen, ist dabei eine weitere der schwer zu bewältigenden Aufgaben. Ist es eine Romanze, eine schwarze Komödie, ein Mysterythriller, ein Psychodrama oder gar ein subtiler Horrorfilm? Vermutlich stimmt nichts davon und doch alles ein bisschen. Das ganz große Kunststück, das Kaufman mit diesem Werk gelungen ist, ist die individuelle Interpretationsmöglichkeit. Es kann gut sein, dass man den Film mit zwei Freunden sichtet und am Ende alle drei die Symbole für sich anders auslegen werden. Fest steht nur, dass der Film voll mit Metaphorik, voll mit kryptischen Andeutungen und voll mit Herausforderungen für die Sehgewohnheiten des anspruchsvollen Publikums ist.

    Die Protagonistin in I'm Thinking of Ending Things besucht einen Eisladen
    Ein Besuch an einem Eisladen mitten in der Nacht © Netflix

    Eine Darstellerin auf Oscarkurs?

    Um den Zuschauer trotz so viel Unklarheit zu fesseln, bedarf es Figuren, mit denen man sich dem Ungewissen hingeben kann. Hierfür müssen die Darsteller von höchster darstellerischer Güteklasse sein, damit man immer wieder vom Surrealismus abgelenkt wird und den unsinnigen Worten Glauben schenkt. Durch den Film (und ihre Gedankenwelt) führt uns die junge Frau, so die Rollenbeschreibung, auch mittels absurder und melancholischer Voice Over-Texte.

    Ich frage mich, wie es ist, ein Schaf zu sein.

    Ihr Charakter fühlt sich eigentlich greifbar und echt an, aber auch dies wird im Laufe des Films immer mehr infrage zu stellen sein. Wer ist sie denn nun wirklich? Welche Versionen der Geschichten, die sie über sich und Jake erzählt, entspricht der Wahrheit? Kann man ihren Worten überhaupt trauen?

    Wie Jessie Buckley innere Zerrissenheit, Apathie und Liebenswürdigkeit in Einklang bringt, ist nahezu oscarwürdig. Selbst in den Situationen, die dem Publikum äußerst merkwürdig vorkommen, bleibt die Schauspielerin voll in der Rolle und trägt durch die Seriosität dazu bei, dass man selbst ein Stück weit dem Wahnsinn des Films verfällt. Mit ihren melancholischen Monologen und ihrer traumtänzerischen Ausstrahlung zieht sie uns voll in ihren Bann und ist das Highlight im hochklassigen Cast von I’m Thinking of Ending Things.

    Ein Familientreffen wird zur Tour de Force

    An der Seite der jungen Irin spielt Jesse Plemons (Breaking Bad) den eigentlich sympathischen, aber ebenfalls etwas teilnahmslos und traurig wirkenden Jake. Auch ihm gelingt in diesem Drama eine der besten Leistungen seiner Karriere. Die lange Autofahrt zu Beginn ist ganz großes Dialogkino mit dem Paar als Gegenüber. Die Charakterzeichnung von Jake vollzieht sich schon in dieser Anfangssequenz, obwohl er teilweise nur auf die intelligenten Monologe seiner Freundin reagiert, zwischen den Zeilen. Blicke sagen in diesem Fall einmal mehr als tausend Worte.

    Nach der Ankunft auf der Farm von Jakes Eltern beginnt dann das angesprochene, an Skurrilität nicht zu überbietende, Kennenlernen seiner Mutter und seines Vater. Auch wenn diesen Rollen nicht allzu viel Screentime zukommt, füllen Toni Collette und David Thewlis die wenigen Szenen jedoch mit ihrer ganzen Klasse aus. Die Wandlungsfähigkeit ist hierbei nicht oft genug zu loben, aber darauf näher einzugehen, würde zu viel vorwegnehmen. Es sei nur gesagt, dass man die absurde Lache von Jakes Mutter definitiv lange nachhallen hören wird.

    I’m Thinking of Ending Things ist träumerisch schön bebildert

    Vieles, was den Film zu einem einmaligen Erlebnis macht, kann und darf man, wie gesagt, nicht vorher verraten. Am Ende muss jeder die Botschaften und Symbolik für sich interpretieren, und vor allem akzeptieren, dass trotzdem das meiste wohl im Vagen bleibt. Was man dem Film jedoch unabhängig davon, wie man mit den Inhalten warm wird, nicht absprechen kann, ist die fantastische optische Gestaltung. Zahlreiche Szenen wirken wie Gemälde, voller Detailliebe und allzeit von Kameramann Lukasz Zal mit Verve komponiert. Selbst wenn man über zwei Stunden nur im Nebel stochert, ob der rätselhaften Geschichte und der traumartigen Inszenierung, so sind die visuellen Eindrücke über jeden Zweifel erhaben und machen den Film sogar sehenswert, wenn man am Ende gar nichts versteht.

    Die beiden Hauptcharaktere fahren im Schneesturm mit dem Auto
    Im Schneesturm auf der Heimreise: Die junge Frau und Jake (Jesse Plemons) © Netflix

    Unser Fazit zu I’m Thinking of Ending Things

    Der neue Film des verschrobenen Autors Charlie Kaufman ist womöglich seine bis dato beste Regiearbeit. I’m Thinking of Ending Things ist ein nie ganz greifbares Erlebnis, eine metaphorische Reise in die Tiefen der menschlichen Seele. Die Faszination geht vor allem davon aus, dass man sich auch nach mehrmaligen Sehen wohl nicht sicher sein kann, welche Gefühle angesprochen werden sollen.

    Das Psychodrama ist ein bemerkenswert vielschichtiger Versuch, menschliche Urängste, wie die Angst vor Einsamkeit, die Furcht vor dem Tod oder Probleme mit dem Älterwerden in einem filmischen Gemälde zu verarbeiten. Die Frage, wessen Seelenleben hier nach außen gekehrt wird, bleibt eine der vielen offenen Fragen. Ist es das der jungen Frau, das ihres Freundes, das des Regisseurs oder ist es nicht irgendwie das von uns allen?

    I’m Thinking of Ending Things ist ab dem 4. September 2020 bei Netflix abrufbar.


    © Netflix

    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

    • Jan Werner
      https://www.filmtoast.de/author/jan-werner/
      The Mighty Nein
    • Jan Werner
      https://www.filmtoast.de/author/jan-werner/
      The Abandons
    • Jan Werner
      https://www.filmtoast.de/author/jan-werner/
      Was ist die beste Serie von Taylor Sheridan?
    • Jan Werner
      https://www.filmtoast.de/author/jan-werner/
      This City Is Ours
    Vorheriger BeitragMatthias Schweighöfer übernimmt Regie bei „Army of the Dead“-Prequel
    Nächster Beitrag Fantasy Filmfest 2020: Vorbericht und Interview

    Weitere Beiträge

    2.0

    Stromberg – Wieder alles wie immer

    von Felix Knorr
    4.0

    Im Schatten des Orangenbaums

    von Luca Mattys
    2.5

    Dead of Winter

    von Jan Werner
    4.5

    Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery

    von Jan Werner
    2.0

    Wake Up

    von Louis Kiehl
    3.5

    Zoomania 2

    von Jan Werner
    Kommentar hinzufügen
    Hinterlasse einen Kommentar Cancel Reply

    Neueste Beiträge

    The Mighty Nein

    4. Dezember 2025

    The Abandons

    4. Dezember 2025

    Stromberg – Wieder alles wie immer

    3. Dezember 2025

    Im Schatten des Orangenbaums

    1. Dezember 2025
    We are social
    • Facebook
    • Instagram
    Über uns
    Über uns

    Filmkritiken, Serien-Reviews und Streaming-Tipps. Wir bieten Einblicke, aktuelle Besprechungen und ehrliche Meinungen zu allem, was auf Leinwand oder Bildschirm läuft. Einfach, direkt und ohne Hype.

    Links
    • Über uns
    • Filme
    • Serien
    • Features
    • News
    Facebook Instagram
    • Datenschutzerklärung
    • Impressum
    © 2025 Filmtoast.de

    Suchbegriff eingeben, um zu starten. Tippe X, um die Suche zu schließen.