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    Startseite » Ip Man 4: The Finale
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    Ip Man 4: The Finale

    Jan Wernervon Jan Werner15. September 2020Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Ip Man (Donnie Yen) kämpft vor einem Esstisch konzentriert und kontrolliert mit einem anderen Meister chinesischer Kampfkunst.
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    Was für Fans des Boxfilms die Rocky-Filme sind, ist für Freunde asiatischer Kampfkunst die Ip Man-Reihe. Neben einigen Spin-Offs rund um die Schüler des legendären Wing-Chun-Lehrers hat es die Hauptreihe inzwischen auf vier Filme gebracht. Doch kann Ip Man 4: The Finale die Reise von Donnie Yen als legendären Meister von Bruce Lee zufriedenstellend zu Ende bringen?

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    Das Blu-ray Cover von Ip Man 4: The Finale zeigt Donnie Yen in der Titelrolle des Ip Man. Er trägt traditionelle chinesische Kleidung und steht in kampfbereiter Pose.
    Das Cover der Blu-ray zum Film © Koch Films

    Ip Man 4  – The Finale: Ende einer beliebten Filmreihe

    Wing-Chun-Großmeister Ip Man (Donnie Yen) kommt nach San Francisco, um für seinen Sohn eine Schule zu finden und seinem Schüler Bruce Lee (Danny Kwok-Kwan Chan) beim Aufbau seiner eigenen Kampfsportschule zu helfen. Die Lehrmethoden Ip Mans sorgen bei den traditionellen chinesischen Martial-Arts-Kämpfern für Empörung und auch seitens des US-Militärs sieht sich der Kung-Fu-Pionier Gegenwind ausgesetzt. Besonders brutal geht dabei Marineoffizier Barton (Scott Adkins) vor, der die Auseinandersetzungen auf einen unausweichlichen Wettstreit der Kampfkunstdisziplinen zuspitzt: Welche Martial-Arts-Form ist überlegen und welche Nation wird den Sieg davontragen?

    Kampf der Kampfkünste und der Kulturen

    Die Geschichte ist auch in diesem Teil der Reihe alles andere als komplex. Wie schon in den Vorgängerfilmen wird jedoch auch hier wieder viel mehr in die oberflächlich einfachen Konflikte hineingelegt, sodass es um viel mehr als nur um die persönlichen Fehden von Kampfsportlern geht. Stellvertretend tragen die Akteure die Last auf ihren Schultern, für die Ehre ihrer Schule und sogar ihrer Nation eintreten zu müssen. In Ip Man 4: The Finale geht es um nicht weniger als die Frage, welche Weltmacht überlegen ist. Das ganze auf das Setting eines Kampfes zwischen zwei Kampfsportarten zuzuspitzen, ist so einfach wie effektiv. Hier muss man nicht viel hinein interpretieren, um zu verstehen, dass man in diesem Film, der in den Sechzigerjahren spielt, auch einen Kommentar zum gegenwärtigen Wettstreit von China und den USA wiederfindet.

    Ip Man (Donnie Yen) steht mit nachdenklicher Miene und aufrechter Haltung in Chinatown in San Francisco. Hinter ihm sind dutzende rote, klassisch chinesische Lampions zu sehen, außerdem eine an der Häuserfassade angebrachte amerikanische Flagge.
    Ip Man reist in die USA und findet seine Landsleute im dortigen Chinatown © Koch Films

    Immer wieder werden die gegenseitigen Ressentiments offen gezeigt und ausgesprochen. Das fängt beim American Dream der Chinesen an. Ip Man erhofft sich von der amerikanischen Ausbildung für seinen Sohn optimale Zukunftsperspektiven und muss dann vor Ort recht schnell erkennen, dass man seinen Landsleuten immer noch sehr mit Vorurteilen behaftet begegnet. Genauso sieht sich Ip Man auch – als dem Westen aufgeschlossener Chinese – den Ängsten seiner Landsleute ausgeliefert, die ihre Tradition durch seine Vorwärtsgewandtheit bedroht sehen. Etwas flach gezeichnet, aber trotzdem noch nicht karikaturesk, spielt Scott Adkins im Culture Clash dann den Gegenpart zu den chinesischen Traditionalisten. Eigentlich hat er nur Angst, dass sich sein augenscheinlich überlegener Status Quo nicht bewahren kann, wenn sich die Kulturen vermischen.

    Ip Man 4: The Finale ist ein verfilmter Beat’em-up-Traum

    Trotz all der politischen Dimensionen ist Ip Man 4: The Finale in erster Instanz weiterhin ein Fest für Fans der asiatischen Kampfkünste. Der Film ist extrem geradlinig erzählt und wird aufgrund der hohen Voraussehbarkeit nicht gerade durch Überraschungen punkten können. Das tut dem Spaß jedoch in keinster Weise einen Abbruch. Durch den Verzicht auf erzählerische Experimente liegt der Fokus voll und ganz auf den Elementen, für die man Martial-Arts-Filme schaut. Wie in bester Street-Fighter-Manier hangelt man sich zusammen mit den Figuren von Kampf zu Kampf, von Showdown zu Showdown, bis am Ende der von Anfang an antizipierte „Bossfight“ die vorherigen Kabbeleien dramatisch zum Höhepunkt bringt.

    Scott Adkins als Marineoffizier Barton steht in Ip Man 4: The Finale angespannt und mit grimmigem Blick da. Er trägt ein reines weißes T-Shirt und gibt mit seiner Handbewegung zu erkennen, dass er bereit für den Kampf ist.
    Marineoffizier Barton hält seine Kampftechnik für die beste © Koch Films

    Sowohl die Locations als auch die Choreografien sind abwechslungsreich und sorgen mehrfach für Staunen oder gar Szenenapplaus. Wenn die amerikanische Karate-Stilistik auf die chinesische Kung-Fu-Schule trifft, überzeugen die Kampfszenen durch die unterschiedlichen Bewegungsmuster. Die Kamera- und Schnittarbeit ist dabei exzellent. Man bekommt ein sehr gutes Gefühl für die Härte der Tritte und Schläge, selten hat man den Eindruck, dass hier allzu sehr getrickst wurde.

    Eine Saga wird perfekt abgerundet

    Ging es im ersten Teil um Überleben, im zweiten um Anpassung und im dritten um das Leben selbst, so geht es in diesem Abschlussfilm um das Ende des Lebens. Donnie Yen hat in der Titelrolle erst den Kampf gegen die Japaner ausgetragen, dann mit Bruce Lee einen ihm ebenbürtigen Schüler auf den Weg gebracht und später dem skrupellosen Kapitalismus die Stirn geboten. Nun geht es darum, sein Vermächtnis auf zweierlei Ebenen abzusichern. Einerseits will er – wissend, bald sterben zu müssen – seinen Sohn bestmöglich auf das Leben danach vorbereiten. Andererseits muss er sein Lebenswerk bis zum Ende hin gegen Vorurteile und Gegenbewegungen verteidigen.

    Der in Schwarz gekleidete Ip Man (Donnie Yen) befindet sich in einem Duell mit einem weiß gekleideten Kontrahenten, der auf den Boden geworfen wurde. Im Hintergrund sieht man einige weitere Kampfkunst-Schüler auf dem Boden knien. Die etlichen roten Lampions sorgen für eine wunderschöne Kulisse.
    Ip Man muss seine Landsleute gegen die Amerikaner verteidigen © Koch Films

    Mit einigen Referenzen zu den vorherigen Teilen und einem versöhnlichen Ende ist der vierte Teil ein mehr als würdiger Abschied von Ip Man. War die Figur von Yen anfangs noch etwas ungestüm, so wirkt er von Teil zu Teil mental gefestigter. Sympathisch war Ip Man durch die perfekte und gefühlvolle Interpretation der Rolle durch Yen schon immer. Im Finale darf er nun noch einige Male seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Nicht nur seine virtuose Kampfklasse kommt in Vollendung zur Geltung. Auch seine Rolle als Vermittler zwischen widerstreitenden Kulturen wird ein letztes Mal auf den Prüfstand gestellt.

    Dass dieser Abschluss so gelungen ist, liegt auch daran, dass man sich auf die Stärken der Reihe besonnen hat. Kleine Ruhepausen voller menschlicher Dramen, die sehr authentisch wirken, sorgen für die richtige Dosis an Nachdenklichkeit zwischen den spektakulären Actionszenen. Nach dem letzten großen Kampf sorgt ein emotionaler Rückblick nochmals dafür, dass man sich an die besten Momente der Reihe erinnert. Die Abschiedsszenen wirken dadurch sehr persönlich und können bei Fans durchaus für die ein oder andere Träne sorgen.

    Unser Fazit zu Ip Man 4: The Finale 

    Hat man die Filme bislang gemocht, wird man Ip Man 4: The Finale lieben. Mit gewohnt toller Kampfsportaction und noch mehr politischer Tiefe rundet der letzte Part eine herausragende Reihe ab. Der perfekt harmonierende Cast wird abermals von Donnie Yen angeführt, der inzwischen durch seine Altersweisheit noch sympathischer wirkt. An den Kämpfen kann man sich als Genre-Fan erneut kaum satt sehen. Und wenn am Ende auch noch die ein oder andere Träne kullert, dann hat ein Film wohl auch auf der emotionalen Ebene alles richtig gemacht.

    Ip Man 4: The Finale erscheint am 17. September 2020 bei Koch Films digital, als Blu-Ray und DVD sowie in einer exklusiven Steelbook-Edition.


    © Koch Films

    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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