Close Menu
    Facebook Instagram YouTube
    Facebook Instagram
    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    • Startseite
    • Kritiken
      • Filme
      • Serien
    • Features
    • News
    • Über uns
      • Wer sind wir?
      • Unsere Autor*innen
      • Filmtoast auf Social Media
      • Werde Teil des Teams
      • Finanzielle Unterstützung
    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    Startseite » Limbo
    Filme

    Limbo

    Jan Wernervon Jan Werner4. März 2021Keine Kommentare6 min Lesezeit
    Facebook WhatsApp Twitter Pinterest Email Reddit LinkedIn Copy Link
    Cham Lau steht in Limbo in einem zerstörten Zimmer, wo zahlreiche wahllose Gegenstände herumliegen.
    Share
    Facebook WhatsApp Twitter Pinterest Email Telegram Copy Link

    Ein ästhetisch außergewöhnlicher Thriller in der Berlinale Special Sektion ist das neue Werk von Regisseur Cheang Soi. In dieser Kritik erfahrt ihr, ob Limbo außer mit starken Schwarzweißaufnahmen auch als Kriminalgeschichte überzeugt.

    YouTube

    Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
    Mehr erfahren

    Video laden

    Will Ren (Mason Lee) regennass in schwarzer Jacke mit Pflaster auf der Wange. In der rechten Hand hält er eine Art Schlagring.
    Ermittler Will Ren (Mason Lee) © 2021 Sun Entertainment Culture Limited

    Die Handlung von Limbo

    Der Jungpolizist Will Ren und sein erfahrener Partner Cham Lau sind einem obsessiven, besonders brutalen Frauenmörder auf der Spur. Um den Handfetisch-Täter zu ködern, wird die kriminelle Wong To benutzt, die ihre Schuld am Unfall von Chams Familie wiedergutmachen soll. Aber die junge Frau ist unberechenbar und widerspenstig. Umgeben von immer irrwitzigeren Gewaltspiralen und zunehmend in Gefahr, dem bestialischen Serienmörder zum Opfer zu fallen, kämpft sie mit eigenen Mitteln gegen die Traumata des Slums.

    Typische Konstellation, die nie ihren Reiz verliert

    Das Ermittlerduo, das in Limbo auf Mörderjagd geht, ist oberflächlich betrachtet eine klassische Good-Cop-Bad-Cop-Kombination. Zumindest anfangs bleibt man in eigentlich ausgetretenen Pfaden: Der unerfahrene Novize hält sich streng an Dienstvorschriften, sein moralischer Kompass ist noch intakt. Der Veteran im Team hat ein schweres persönliches Trauma erlitten und schafft es nicht, seine Emotionen in Ausführung seines Berufs unter Kontrolle zu halten. Doch sooft man solche Konstellationen auch schon gesehen hat, wenn die darstellerische Qualität stimmt und auch nur Nuancen an Variation für frische Würze im Leibgericht sorgen, so lässt man sich doch immer wieder auf das Szenario ein. Genau dieses gewisse Extra, dass es braucht, hat das Gespann Cham Lau und Will Ren.

    Der Grund für die Verbittertheit von Cham Lau ist nachvollziehbar und auch wenn sein impulsives Naturell dann noch der Tropfen ist, der das Fass zum überlaufen bringt, so macht einem sein Schicksal es wirklich schwer, ihn für seine Brutalität zu verurteilen. In Verbindung mit dem ungleichen Partner und ihrer unerwarteten Unterstützerin durchläuft er einen extrem spannenden Heilungs- und Läuterungsprozess, der ihn auf vielen Ebenen Rehabilitation zugesteht. Die bittere Schlusspointe ist dadurch viel härter, als sie ohne die Wandlung des anfänglichen Unsympathen wäre.

    Cham Lau (Ka Tung Lam) versucht mit seiner Hand die seines Gegenüber von seiner Jacke zu entfernen. Er trägt eine schwarze Jacke und blickt mit leeren Augen drein. Von hinten erkennt man den Hinterkopf von Will Ren mit Brille.
    Cham Lau wird von seinem jungen Kollegen ausgebremst © 2021 Sun Entertainment Culture Limited

    Limbo hat wenige Figuren, die dafür fast alle Raum bekommen

    Sein Konterpart ist ebenfalls sehr facettenreich gezeichnet und durchläuft einen Reifeprozess an der Seite des erfahrenen Altpolizisten. Die Reduktion auf die wenigen zentralen Figuren ist mitunter inhaltlich die große Stärke des Copthrillers. Der Fokus liegt auf den beiden Cops und der jungen Wong To. Auch sie wird in verschiedenen Szenen mit reichlich Hintergrund ausstaffiert, sodass ihr Leidensweg auch allumfassend nachvollzogen werden kann. Die drei Protagonisten werden in den nur knapp zwei Stunden Laufzeit zu komplexen Figuren, deren Motivationen keinen Zuschauer kalt lassen werden.

    Dem hingegen hat man nicht ganz geschafft, auch einen Gegenspieler von gleichem Rang aufzubauen. Der Frauenmörder tritt erst recht spät aus dem Schatten und leider bleibt er mangels gut aufgebauter Charaktertiefe eher blass und austauschbar. Von Hiroyuki Ikeuchi bleibt höchstens seine markante Hasenscharte und seine Obsession für Frauenhände im Gedächtnis.

    Ein Potpourri aus Genrevorbildern

    Der uninspiriert geschriebene Antagonist ist ein wesentliches Merkmal, das Limbo von den Vorbildern unterscheidet, an denen sich Regisseur Cheang Soi ziemlich offenkundig orientiert hat. Die deutlichste Reminiszenz ist hierbei David Finchers Sieben. Trotz all der Parallelen, seien es die ähnliche Paarung der Ermittler oder das Eintauchen in die dunkelsten Ecken einer vermeintlich fortschrittlichen Metropole, wirkt es keineswegs wie eine dreiste Kopie. Vielmehr ist der Einsatz von Anspielungen an die Klassiker des Thrillergenres hier ein bewusst gewähltes Stilmittel. Die zahlreichen Referenzen kann man definitiv als Hommage oder gar Ehrerweisung einstufen, bei der man als Zuschauer jedes mal grinsen möchte, wenn man erkennt, wen der Regisseur hier hochachtungsvoll zitiert.

    Cham Lau bedroht die auf dem Boden liegende Wong To mit einer Pistole.
    Cham Lau ist aus Rache zu allem bereit © 2021 Sun Entertainment Culture Limited

    Ästhetisch in der höchsten Güteklasse

    Nicht nur inhaltlich weckt Limbo einige Erinnerungen. Visuell wirkt die Schwarzweißoptik mit der leicht metallischen Anmutung fast etwas wie Sin City. Allerdings verzichtet dieser Thriller auf die Comicstilistik. Zeitlupen werden zwar ganz gezielt eingesetzt, jedoch ist hier weniger mehr, sodass die Akzentuierung nichts von ihrer Wirkung einbüßt. Die gestochen scharfen Bilder haben allesamt die Ästhetik von modernen HDR-Fotografien. Dadurch entstehen Aufnahmen, die sich gut und gerne als Postermotive eignen würde.

    Das krasse Gegenteil zur technisch makellosen Bebilderung zeigt sich in der Darstellung Hongkongs. Davon, dass die Metropole eine der teuersten Städte der Welt ist, sieht man in Limbo in fast keiner Einstellung etwas. Der Thriller taucht nicht nur tief in menschliche Abgründe ein, sondern entblößt vor allem die Seiten einer Glamourstadt, die in der Regel unter den Teppich gekehrt wird. An der Seite der Polizisten geht es durch Müllhalden, innerstädtische Autofriedhöfe und slumartige Plattenbauten. Die enorme Bildschärfe lässt dabei kein Detail ausblenden, jede Schmeißfliege wird sichtbar und auch hörbar.

    An dieser Stelle gilt es auch noch explizit die fantastische Kameraarbeit zu betonen. Durch Vogelperspektiven in Kombination mit langsamen Kamerafahrten in Bodennähe bei den Verfolgungsjagden werden die Gassen Hongkongs zu einem Labyrinth in einem endlosen Moloch.

    Limbo braucht fast ein Warnsiegel

    Wie man es von asiatischen Actionfilmen gewohnt ist, geizt auch dieser Genrebeitrag nicht mit Härte. Die Verfolgungsjagden und Kampfsequenzen sind stark choreografiert, die Schläge haben eine Wucht, die der Zuschauer mitfühlt. Der Höhepunkt ist dabei ein Showdown, der gefühlt ein Viertel des Films einnimmt und trotzdem keine Minute zu lang ist. Der immer stärker werdende Regen und die sich zuspitzende Konfrontation mit dem Mörder lassen den Film ohnehin wie im Flug vergehen. Lediglich für Leute, die ein Problem mit der Darstellung von Gewalt gegen Frauen haben, dürfte Limbo in mehreren Szenen übers Ziel hinausschießen. Die Szenen sind hart anzusehen und hätten in abgeschwächter Form wohl noch besser in das sonst stimmig komponierte Gesamtbild gepasst. Für diese unnötige Brutalität sollte man dem Thriller fast eine Triggerwarnung voranstellen.

    Unser Fazit zu Limbo

    Der neue Film von Cheang Soi ist ein ästhetisches Highlight auf optischer wie akustischer Ebene. Die schwarzweißen Bilder in Hochglanzoptik kontrastieren perfekt die abstoßenden Verbrechen. Inhaltlich verlässt man sich auf Altbewährtes, aber dies trägt  mit höchster schauspielerischer Güte vor. Für Fans klassischer Copthriller mit melancholischem Einschlag, sowie für Anhänger des Hongkong-Kinos ist die Produktion eine glasklare Empfehlung, die man am besten auf der Leinwand erfahren sollte.

    (Kleiner Fun-Fact zu Darsteller Mason Lee: Wem der junge Cop irgendwie bekannt vorkommt, der hat womöglich Hangover 2 gesehen. Im zweiten Teil der Kultreihe aus Hollywood hat der junge Darsteller den Schwager des Bräutigams namens Teddy gemimt, der in der Komödie in der thailändischen Hauptstadt gefunden werden muss)

    Limbo läuft in der Sektion Berlinale Special auf der Berlinale 2021. Ein Kinostart ist noch nicht bekannt.


    © 2021 Sun Entertainment Culture Limited

    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

    • Jan Werner
      https://www.filmtoast.de/author/jan-werner/
      Neue Serien 2026 – Was startet wo?
    • Jan Werner
      https://www.filmtoast.de/author/jan-werner/
      The Pitt – Staffel 1
    • Jan Werner
      https://www.filmtoast.de/author/jan-werner/
      Goodbye June
    • Jan Werner
      https://www.filmtoast.de/author/jan-werner/
      Die große Netflix-Vorschau 2026 – Highlights aus Film und Serie 
    Vorheriger BeitragAlbatros
    Nächster Beitrag Forest – I See You Everywhere

    Weitere Beiträge

    2.5

    Silent Night, Deadly Night

    von Stefan Brüning
    4.0

    Goodbye June

    von Jan Werner
    2.0

    Hi-Five

    von Louis Kiehl
    4.5

    Sentimental Value

    von Luca Mattys
    2.0

    Stromberg – Wieder alles wie immer

    von Felix Knorr
    4.0

    Im Schatten des Orangenbaums

    von Luca Mattys
    Kommentar hinzufügen
    Hinterlasse einen Kommentar Cancel Reply

    Neueste Beiträge

    Neue Serien 2026 – Was startet wo?

    13. Dezember 2025

    Silent Night, Deadly Night

    12. Dezember 2025

    The Pitt – Staffel 1

    11. Dezember 2025

    Goodbye June

    11. Dezember 2025
    We are social
    • Facebook
    • Instagram
    Über uns
    Über uns

    Filmkritiken, Serien-Reviews und Streaming-Tipps. Wir bieten Einblicke, aktuelle Besprechungen und ehrliche Meinungen zu allem, was auf Leinwand oder Bildschirm läuft. Einfach, direkt und ohne Hype.

    Links
    • Über uns
    • Filme
    • Serien
    • Features
    • News
    Facebook Instagram
    • Datenschutzerklärung
    • Impressum
    © 2025 Filmtoast.de

    Suchbegriff eingeben, um zu starten. Tippe X, um die Suche zu schließen.