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    Memory Box

    Jan Wernervon Jan Werner1. März 2021Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    Maia und Raja küssen sich in einer Gondel sitzend. Der Hintergrund ist unscharf und bunt
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    Memory Box ist eine multinationale Produktion im diesjährigen Wettbewerb der Berlinale. Lest in dieser Filmbesprechung, ob diese Geschichte von Vergangenheitsbewältigung und Generationenkonflikten zu überzeugen weiß.

    Vier junge Frauen laufen zusammen lachend eine Straße entlang.
    Maia und ihre Freundinnen in ihren Jugendjahren © Haut et Court – Abbout Productions – Micro_Scope

    Wovon handelt Memory Box?

    Maia lebt mit ihrer heranwachsenden Tochter Alex in Montreal. Am Weihnachtsabend trifft eine Kiste mit alten Schreibheften, Tonbändern und Fotos ein, die sie ihrer besten Freundin anvertraut hatte, bevor sie den Libanon verließ. Maia will diese Büchse der Pandora nicht öffnen, doch Alex kann nicht widerstehen: Als sie wegen eines Schneesturms zu Hause festsitzt, öffnet sie heimlich die Erinnerungskiste und erfährt so von der turbulenten Jugend ihrer Mutter in Beirut während des Bürgerkriegs…

    Eine Tochter taucht in die Vergangenheit der Mutter ein

    Das Drama von Joana Hadjithomas und Khalil Joreige ist ganz klassisch angelegt: Die Mutter will nicht, dass die Tochter in ihrer Vergangenheit wühlt, der Zuschauer wird neugierig, welches dunkle (?) Geheimnis sich dort verbergen mag, an der Seite der Tochter wird diesem Mysterium auf den Grund gegangen. Memory Box schafft es dabei, schön die Neugier aufrecht zu halten und zu steigern, und enthüllt dann scheibchenweise, was Maia versucht, in der titelgebenden Kiste für immer hinter sich zu lassen. Was diese Reise in eine ferne Zeit und eine fremde Kultur zudem interessant gestaltet, ist der generationenübergreifende Ansatz. Während Maia in ihrer Jugend all ihre Eindrücke in Tagebüchern, Fotoalben und auf Kassetten gesammelt hat, ist ihre Tochter ein waschechter Digital Native. Alex lässt ihre Freunde über die sozialen Medien ganz selbstverständlich daran teilhaben, wie sie die Geheimnisse der Jugendjahre ihrer Mutter im Libanon auf Basis der verschiedenen Medien rekonstruiert.

    Das Bild zeigt eine Fotografie aus dem Tagebuch von Maia. Man sieht zwei Personen in einem Auto sitzen, sie wirken erschrocken. Am oberen Rand ist das Foto angebrannt
    Ein Foto aus Maias Album © Haut et Court – Abbout Productions – Micro_Scope

    Schöne Visualisierung von fotografierten Erinnerungen

    Die beiden Welten – die analoge Erinnerungssammlung der Mutter und die schnelllebige Mitteilungskultur in Social Media – verschmelzen auf visueller Ebene schön miteinander. Wenn Alex die ausgebleichten und unscharfen Abzüge betrachtet, erwachen die Bilder für sie und uns als Zuschauer in animierter Art zum Leben. Die verspielte Art der Darstellung von dem, was Maia im Bürgerkrieg im Libanon durchgemacht hat, schafft einen gelungenen Kontrast. Dabei verlieren die Schrecken des Krieges keineswegs ihre Wirkung, sondern werden eher durch die Übersetzung in moderne Stilmittel greifbarer und einprägsamer. Insgesamt ist der Film technisch keine großen Risiken eingegangen und wirkt dadurch teilweise fast dokumentarisch. Auch das sorgt für eine bessere Lebensnähe, als wenn man die Gräuel überdramatisch abbilden würde.

    Memory Box punktet mit eindrücklichen Musikmomenten

    Seine emotional stärksten Momente hat Memory Box, wenn durch die Musik der 1980er wirkungsvoll das Lebensgefühl der Jugendlichen im Libanon unterstrichen wird. Die westliche Musik, die auch dort die Clubs dominierte, ermöglichte es den Teenagern, sich von den äußeren Umständen für einige Stunden abzuschirmen. Ganz bewusst hat man dafür Blondies „One Way Or Another“ auch als erzählerische Klammer gewählt, wenn das Lied dann in der Jetztzeit nochmal aufgegriffen wird, um einerseits die Erinnerung am Leben zu halten und andererseits auch den Neustart in eine bessere Zukunft zu markieren.

    Die Figuren bleiben etwas blass

    Das Gespann aus Mutter und Tochter in Montreal wird noch durch die Großmutter komplettiert, die anfangs wie auch Maia versucht, Alex von der Recherche abzuhalten. Emotional gelingt es leider nicht durchgängig, die Zuschauer auf die Reise in die Vergangenheit mitzunehmen. Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass die Schauspielerinnen es in letzter Instanz nicht schaffen, für das Publikum sympathische Charaktere zum Leben zu erwecken, mit denen man gern mitleidet und mitfeiert. Bis zuletzt wird man das Gefühl nicht los, dass die Figuren nicht vollends ihren Emotionen freien Lauf lassen und etwas gehemmt wirken. Vielleicht ist dies auch unserer Prägung durch das oftmals leicht theatralische Schauspiel westlicher Darsteller in Dramen dieser Art geschuldet. Die unterkühlt wirkende Darbietung lässt jedoch viel Potenzial liegen, um den Zuschauern die Gefühlswelten nachvollziehbarer zu machen.

    Maia (Manal Issa) stützt sich kniend aufs Beet. Sie hält ein Mikrofon in der Hand und vor ihr liegt ein Kassettenrekorder sowie ein Notizbuch. Im Hintergrund liegen bunte Kissen auf dem Bett.
    Die junge Maia (Manal Issa) nimmt mit dem Rekorder etwas für die Nachwelt auf © Haut et Court – Abbout Productions – Micro_Scope

    Unser Fazit zu Memory Box

    Der Film von Joana Hadjithomas und Khalil Joreige ist ein starker Beitrag zum Thema Erinnerungskultur, der seine Zuschauer mit modernen Augen auf die traumatischen Langzeitwirkungen einer Jugend im Bürgerkrieg aufmerksam macht. Emotional springt der letzte Funke zwar nicht über, aber die musikalischen Momente, die visuelle Raffinesse und das aussagekräftige, positive Ende bleiben trotzdem im Gedächtnis haften.

    Memory Box läuft im Wettbewerbsprogramm der Berlinale 2021. Ein Kinostart ist noch nicht bekannt.


    © Haut et Court – Abbout Productions – Micro_Scope

    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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