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    Natural Light

    Jan Wernervon Jan Werner2. März 2021Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    Man sieht einen Soldaten von hinten, der ein niederbrennendes Gebäude aus sicherer Entfernung ansieht.
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    Der Beitrag des ungarischen Regisseurs Dénes Nagy im Wettbewerb der Berlinale 2021 ist ein Kriegsdrama, in dem die leisen Töne überwiegen. Lest in dieser Kritik, ob Natural Light auf seine Weise Bilder kreiert, die sich ins Gedächtnis brennen.

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    In Natural Light umarmen sich zwei uniformierte Soldaten. Einen mit Kappe sieht man nur in der Rückansicht, den anderen mit geschlossenen Augen von vorn.
    Semetka umarmt einen Kameraden © Tamás Dobos

    Natural Light – erbarmungsloser Kriegsalltag

    1943: Während des Zweiten Weltkriegs steht in der besetzten Sowjetunion ein langer Winter bevor. István Semetka gehört zu einer ungarischen Sondereinheit, die Dorf für Dorf nach Partisan*innen durchsucht. Eines Tages gerät die Einheit auf dem Marsch in eine entlegene Ortschaft unter feindlichen Beschuss. Der Kommandeur wird getötet und als Ranghöchster muss Semetka die Führung übernehmen. Durch ein Sumpfgebiet führt er die Überlebenden zu einem besetzten Dorf, wo sie wieder zu ihrer Abteilung stoßen.

    Natural Light erschüttert ohne Action und Tempo

    Das ungarische Weltkriegsdrama ist ein extrem entschleunigter Einblick in den Kriegsalltag kleiner Fußsoldaten, die im Auftrag die unbequeme Suche nach Partisanen übernehmen mussten. Auf Actionszenen, blutrünstige Schlachten und adrenalingeladene Feuergefechte wird man hier vergeblich warten. In Natural Light entfalten sich sämtliche Schrecken wie in Zeitlupe. Eine lange Exposition gefolgt von immer wieder überlangen Szenen, die gefühlt über Minuten ihre Bilder wirken lassen, zermürben den Zuschauer wie die müden Soldaten im kalten sowjetischen Winter.

    Es sind die vermeintlich kleinen Gesten mit großer Wirkung, die in dieser Produktion für einige Klöße im Hals sorgen können. Dazu muss man sich jedoch auf die langsame Erzählweise und eine Geschichte ohne wirklichen Höhepunkt einlassen. Was dieser authentische wirkende Einblick in das Soldatenleben schonungslos zu offenbaren weiß, ist die Verrohung und der Verlust des Regelwerks zivilisatorischen Zusammenlebens. In mehreren Szenen stimmt Natural Light sein Publikum mit dem gezeigten amoralischen Verhalten (sogar gegen die eigenen Kameraden) traurig, nachdenklich oder gar wütend.

    Ein junges Mädchen im Profil. Sie sieht traurig aus, einige Haare wehen vor ihr in die Luft.
    Eine Bewohnerin des Dorfes in dem nach Partisanen gesucht wird © Tamás Dobos

    Entsättigte Bilder und leise Töne

    Die ausweglose Tristesse wird auf der gestalterischen Ebene sowohl optisch, wie akustisch gekonnt verstärkt. Das gelingt zum einen durch sehr dunkle Bilder, die gar auf ein Minimum an Farbe reduziert worden sind. Zum anderen wechselt die Kamera zwischen den Detailaufnahmen des winterlichen Waldes, Ansichten der zerstörten Bauerndörfer und immer wieder auch Nahaufnahmen, die die leeren Blicke der Soldaten einfangen. Die Bildsprache ist in diesem Subgenre sicherlich keine Innovation, weiß jedoch immer noch für das passende Stimmungsgerüst zu sorgen.

    Auch bei der Filmmusik ist in Natural Light weniger mehr. Über weite Strecken gibt es gar keine Untermalung durch einen Score und auch wenn sich dies im Laufe der Geschichte ändert, so wird die Klangkulisse nie dominant. Durch die Reduktion wird nochmals die Trostlosigkeit betont. Zusätzlich kann sich der Zuschauer dadurch besser in die Szenerie der eisigen Wälder der Sowjetunion einfühlen, da die Stille, die dort fernab jeglicher Städte herrscht, optimal zur Geltung kommt.

    Ambivalenz in ausdruckslosen Mienen

    Der Protagonist des Dramas ist der von Ferenc Szabó gespielte Soldat István Semetka. Ganz bewusst wurde als Identifikationsfigur für den Zuschauer ein relativ niederrangiger Akteur gewählt, der selbst anfangs kaum zu Entscheidungen befugt ist. Man sieht zwar immer wieder Anflüge von moralischen Bedenken, jedoch kann sich Semetka weder Gruppenzwang noch Oberbefehl widersetzen. Er bleibt ein kleines Rädchen im erbarmungslosen Getriebe, das vor Kriegsverbrechen und Gräueltaten nicht zurückschrecken würde, falls so das Geheiß von oben lautet. Ungewollt ändert sich seine Position im Verlauf und fortan nimmt auch sein Handlungsspielraum zu. Trotzdem, so eine Aussage von Natural Light, ändert das im Kern nichts an den Verhältnissen und die Geschehnisse nehmen ungehindert ihren Lauf.

    Szabó ist für diese Rolle eine gute Wahl. Über die gut 100minütige Laufzeit zeigt uns der Film etliche Porträtansichten seines Charakters. Erstaunlich ist dabei, dass obwohl er nüchtern betrachtet immer den exakt selben Ausdruck in seinem Gesicht hat, er trotzdem dutzende Gefühlswelten damit zeigt. In den leicht melancholisch anmutenden Blicken ins Leere kann man dabei die Kriegsmüdigkeit genauso erkennen, wie auch das Hinnehmen seiner ausweglosen Situation. Zusätzlich schafft er es aber trotzdem mittels kleinster Variation des Mienenspiels seiner schwelenden Wut oder auch seiner Empathie für die Landbevölkerung Ausdruck zu verleihen. Damit kreiert Szabó eine Art universellen Stellvertretersoldaten, der ein enormes Spektrum an Emotionen abdeckt, die im Kriegsalltag vorkommen.

    Eine Totale zeigt eine Waldszene, in der drei uniformierte Soldaten von rechts nach links eine Lichtung durchschreiten. Im Hintergrund sieht man etliche karge Birkenstämme.
    Soldaten im sowjetischen Wald © Tamás Dobos

    Unser Fazit zu Natural Light

    Das Kriegsdrama ist wahrscheinlich nicht für jeden Zuschauer zu empfehlen. Zum einen muss man generell der Weltkriegsthematik noch nicht überdrüssig sein und zum anderen darf man sich nicht zu viel Kampfgeschehen erhoffen. Wer sich jedoch auf die langsame, zermürbende Erzählweise und die atmosphärische Inszenierung einlassen kann, dem wird mit Natural Light einiges geboten, worüber er sich auch im Nachgang noch lange Gedanken machen kann.

    Natural Light läuft im Wettbewerb der Berlinale 2021. Ein Kinostart ist noch nicht bekannt.


    © Luxbox

    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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