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    Startseite » One Life
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    One Life

    Simon Eultgenvon Simon Eultgen13. Juni 2024Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Die Presse nannte ihn den „britischen Schindler“. Jetzt hat der verstorbene Börsenmakler Nicholas Winton ein eigenes Biopic erhalten, dass seine Heldentaten zur Zeit der Nazis und seine spätere Ehrung nacherzählt.

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    Die Handlung von One Life

    Nicholas Winton (Johnny Flynn) arbeitet in London als Börsenmakler, als er erfährt, dass Deutschland unter der Herrschaft Hitlers das Sudetenland besetzt hat. Zahlreiche jüdische Flüchtlinge retten sich nach Prag, wo sie in Notunterkünften ein deprimierendes Dasein fristen. Vor allem ist zu erwarten, dass bald ganz Tschechien von Deutschland erobert wird.

    Kurzerhand begibt sich Winton nach Prag und organisiert mit einigen Mitstreitern ein Rettungsprogramm. Die Kinder der Flüchtlinge sollen nach England ausgefahren werden und dort solange bei Pflegefamilien leben, bis sie wieder zu ihren Eltern zurück können.

    50 Jahre später: Als alter Mann im Ruhestand hat Winton (jetzt: Sir Anthony Hopkins) immer noch nicht mit seiner damaligen Rettungsaktion abgeschlossen. Als er sich endlich von seinen Akten trennen will, gelangen diese in die Hände eines BBC-Reporters. Ehe sich Winton versieht, wird alles von damals publik und er landet in einer Fernsehshow, in der ihn seine Vergangenheit einholt.

    Nicht alle Helden tragen Umhänge

    One Life von Serie-Regisseur James Hawes ist ein klassisch nacherzählendes Biopic, das sich einem Mann widmet, der Besonderes geleistet hat. Hierzulande dürfte diese Geschichte aber alles andere als Allgemeinwissen sein. So wundert es nicht, dass Nicholas Winton boulevardesk gerne mit Schindler verglichen wird, um eine schnelle Einordnung dieses Mannes vorzunehmen. Das Covermotiv des Films zitiert gar den berühmten Ausspruch „Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt“, den Spielberg in seinem Biopic besonders hervorhob.

    Wichtig zu wissen ist dabei, dass das Drehbuch von Lucinda Coxon und Nick Drake zweigleisig fährt. Das heißt die beiden Zeitebenen wechseln sich ständig ab. Eigentlich brennen wir darauf zu sehen, wie der Londoner Börsenmakler Winton, gewissermaßen ein „Jedermann“, jeden bürokratischen und finanziellen Widerstand überwinden konnte, um bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs insgesamt 669 Kinder zu retten.

    Aber immer wieder schwenkt Hawes hinüber zum alten Winton in seinem Haus, verheiratet, zurückgezogen und doch unruhig. Die Vergangenheit, zu erkennen an seinem überfüllten Bürozimmer, lässt ihn nicht los. Warum diese zweite Zeitebene überhaupt gezeigt wird, erschließt sich allen unwissenden Zuschauer:innen erst spät.

    Bis dahin bremst sie mit vielen belanglosen Szenen das Tempo und die Spannung. Da darf Anthony Hopkins auch mal mit Tochter, Schwiegersohn und Enkelkind unterm Weihnachtsbaum Platz nehmen. Nur für die Geschichte ist das völlig irrelevant. Gleichwohl zeigt sich im definitiv tränenziehenden Finale, warum Hopkins engagiert wurde und versöhnt damit ein Stück weit für den langwierigen Aufbau.

    Erst dann wird klar, dass One Life eine Klammer erzählen will, an dessen Anfang die Heldentat und dessen Ende ein ganz berührender Höhepunkt 50 Jahre später steht. Beides gehört untrennbar zusammen und das ist gut so.

    Johnny Flynn als Nicholas Winton mit Hut, Brille und Mantel am Bahnhof, im Hintergrund eine schnaubende Dampflok
    Der junge Nicholas Winton am Bahnhof, von dem aus die Kinder nach England gebracht werden © Leonine

    Eine erzählenswerte Geschichte in keinem sehenswerten Film

    Viele Biopics werden häufig als abgefilmter Wikipedia-Artikel bezeichnet, wenn sie sklavisch von Station zu Station das (gut) dokumentierte Leben einer Person nacherzählen. Bei solchen Filmen beschleicht also das Gefühl, dass man es auch bei dem Artikel hätte belassen können. Ganz so gehässig fällt mein Urteil zu One Life nicht aus, dennoch bleibt einem Nicholas Winton über die fast 2 Stunden Spielzeit relativ fremd.

    Seine Beweggründe werden im Film nur sehr schmallippig und so emotionslos wie rational dargestellt, dass sie fast unglaubwürdig wirken (wenn das Ganze nicht wirklich passiert wäre).

    Das wirklich bewegende Highlight des Films passiert eben erst sehr viel später, wenn Hopkins in der Fernsehshow Platz nimmt. Nur lässt sich dieser Auftritt in aller Kürze auch auf YouTube im Original anschauen, schließlich wurde alles damals Ende der 1980er-Jahre aufgezeichnet.

    Was den jungen Winton angeht, so entsteht der Eindruck, dass dieser Mann einfach ein sehr guter Organisator und Überzeugungskünstler war, der vor keinem Hindernis zurückschreckte. Da One Life aber auch nicht zu tief in die bürokratischen Irrungen und Wirrungen vordringt, beschleicht einen fast das Gefühl, dass es gar nicht so schwer gewesen sein kann.

    Zu leichtfüßig gelingt Winton im Grunde fast alles, trotz aller Schwere des Themas. Der Film müht sich hier Spannung und eine fesselnde Dramaturgie aufzubauen, aber der Stoff bietet es nur kurzzeitig an, wenn es um den neunten und letzten Zug geht, der Prag verlassen sollte.

    Und auch der sicherlich optisch markante Johnny Flynn, der zuletzt in Ripley zu sehen war, müht sich. Eine Tiefe und Nähe zum Publikum kann aber auch er seiner Figur – drehbuchbedingt und wohl auch von seinem schauspielerischen Können her – nicht verleihen.

    Helena Bonham Carter mit Hut, Brille und Kostüm hält ein Klemmbrett mit Stift in der Hand und starrt angespannt auf die ankommenden Flüchtlinge in England
    Das eigentliche Highlight des Films neben Anthony Hopkins: Helena Bonham Carter, die Mutter von Winton © Leonine

    Unser Fazit zu One Life

    One Life ist trotz aller Bedeutung seines historischen Stoffes eine ziemliche generische Mischung aus Historienfilm und Biopic, die sich mühsam und langwierig über zwei Zeitebenen zum eigentlichen, dann aber berührenden Höhepunkt vorarbeitet. Damit wird ein gewöhnlicher Mann für seine außergewöhnliche Leistung geehrt, es bleibt aber die Frage, ob es dafür unbedingt einen solchen Film gebraucht hat. Denn ein besseres Verständnis für den Menschen Nicholas Winton schafft One Life leider gar nicht. Zumindest ist Sir Anthony Hopkins nach wie vor eine Bank, um das Publikum vor der Flimmerkiste zu begeistern.

    One Life ist am 7. Juni auf DVD und Blu-ray erschienen sowie on demand streambar.


    © Leonine

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