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    Startseite » Pelikanblut
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    Pelikanblut

    Patrick Krämervon Patrick Krämer20. April 2020Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    Raya, Nicolina und Wiebke sitzen am Frühstückstisch und Raya wird kritisch beäugt in Pelikanblut
    Mit der Zeit benimmt sich Raya immer sonderlicher und stellt die Familie auf die Probe © DCM
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    Im Jahr 2019 revolutionierte Nora Fingscheidt mit ihrer gefeierten Sozialstudie Systemsprenger das deutsche Drama-Kino. In eine ganz ähnliche Richtung strebt Pelikanblut auf den ersten Blick, welcher passenderweise ebenfalls von einer Regisseurin inszeniert wurde. Auf den zweiten Blick eröffnet der Film noch ganz andere Genre-Tore und begeisterte nicht zuletzt deswegen das Festivalpublikum. Ob der Film auch in der Breite überzeugen kann, lest ihr in den folgenden Kapiteln.

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    Das Plakat zu Pelikanblut © DCM
    Das Plakat zu Pelikanblut © DCM

    Worum geht’s in Pelikanblut?

    Das Leben von Wiebke, dargestellt von Nina Hoss, wirkt im ersten Moment sehr idyllisch. Mit ihrer Adoptivtochter Nicolina (Adelia-Constance Giovanni Ocleppo) lebt sie auf einem Pferdehof und widmet sich der Ausbildung von Polizeipferden. Doch einen unerfüllten Wunsch gibt es in der kleinen Familie.




    Denn Wiebke möchte noch ein weiteres Adoptivkind aufnehmen und auch Nicolina wünscht sich eine kleine Schwester. Im fernen Bulgarien wird Wiebke schließlich in einem Kinderheim fündig und fortan komplettiert die 5-jährige Raya (Katerina Lipovska) das Farmleben. Doch bereits nach kurzer Zeit ist es vorbei mit dem Familienidyll. Die anfangs schüchterne Raya verändert sich, zeigt fast schon bösartige Wesenszüge und findet im Kindergarten keinerlei Anschluss. Parallel dazu entwickelt Wiebke eine zarte Liebesaffäre zu Benedict, einem der Polizisten, mit dessen Pferden sie trainiert. Auch ihm fällt schnell auf, dass in der kleinen Familie etwas nicht stimmt. Die Situation eskaliert immer weiter und schon bald steht Wiebke vor dem Scherbenhaufen ihrer kleinen Familie und zieht extreme Vorgehensweisen in Erwägung.

    Nina Hoss als Wiebke lebt glücklich auf ihrem Pferdehof
    Nina Hoss als Wiebke lebt glücklich auf ihrem Pferdehof © DCM

    Parallelen

    Denjenigen Lesern, die das deutsche Drama Systemsprenger gesehen haben, dürfte die Inhaltsangabe relativ bekannt vorkommen. Und tatsächlich hat Pelikanblut einige Parallelen zum mehrfach ausgezeichneten Langfilmdebüt von Nora Fingscheidt. Bei beiden Filmen stehen heranwachsende Mädchen im Fokus, die in ihrem Leben bei unterschiedlichen Pflegefamilien beziehungsweise Heimen untergebracht waren und mit ihren enormen Aggressionsausbrüchen große Schwierigkeiten haben, ihren Platz in den Familien und in der Gesellschaft zu finden.

    Trotz dieses schwierigen und mehrschichtigen Themas, muss man Pelikanblut zugutehalten, dass er zu keiner Zeit mit erhobenem Zeigefinger argumentiert oder die Kinder als allein verantwortlich brandmarkt. Vielmehr versteht sich die Geschichte als kritischer Kommentar auf das deutsche Sozialsystem und im Detail auf die bürokratischen Abgründe des Adoptionsrechts. Auch hier finden sich natürlich ebenso deutliche Parallelen zu Systemsprenger.

    Doch während dieser sich bis zum Ende als extrem hartes und sehr beklemmend inszeniertes Familien- und Sozialdrama versteht, öffnet Pelikanblut im Laufe seiner 121 Minuten noch mindestens eine weitere Ebene.

    Wiebke und Nicolina holen Raya im Kinderheim ab in Pelikanblut
    Dank der kleinen Raya wächst die kleine Familie © DCM

    Was macht Pelikanblut so besonders?

    Im Detail auf die zum Teil sehr überraschenden Wendungen in Sachen Story und Tonalität einzugehen, würde dem Film zweifelsfrei einen Großteil der Spannung nehmen. Um zu verstehen, warum Pelikanblut eine der großen Überraschungen des aktuellen Kinojahres ist, sollten wir sie aber zumindest anreißen. Dennoch seien die warnenden Worte gesagt: Wer komplett unvorbelastet an den Film gehen möchte, der sollte direkt zum Fazit scrollen und erst nach dem Genuss des Films den folgenden Absatz lesen.

    Bereits ab den ersten Minuten des Films kann man sich der dichten Atmosphäre kaum noch entziehen. Denn Regisseurin Katrin Gebbe, die übrigens ebenfalls das Drehbuch geschrieben hat, versteht es, die dramatische Geschichte um Wiebkes Familie mit sehr eindringlichen Bildern zu erzählen. Ab der zweiten Hälfte gewinnt aber noch ein anderer Aspekt immer weiter die Oberhand über das Geschehen auf der Leinwand. Denn dann schwenkt Pelikanblut in seiner Tonalität zu einem Drama mit leichten Mystery- und Horror-Einflüssen. Mit Raya scheint etwas Böses in die Familie Einzug gehalten zu haben. Und gerade in dieser Phase hat der Film seine stärksten Momente. Denn obwohl er die Balance zwischen klassischem Drama und Genre-Film stets nahezu perfekt austariert, gibt es gleich mehrere Szenen, die ob ihres schaurigen Aufbaus nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Vor allem zum Ende entwickelt sich der Film zu einem waschechten Genre-Vertreter und bekommt damit einen höchst interessanten Spin.

    Nicht zuletzt durch das famose Schauspiel von Nina Hoss, welches mehrfach an die großartige Performance von Toni Collette in Hereditary erinnert, ist Pelikanblut damit eine beklemmend-immersive Genre-Melange, die man so aus deutschen Landen niemals erwarten würde.

    Raya, Nicolina und Wiebke sitzen am Frühstückstisch und Raya wird kritisch beäugt in Pelikanblut
    Mit der Zeit benimmt sich Raya immer sonderlicher und stellt die Familie auf die Probe © DCM

    Mein Fazit zu Pelikanblut

    Pelikanblut ist eine Art Systemsprenger mit doppeltem Boden und findet damit seine ganze eigene Genre-Nische. Katrin Gebbe vermengt virtuos eine stark erzählte, charaktergetriebene Geschichte mit einem langsam, aber stetig steigenden Unbehagen. Überzeugendes Schauspiel und auf den Punkt passende musikalische Untermalung tun da ihr Übriges. In der Summe ist Pelikanblut deutsches Genre-Kino, wie man es sich nicht besser wünschen könnte.


    © DCM

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