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    Queer

    Felix Knorrvon Felix Knorr30. November 2024Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Luca Guadagnino gehen die Stoffe nicht aus. Erst dieses Jahr erschien mit Challengers ein Publikumliebling; mehrere Filme sind bereits in Planung. Mit Queer versucht sich der italienische Filmemacher an dem gleichnamigen Roman von Schriftsteller-Legende William S. Burroughs. Wird Guadagninos fordernde Adaption der literarischen Vorlage gerecht?

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    Key-Art des neuen Films mit Daniel Craig© MUBI/A24

    Die Inhaltsangabe von Queer

    1950. William Lee (Daniel Craig), amerikanischer Expat in Mexiko-Stadt, verbringt seine Tage überwiegend allein. Gerne ist er in den örtlichen Lokalitäten unterwegs; er trinkt, raucht und findet neue Bekanntschaften in der queeren Szene. Seine Begegnung mit Eugene Allerton (Drew Starkey), einem ehemaligen Soldaten im Ausland, zeigt ihm, dass es vielleicht endlich möglich sein könnte, eine innige Verbindung herzustellen. Bald gehen sie eine komplexe Beziehung ein, die sie auf eine ominöse Reise bringen soll.

    Die perfekte Adaption?

    „Naked Lunch“-Autor William S. Burroughs erschoss seine Ehefrau Joan Vollmer Adams im Jahre 1951 in Mexiko-Stadt. Im volltrunkenen Zustand stellten sie die ikonische Apfelszene aus Wilhelm Tell nach. Zu der Zeit in der mittelamerikanischen Hauptstadt war Burroughs längst drogenabhängig. Alkohol und Morphin brachten ihn durch den Tag. Während dieser schicksalhaften Periode verfasste der US-amerikanische Schriftsteller seinen halbautobiografischen Roman, auf den Guadagninos gleichnamige Verfilmung lose beruht. Eine Geschichte, die sich der italienische Filmemacher und Meister der Adaption wie auf dem Silbertablett serviert aneignen kann. In seinen Werken befasst er sich mit komplexen Beziehungsdramen, zwischenmenschlichen Machtdynamiken und Perspektiven jenseits der Heteronormativität. Physiognomie als energetische Projektionsfläche für emotionale Erkenntnis.

    In den klammen Gassen von Mexiko-Stadt

    William Lee steht im offenen Hemd an der Theke seines Stammlokals. Schweißgebadet vom mexikanischen Sog. In seiner Hand ein doppelter Whiskey und die bis zum Filter verpaffte Zigarette. Hedonismus am Rande des Vollrauschs. Die queere Szene des Ortes wird zum scheinbaren Paradies für den reifen Junggesellen; verrohte Körperlichkeit der Lohn für die harte Arbeit an der Minibar. Bis er sich in den jungenen Ex-Soldaten Eugene Allerton verliebt.

    Guadagnino unterteilt die subtile Liebesgeschichte handelsüblich in mehrere Teile. Im Ersten der drei Akte findet das zarte Aufeinandertreffen der beiden Männer statt. Optisch erinnert Eugene an eine jüngere Version von Lee selbst – helle Haut & Haare, adrett gekleidet und die modische Brille als Typ gebendes Accessoire. Die Blicke treffen sich scheinbar zufällig, doch Lees Anliegen flimmert durch die berauschten Augen wie das innerste Lebensbdürfnis. Das kleine Viertel von Mexiko-Stadt wird zu einem sensitiven Mikrokosmos. Guadagnino schafft mit Stamm-Kameramann Sayombhu Mukeeprom mittels hochstilisierter Bildsprache ein Lokalkolorit, das die ausufernde Dynamik und das ambivalente Seelenleben von Daniel Craigs gemimten Charakter aufleben lässt  Die Aufnahmen erinnern an Edward Hoppers urbanen Realismus, bei denen sich die Figuren wie in einem Vakuum befinden. Die Umgebung wirkt nahezu kulissenhaft, als gäbe es woanders auf der Welt keinen Platz für die Erzählung.

    Diese vakante Stelle möchte Lee füllen bzw. besetzt bekommen. Dürstet es einem zu Beginn des Filmes nach einer durchzechten Nacht mit Tequila und Tabak, verfliegt das Gefühl durch den gequälten Drogenmissbrauch und die daraus resultierenden Eskapaden. Dass sich die Abwärtsspirale nicht in eine platte Bewahrattitüde oder ein eindimensionales Melodram verrennt, liegt an der makellosen Inszenierung. Mit Leave Me Alone von New Order unterlegt, greift Lee in einer ekstatischen Sequenz zum Fixbesteck und verabreicht sich Morphin. Sinnlich, berührend, tragisch und fordernd zugleich – als würde sich die Wärme des Opiates über die Leinwand verteilen.

    Eine sinnliche Identitätskrise

    Eugene lässt sich auf die Affäre ein, um sich für alle Gefälligkeiten bezahlen zu lassen. Durch die Körperlichkeit kann er weiterhin ein unbekümmertes Leben führen, während Lee bereit ist, den Preis für die Hoffnung nach Nähe & Liebe zu zahlen. Gemeinsam begeben sie sich schließlich in den südamerikanischen Dschungel, um eine Pflanze namens Yagé zu finden, die eine telepathische Wirkung verspricht. Die Suche nach der eigenen (queeren) Identität mündet in eine transzendentale Offenbarung, bei der sich die ausufernd und dennoch pointierte Beziehungskonstellation durch surreale Ereignisse weiterentwickelt. Durch das Verlassen des stimmig porträtierten Ortes findet eine Zäsur statt; Guadagninos Ambitionen sind sperrig und lang, doch niemals uninteressant.

    Eine sinnliche und zugleich groteske Identitätskrise präsentierte der Regisseur bereits mit Bones and All. Komplexe Dynamiken lassen sich in A Bigger Splash oder dem diesjährigen Challengers erkennen. Der Vergleich zum ikonischen Call Me By Your Name liegt ohnehin auf der Hand. Was Queer von seinen anderen Werken unterscheidet, wird durch die Annährung an ein Ideal symbolisiert. Ein Ideal, das zwischen gelebter Persönlichkeit, projizierter Vergangenheit und filmischer Erfahrung changiert. Im Rausch des Dschungels löst sich die Präsenz plötzlich auf.

    Queer © MUBI/A24

    Vielschichtig betrachtet und grandios gespielt

    Vorlagengeber Burroughs, der seine Homosexualität erst im hohen Alter offenbarte, lebte in Unvollkommenheit. In dieser filmischen Annäherung erfährt der Protagonist so viel Empathie; Zuwendung und Ablehnung; Hedonismus und Lebensmüdigkeit; körperliches Treiben und menschliche Abstinenz, um zur Droge seiner selbst und des angestrebten Anderen zu werden. Jene Ambivalenz erlebt man in Daniel Craigs ausrangierten Augen, der mit der Darbietung des sensiblen William Lee den schauspielerischen Höhepunkt seiner Karriere erreicht. Insbesondere die schüchtern-sanften Momente der Hingabe, die sich an ein verheißungsvolles Leben klammern, schenkt der britische Schauspieler seiner vom Konsum gelenkten Figur. Zwar glänzt auch Newcomer Drew Starkey als gewieft-dominanter Toyboy und Jason Schwartzmans urkomische Rolle sollte nicht unbemerkt bleiben, Craig jedoch muss für Queer seine erste Oscar-Nominierung erhalten.

    Als schwule Version von Todd Haynes Carol wird der Film zuweilen angepriesen. Der Vergleich erscheint insbesondere durch die subtile Sensitivität und der komplexen Konstellation in der ersten Hälfte vertretbar. Der anschließenden Reise geht im Vergleich zu dieser famos fotografierten, perfekt getimeten und mit einem überragenden Soundtrack unterfütterten Erzählung etwas die Luft aus. Entlohnt wird man zumindest mit einer metaphysischen Auseinandersetzung mit dem inneren Ich, die die Verbindung zwischen filmischer Präsenz, identitärer Dekonstruktion und biografischer Grundlage darbietet.

    © MUBI/A24

    Unser Fazit zu Queer

    4 Stark

    Luca Guadagnino darf gerne diesen Arbeitsrhythmus fortsetzen, die Qualität scheint nicht darunter zu leiden. Queer bietet in der ersten Hälfte ein meisterhaft inszeniertes Porträt einer verlorenen Seele in der dichten Urbanität Mexikos und ein sensibles Lustspiel zwischen zwei Männern mit verschiedenen Erwartungen. Auch wenn sich die Handlung zum Schluss waghalsig mit surrealen Elementen auflädt, an Daniel Craigs hingebungsvoller Darbietung kann man sich nicht sattsehen.

    Queer läuft ab dem 2. Januar 2025 in den deutschen Kinos.

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